Being As An Ocean


Die Band Being As An Ocean performt auf der Bühne im Rockhouse Salzburg
Being As An Ocean

Being as an Ocean, 15. November @ Rockhouse Salzburg

Being as an Ocean, Burning Down Alaska, Capsize und Casey im Rockhouse Salzburg - Allein beim Lesen dieser Namen bekommen eingeschworene Hardcore-Fans schon Gänsehaut. Denn diese Kombination versprach am 15. November im Rockhouse mehr als nur ein paar laute Gitarren und schrille Screams.

Wer CASEY noch nicht kennt, sollte sich sofort ein paar Songs von ihnen anhören. Sie spielten zwar nur eine knappe halbe Stunde, doch diese halbe Stunde hatte es in sich. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, die vorbeirauschte - ab und zu stehen blieb und jeden vom Boden riss. Die Jungs aus South Wales legten ein enormes Tempo vor und durchbrachen dieses dann wieder durch sanfte und anschmiegende Töne. Ihr Debütalbum "Love is not enough" mischt Melancholie mit Schmerz und jede Menge Ästhetik miteinander, ausgedrückt durch teils brutalen und sanften Post/ Melodic Hardcore. Auf jeden Fall sehr zu empfehlen! Und lasst euch nicht von der Farbe des Covers abschrecken…

An dieses emotionale Hoch konnte Capside leider nicht mehr anknüpfen. Sehr persönlich gesprochen klingen sie für mich wie eine Standard-Hardcore-Band. Sie haben nicht wirklich etwas eigenes an sich, dass einen total vom Hocker reißt. Ihre Performance oder ihr Können soll an dieser Stelle keinesfalls geschmälert werden, aber sie überzeugten einfach nicht so wie Casey. Vielleicht liegt es an der Reihenfolge, vielleicht klang es zu ähnlich - sie hinterließen jedenfalls nicht so viel Eindruck wie die anderen Bands des Abends.

Co-Headliner des Abends war Burning Down Alaska, die mittlerweile wohl jedem schon ein Begriff sind. Vor allem die Kombination aus zwei Sängern, macht diese Band schon zu etwas Besonderen. Vor allem der sehr melodische und sanfte Gesang von Kassim Auale (der nebenbei bemerkt schon bei X Factor zu sehenwar) scheint zunächst gar nicht hineinzupassen, aber macht die Lieder dann zu einem Gesamtkunstwerk. Es ist hart und weich zugleich, energiegeladen und rhythmisch. Alle die sich das noch nicht so recht vorstellen können: Einfach ihre Single "Blossoms" anhören. Das Lied ist wie eine Mischung zwischen Post Hardcore und Pop. Vor allem der popige Gesang von Kassim sticht beim Konzert besonders raus, lädt aber definitiv ein mitzusingen und vielleicht sogar ein bisschen zu verschnaufen, bevor es mit den schnellen Parts wieder weiter geht.

Nur getoppt wurde Burning Down Alaska vom Headliner des Abends: Being as an Ocean. Sie - eigentlich Sänger Joel Quartuccio - sorgten für eine unglaubliche Stimmung. Grund dafür war neben der Musik vor allem Joel, der sich geschätzt zu 90 Prozent des Konzertes in der Menge aufhielt. Ihn störten weder die Bierfontänen, die ihn mehrmals trafen, noch das wilde Gerangel um ihn herum oder, dass ihm fast jeder das Mikrophon wegriss. Er schrie sich förmlich die Seele aus dem Leib, während 20 Burschen um ihn herum moshten, wie in einem wilden Tanz herumfegten und brausten. Man konnte die pure Energie im Raum nicht nur sehen, sondern richtig fühlen. Der Boden vibrierte, während sich die Fans fast die Köpfe einschlugen, um bei ihrem Idol zu sein. Und er stand in der Mitte - grinste zwischendurch beeindruckt in die Menge - und ließ sich das Schauspiel gefallen. Naja, wem gefällt es schon nicht von so vielen Menschen bejubelt und bestaunt zu werden, als wäre man der Messias. Diese Wucht an Energie zog sich auch komplett durch - man konnte richtig die Schweißausbrüche und die Anstrengung aller sehen, die alles geben wollten, um zu zeigen, wie sehr sie diese Band mochten. Wäre die Band nicht so gut gewesen, hätte es sich auch rentiert nur wegen diesem Spektakel zu kommen. Insgesamt ein wirklich fantastischer Abend, der gerne wiederholt werden kann!

- Magdalena Ripfl


Aktualisiert:

09
2017

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