Volbeat


Volbeat, 04. November @ Olympiahalle Innsbruck

Foto von der Bühne mit diversen Lichteffekten; im unteren Teil des Bildes ist das Publikum zu sehen, ein paar Zuschauer strecken die Hände in die Luft;
Volbeat

 

Es sollte das Event des Jahres werden, als bekannt wurde, dass die dänische Band Volbeat nach Innsbruck kommen würde. Volbeat sollte nicht alleine kommen, sondern zusammen mit zwei fabelhaften Support-Acts, und zwar mit Airbourne und Crobot. Natürlich waren die Tickets für die Show in der Innsbrucker Olympiaworld schnell vergriffen – es stand einem ausgelassenen und verschwitzten Konzertabend also nichts entgegen.

Die Türen für die Halle öffneten sich gegen 7 Uhr, und die Menschenmassen strömten in die Halle, voll motiviert auf ihre Helden. Man bemerkte schnell, dass viele eingefleischte Fans anwesend waren, da gefühlt jeder ein Shirt von Volbeat anhatte, ohne auch nur den Merch-Stand besucht zu haben. Nichtsdestotrotz muss hier auch ein negativer Aspekt eingeworfen werden. Der Einlass funktionierte leider nicht reibungslos, und so standen sich viele Fans ihre Beine in den Bauch und dadurch verpassten einige auch den Eröffnungsact CROBOT. Aus diesem Grund konnten Crobot ihr durchaus großes Potential auch nicht voll ausschöpfen, da einfach zu wenig Stimmung aufkam, obwohl sie eine sehr solide und anständige Show ablieferten. Nach einem kurzen Set kam es auch schon zu einer Umbauphase, und zwar für niemanden geringeren als die australische Band AIRBOURNE. Wer die Band bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte, wurde schon nach wenigen Tönen vollkommen überzeugt, da sie ein an ihre Landsleute AC/DC angelehntes, kraftstrotzendes Hardrock-Set ablieferten. Die oberkörperfreien Australier wussten, wie sie das Tiroler Publikum ordentlich einheizten, doch leider war auch ihre Spielzeit etwas zu kurz kalkuliert, was natürlich für einen Support-Act nichts Unübliches ist. Nach einer etwa Dreiviertelstunde war die Rockparty leider schon zu Ende. Airbourne zeigte sich an diesem Abend von ihrer besten Seite. Sie spielten eine nahezu perfekte Setlist, die sich aus alten und neuen Liedern zusammensetzte. Dem Publikum schien es selbst Leid zu tun, als die Band von der Bühne verschwand. An diesem Tag konnte die Band definitiv ein paar, wenn nicht sogar viele neue Fans für sich gewinnen.

Nach einer etwas langen Umbauphase kam es aber zum eigentlichen Hauptact des Abends, und zwar zu VOLBEAT. Hier handelt es sich um Band, die sich ihren Erfolg Schritt für Schritt erarbeitet hatte. Vor wenigen Jahren kannte man sie meist nur in der Szene, und so spielten sie auch in „kleinen“ Locations, wie zum Beispiel im heimischen Komma Wörgl (2009). Mittlerweile sieht diese Geschichte ganz anders aus! Volbeat haben sich nämlich einen sehr großen Namen in der europäischen Konzert- und Festivallandschaft gemacht. Inzwischen werden sie bei den größten Major Festivals als Headliner gehandelt und treten nur noch in den größten Hallen auf. Man könnte schon fast sagen, dass es fast an ein Wunder grenzt, dass eine derartig große Band, sich wieder nach Innsbruck verirrt. Hierbei merkt man aber gut, dass die Band ihren altbewährten Fans auch treu geblieben ist – ein Phänomen, welches leider nicht immer geschieht. Über ihre Musik gehen die Meinungen sehr auseinander, doch der Erfolg gibt ihnen definitiv recht, sowohl live als auch auf Platte. Das Konzert selbst hätte nicht besser beginnen können, als mit dem legendären Lied „Born to Raise Hell“ von Motörhead. Die Stimmung brodelte sofort nach den ersten Tönen und das Konzert startete dementsprechend auch sehr motivierend. Von da an gab es kein Halten mehr. Die Band rund um Michael Poulsen wusste perfekt mit dem Publikum umzugehen, und so spielten sie Hit für Hit weiter. Wie es sich für eine derartige Tour üblich ist, spielte die Band hauptsächlich Songs aus ihrem neuen Erfolgsalbum "Seal The Deal & Let's Boogie“. Doch es gab auch einiges aus der alten Schublade zu hören, da die Band nahezu von jedem Album ein paar Lieder spielte. Ein besonders atemberaubender Moment war, als die Band auch noch ihr großes Idol JOHNNY CASH huldigte, und „Ring Of Fire“ spielte. Die ganze Halle war natürlich sehr textsicher, und so wurde es zu einer tollen Hommage an die Legende. Volbeat machte natürlich voll motiviert und energisch weiter und spielte insgesamt 15 Songs (exkl. Ring Of Fire) bis es zu einer typischen Unterbrechung kam. Das Publikum wollte sich damit natürlich nicht zufriedengeben, und so kam es zu lautem Zugabe-Gesang. Sie kamen natürlich wieder auf die Bühne und spielten noch vier weitere Lieder. Das absolute Highlight war aber das letzte Lied, und zwar „Still Counting“. Die Band ließ es sich nehmen, etwas Besonderes zu machen. Sie teilten sich den Glanz der Bühne mit einigen Kindern und Jugendlichen, die damit zu einem Teil der legendären Rockparty wurden. Punkt genau um viertel vor Mitternacht war der Abend zu Ende, und man sah dem Publikum richtig an, dass sie Spaß daran hatten. Den ganzen Abend war eine super Stimmung zu spüren, obwohl für dieses Genre, die gewisse Eskalation im Publikum fehlte. Nichtsdestotrotz war es ein erfolgreicher Abend! Es schien so, als ob Volbeat immer wieder gerne zurück nach Innsbruck kommen könnte.

- Michael Rauth 

Foto von der Bühne in der Olympiahalle
Volbeat

Die Band Volbeat steht auf in der Olympiahalle auf der Bühne; das Foto ist sehr dunkel mit wenigen Spotlights, die auf die Bühne gerichtet sind
Volbeat Olympiahalle

Aktualisiert:

09
2017

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