Wiesenrock 2016


Wiesenrock
© David Innerhofer

Global 2000 Wiesenrock Festival  

Das diesjährige Wiesenrock Festival fand dieses Jahr mittlerweile schon zum neunten Mal statt. An zwei Tagen - dem 19. und 20. August - bot das Festival nicht nur viel Musik, Kunst und Kultur, sondern auch verschiedene Workshops und kulinarische Highlights.  

Am Freitag begann das Festival noch am Vorplatz. Dort fand man nachhaltiges Essen, ein eigenes für das Wiesenrock gebrautes Bier aus Absam und andere Köstlichkeiten. Doch auch musikalisch gab es am Vortag schon einiges zu hören. Neben einer Open Mic Bühne, konnte man auch der lettischen Sängerin und Songwriterin Baiba Dēķena lauschen. Feierwütige konnten am Freitag auch schon im Neuwirt ihr Tanzbein schwingen und sich schon für den Haupttag einstimmen.  

Auch am nächsten Tag gab es am Vormittag schon einiges auf der Spielwiese zu entdecken. und zu bestaunen. Der Samstag begann um neun Uhr mit einem Biobauernmarkt mit Gemüse, Obst, Milchprodukte aus biologischen Anbau. Ab den Mittagsstunden fand auf den Vorplatz wieder ein buntes Rahmenprogramm statt. Zwischen den vielen Ständen konnte man einheimischen Honig, nachhaltige Handtaschen oder wiederverwertete Jeans erwerben. Für die Kleinen und kleingebliebenen Großen gab es auch einige Spiele, wie beispielsweise ein Schachbrett mit Figuren aus alten aber verschönerten Schachfiguren. Auf der Bühne am Vorplatz konnten Interessierte auch spannenden Vorträgen lauschen. Es stimmte gemütlich und in einer sehr bunten und netten Atmosphäre auf das Festival danach ein. Vor allem die kleinen Details auf der Spielwiese machten es wirklich sehr liebenswert. Beispielsweise waren die Bäume in buntes Strickgewand eingehüllt und überall waren bunte Girlanden zu sehen. Alles war wie in einem süßen Rausch aus Farben und kleinen süßen Dingen.  Den BesucherInnen haben auch das Origamibasteln aus alten Zeitungspapier und die Polaroid-Fotos sehr gefallen.  

Um 16 Uhr ging es dann schließlich auf der Festivalwiese los. Auch hier konnte man zahlreiche bunte und verspielte Details entdecken. Es wirkte nicht wie eines der großen und anonymen Festivals, man befand sich stattdessen in einer einheimischen und freundlichen Atmosphäre, in der man sich einfach wohl fühlen musste.

Die erste Band - Times New Roman - begeisterte schon am Anfang. Die Mitglieder der siebenköpfigen Band studierten in Innsbruck Architektur und probten fleißig im Keller der Universität. Sie überzeugten das Publikum durch ihre schwungvollen Indie/Post Rock-Klänge. Die meisten saßen mit einem kühlen Bier in der Hand auf der Wiese und lauschten einfach den wohligen Klängen, nur durch den aufkommenden Regen wurde diese angenehme Stimmung leider ein wenig zerrüttet. Alle BesucherInnen versuchten sich irgendwo unterzustellen und so wurde die Wiese leider ein wenig leer, die Zurufe und der Applaus für die Band wurden aber nicht weniger. Eingezwängt unter den vielen kleinen Standln war die Stimmung immer noch vorhanden. Auch bei Jo Stöckholzer und Me and My Drummer ließ der Regen nicht wirklich nach. Immer wieder trauten sich einige Wagemutigen hervor und stellten sich vor die Bühne. Aus persönlicher Sicht waren mit die beiden Bands nach dem Einstiegskracher von Times New Roman ein wenig zu depressiv, zu träumerisch und eine Spur zu leise. Dennoch verzauberte Jo Stöckholzer mit seinen Elektro-Folk-Kreationen genau so wie Me and My Drummer, die zum Träumen und Schwelgen einluden.

Gefühlvoll ging es auch mit dem Wiener Robb weiter. Mit seinen Klängen zwischen Soul, Indie und Pop lockte er viele zum Tanzen vor die Bühne. Spätestens bei Olympique dann stand eine ganze Menschentraube vor der Fstivalbühne. Die Salzburger zeigten neben starken Rock-Tönen auch viel Drama und pathetische Gitarren.  Sie sorgten für ordentlich Stimmung und Begeisterung auf der Wiese und bereiteten perfekt auf den nachkommenden Main Act vor: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi. Philosophisch, chaotisch, bunt mit viel Witz und ein bisschen wahnsinnig zeigte sich die Berliner Formation. Sie brachten das Publikum zum Nachdenken und zerriss diese philosophische Stimmung gleich darauf mit ihren lustigen Texten. Ein bunter Mix und eine ziemlich coole Show konnte man in den Abendstunden noch bestaunen.

Fazit des Festivals: Es war ein sehr kuschlig-buntes und zum Wohlfühlen einladendes Festival. Mit gut ausgewählten musikalischen Acts, teilweise vielleicht eine Spur zu träumerisch und leise, aber ein wirklich sehr gelungener Abend. Vor allem Käptn Peng und Olympique begeisterten und sorgten für die ordentliche Stimmung. Aber auch die vielen kleinen Spielereien und der dekorierte Innenhof sorgte für die wunderbare Atmosphäre. Nächstes Jahr gerne wieder so!

Magdalena Ripfl

Wiesenrock - Area
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Area
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Area
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Band
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Band
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Konzert
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Konzertbühne
© Magdalena Ripfl
Wiesenrock - Publikum
© Miriam Raneburger
Wiesenrock
© Claus Watzdorf
 

Aktualisiert:

10
2017

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