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Die Macht der Gefühle- Ezra Furman und Matthew Caws im Weekender

Nachdem vor gut 2 Wochen die ehemalige Folkikone Bob Dylan der Innsbrucker Olympiahalle die Ehre erwiesen hatte, konnte man gestern zwei großartige Musiker (und wahrscheinlich auch Menschen ;-) im intimen Rahmen des Weekenderclubs erleben.

Ezra Furman, seines Zeichens Frontman der Indielieblinge The Harpoons, betrat als erster die nur mit einer Ikea- Nachttischlampe dekorierte Bühne im gut besuchten Club. Lässg mit Sonnenbrille, aber trotzdem sehr sympathisch, führte der Amerikaner durch sein Programm. Von Anfang an hatte er das Publikum mit seinen Songs, die sich stilistisch zwischen den unantastbaren Größen des "American Songbooks"- Dylan, Young und Arlo Guthrie- bewegten, im Griff. Die auffallend vielen Mädchen dankten es ihm mit Jubelstürmen, spätestens mit Johnny Cash`s "Folsom Prison Blues" hatte er auch die Männer zufrieden gestellt. Just bei seinem größten Hit "Take off your sunglasses" wurde die Sonnenbrille abgelegt und Ezra konnte herausfinden,wer ihn da schon sein ganzes Set lang anhimmelte.

Bühne frei für Matthew Caws, der mit seinen Nada Surf seit Mitte der 90er Jahre einen Fixstern am Himmel des Indie- früher Alternative- Rock darstellt, nicht zuletzt dank musikalischen Beiträgen in Serien wie "O.C. California" oder "How i met your mother". Seine sanfte Stimme ist sicherlich eine der markantesten im Geschäft, hat man sie einmal gehört, vergisst man sie so schnell nicht wieder. Caws große Stärke, nämlich gefühlvolle Songs über die Liebe, Erwachsen werden oder Verlust mit viel Intensität aber trotzdem cool klingen zu lassen, kommt beim Soloauftritt noch besser zur Geltung. "Always Love" und das Depeche Mode Cover "Enjoy the silence" sind die anfänglichen Highlights und wer bei "Inside of Love" seinem Date an diesem Abend nicht ein bisschen näher kommt, dessen Angebetete(r) hat leider ein Herz aus Stein. Die ruhigen Solonummern dämpfen die Stimmung nur ein wenig, spätestens bei der Zugabe "Fuck it" ist auch der größte Schwätzer wieder ruhig gestellt und alle waren zufrieden. Hoffentlich auch das blonde Mädchen, das sich vor der Bühne in Caws und seine schöne Lieder unsterblich verliebt hatte.