Hatebreed & Dying Fetus


Die Band Hatebreed performt auf der Bühne im VAZ Hafen Innsbruck
Hatebreed

Hatebreed & Dying Fetus, 22. April @ VAZ Hafen

Letzten Samstag (22. April) wurde der VAZ Hafen in Innsbruck zu einem regelrechten Kampfplatz, bei dem sich "Fans-der-etwas-härteren-Musik" wirklich nichts schenkten. Grund dafür waren die zwei Kaliber Hatebreed und Dying Fetus, die durch ihre Auftritte, den Bühnenvorplatz zu einem feurigen Kessel werden ließen. Zwar war das Konzert weit weg davon ausverkauft zu sein, dennoch empfand wohl jeder diesen Umstand eher als Segen denn als Fluch.

Begonnen hat das ganze Spektakel pünktlich um 20.00 Uhr mit Dying Fetus, die schon von Beginn an ihre Brutal Death-Metal/ Deathgrind - oder wie man das auch nennen mag (es war auf jeden Fall brutal und hart) - der Menge entgegen schleuderten. Ein kleines Highlight bei der Show war sicherlich die Präsentation der neuen Single "Fixated on Devastation", zu dem am gleichen Tag auch ein Video erschienen ist. Die Begeisterung der Menge konnte man vielleicht nicht tonal wahrnehmen, aber die wedelnden und bangenden Haarschöpfe sagten da wohl alles. Zwar mochte es nicht jedem an diesem Abend gefallen (beispielsweise bin ich persönlich nicht der größte Fan von gegrunzten Texten, da diese bis zur Unverständlichkeit verfremdet sind), dennoch muss man wirklich zugeben, dass das Trio eine solide, gute Show hinlegte: Es war laut und brutal und es dröhnte auch Stunden später noch ein wenig in den Ohren.

Wirklich schade war allerdings, dass die Menge ein wenig gespalten war. Kaum jemand an diesem Abend war wirklich wegen beiden Bands da: Es gab nur ein Entweder-Oder. Die eingesessenen Dying-Fetus-Fans und die jungen Wilden alias Hatebreed-Aufmischer. Eine ganze Horde an Menschen stand während dem ersten Konzert vorne draußen und zog noch gemütlich an einer Zigarette, nach Beendigung der Show dann der abrupte Wechsel: Fans der ersteren Band krochen langsam in die hinteren Reihen, sahen sich vielleicht noch ein wenig schmunzelnd - viele eher ein wenig irritiert und abgeneigt - die Jungs von Hatebreed an, bevor sie sich dann doch bei der Vordertür wieder hinausschlichen.

Die zweite Show des Abends begann auch rechtzeitig um 21:20 und dauerte kaum eine Stunde an. Diese eine Stunde hatte es dann aber trotzdem in sich. Kaum nach dem ersten Ton rastete ein Großteil der Menschen aus. Circle-Pits um die Säulen des überschaubaren Hafen-Saals, kleinere und größere Moshpits und wilde Rangeleien waren die Folge davon. Auf kaum jemanden wurde dabei Rücksicht genommen und nicht selten konnte man schmerzverzerrte Gesichter zwischen schweißnassen, aufeinanderprallenden Männerkörpern sehen. Auflockerung gab es dann durch die mehr oder weniger kalten Bierduschen, die zum Schweißgeruch auch noch den Dunst einer versifften Kneipe hinzufügten. Ellbögen wurden auf Zähne geschlagen, kleine Mädchen hinunter gedrückt und über am Boden liegende Menschen wurde einfach hinübergestiegen. Fand man sich anfangs noch ein wenig damit ab, wurde es aber nach einer knappen halben Stunde nicht mehr ganz so lustig. Viele versuchten sich noch auf die Seite zu retten, um wenigstens ein bisschen noch von der Band zu haben und nicht dauernd Angst vor dem nächsten Schlag zu haben.

Die Jungs von Hatebreed selbst machten ihre Arbeit aber wohl zur allgemeinen Zufriedenheit. Ohne viel Klimbim und lückenfüllendes Gequatsche zeigten sie, was sie alles zu bieten haben. Und das war auf jeden Fall jede Menge Spaß! Zur Krönung des Ganzen gab es dann eine kurze Ansprache von Sänger Jamey Jasta, der seine Liebe zu allen verschiedenen Arten des Rocks/Metals auf der Bühne beschwor und zu einem großen Miteinander aufrief. Sehr schön gesagt!

- Magdalena Ripfl


Aktualisiert:

09
2017

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