Hhanoi (Treibhaus)


Hhanoi im Treibaus Innsbruck
Hhanoi

Hhanoi, 10. März @ Treibhaus Innsbruck

Am 10. März präsentierte das Duo Hhanoi - nach dem erfolgreich absolvierten Akustik-Konzert in Der Bäckerei - nun ihre neue CD mit dem schönen Titel "the unspoilt bitterness of youth is slowly fading away" im Treibhaus. Als Vorband durften die jungen Innsbrucker von Black Bones den Abend (spät aber doch) eröffnen.

Spät aber doch. Das war das Motto des Abends. Eigentlicher Beginn des Abends wäre um 20:30 Uhr gewesen, heißt ab 20:00 Uhr trudelten langsam die Leute ein und füllten den Treibhausturm. Zu sehen war ein gemischtes Publikum: von alteingesessenen Fans ab Mitte 40 bis jugendlichen Schülern war alles dabei. Irgendwann war dann der Raum voll - doch von musikalischer Umrahmung keine Spur. Um kurz nach 21 Uhr begab sich dann Hans (Gitarre und Gesang bei Hhanoi) mit seiner Gitarre in der Hand auf die Bühne und entschuldigte sich für die Verzögerung. Bis 21:30 wäre im Keller noch die Premiere eines Kabarettstücks und sie müssten bis dahin noch leise sein. Er spielte dann ein paar akustische Stücke und besänftige so die schon etwas ungeduldige Menge, eine frühere Auskunft wäre aber fein gewesen.

Eine viertel Stunde nach dem Soloauftritt von Hans erklommen dann die Innsbrucker Burschen die Bühne und drehten die Lautstärke dann auf Anschlag. Vor allem das Schlagzeug war mehr als präsent, eher schon ein wenig übertrieben prominent. So konnte man kaum hören was gesanglich bzw. auf der Gitarre so gespielt wurde. Das war den Fans (offensichtlich Freunde und Bekannte der Band) aber egal - sie feierten die Band und rissen auch die paar Reihen hinter sich noch mit ihrem Enthusiasmus mit. Den Auftritt der Band von musikalischer Seite zu bewerten, fällt mir persönlich ein wenig schwer, da neben diesem überlauten Schlagzeug wirklich nicht viel zu hören war. Menschlich gesehen, zeigten sie sich rockig-cool und lässig und das kombiniert mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Dann kam endlich der Auftritt von Hhanoi, gewohnt lustig, ein wenig verrückt - zwischen schnellen Rhythmuswechseln und gefühlvollen Einlagen. Im Gegensatz zum Auftritt in der Bäckerei zeigten sich die beiden im Treibhaus energetisch-wild, voller Kraft und mit dem Willen coole und tanzbare Musik zu machen. Es war ein wirkliches Fest den beiden auf der Treibhausbühne zuzuschauen. Vor allem erschreckend-schön wie zwei Männer nur mit einer Gitarre, einem Schlagzeug und zwei Stimmen so viel produzieren können. Und das noch auf einem hohen Level. Ein gutes Gesamtkonzept, das stimmig ist und niemanden kalt lässt. Kritikpunkt meinerseits sind die teilweise eher einfach gestrickten Textzeilen. Ansonsten ein wirklich mitreißender und cooler Auftritt. Und zum Schluss noch ein aufrichtiges Kompliment an die Auswahl des Bühnenkostüms: von Jogginghose zu Schädlingsbekämpfer-Ganzkörperanzug.

- Magdalena Ripfl


Aktualisiert:

10
2017

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