Amenra


Amenra (special acoustic set), 23. Februar @ p.m.k. Innsbruck

Die Band Amenra performt auf der Bühne der P.M.K. Innsbruck
Amenra

Ein Abend voller Wehmut, voller Schwere - in schwarz-weiß. Dunkelheit versetzt mit sanften, teils schrillen und elektrisierenden Klängen mit traumhaft-schönen Bildern im Hintergrund. So könnte man kurz gesagt, den Donnerstagabend in der p.m.k. beschreiben. GURX Turmoil und Die Bäckerei präsentierten dort Amenra - akustisch. Das nebenbei auch das einzige Österreichkonzert war.

Vorab versetzten CHVE (Colin H. Vn Eckhout) und Syndrome (Mathieu Vandekerckhove) - beide Mitglieder der Band Amenra - mit ihren Soloprojekten das gut gefüllte Lokal schon mal in die richtige Stimmung. Auf der Bühne zu sehen waren einige Kerzen, der Rest in tiefe Dunkelheit gehaucht. Die Wand dahinter zeigte einige teils verstörende, aber auch sehr ästhetische Bilder von scheinbar toten Frauen, die im Wasser liegen - daneben wunderschöne sanfte Wiesen, in Nebel verhüllte Kreuze und dunkle Erde. Alles zusammen ein wunderbarer Hauch von Düsternis, in dem man förmlich eintauchen konnte. Am Fuß der Bühne waren kleine Aufleger verteilt, damit sich das Publikum hinsetzten konnte. Dahinter war eine sanft schunkelnde Masse - teilweise mit geschlossenen Augen - die sich der Musik hingab und im Takt dahinschwebte. Hörte man die Musik der beiden Musiker, so versetzte das einen förmlich in von Nebelfeldern zerklüftete Landschaft, schwebte über einsame Wälder und wurde wieder aus seinen Fantasien gerissen, als schrilles, lautes und imposantes Dröhnen einer Gitarre die Wände erzittern ließ.

Nach knapper Pause begann Amenra ein musikalisches Zauberwerk zu fabrizieren. Alle Mitglieder setzten sich in einen Kreis auf die Bühne, teilweise auch mit dem Rücken zum Publikum. Am Boden wieder einige Kerzen verteilt, anfangs noch im Hintergrund völlige Schwärze - später dann aber auch einige Bilder in schwarz-weiß gehalten. Auch der restliche Raum war in völliger Dunkelheit gelassen. So konnten einen Bilder nicht von der herzzerreißenden und wehmütigen Musik ablenken. Es war ein einstündiges Gesamtkunstwerk, Lieder flossen ineinander über und verschmolzen miteinander. Ruhige und sanfte Passagen wechselten auf abrupte Tempowechsel und einer unheilvollen Atmosphäre. Wie gebannt lauschte das Publikum ihren Klängen und war regelrecht verzaubert. Ihr Auftritt rauschte nur so an einem vorbei, gern hätten sie auch ein wenig länger spielen können. Wer die Chance hat dem Acoustic-Set von Amenra zu lauschen, sollte sie wahrnehmen. Ein wirklich unfassbar schönes Konzert!

- Magdalena Ripfl


Aktualisiert:

09
2017

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