7. Conrad Sohm Kultursommer-Festival


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Am Fuße des Dornbirner Firsts, an der Dornbirner Ach, mitten im Tannenwald, direkt vor dem Conrad Sohm – um präzise zu sein, am Parkplatz – fand am 06. Juni eines von 2 Open-Air Events beim diesjährigen Conrad Sohm Kultursommer statt. Die Bandauswahl ließ kein Metalcore-Fan im Stich: Zusammen mit Knocked Loose, Emmure, Miss May I und Thy Art is Murder gastierte niemand geringerer als die australischen Giganten von Parkway Drive. Die Band hatte vor kurzem ein neues Album herausgebracht und promotete dieses auf ihrer Tour.

Da ja der Parkplatz als Bühnenstätte umfunktioniert wurde, wurde schon im Vorfeld über Social-Media-Kanäle und Homepages darauf hingewiesen, dass nicht genügend Parkplätze für alle Festivalbesucher vorhanden sein werden. Daher richtete man einen eigenen Shuttle-Service vom Hauptbahnhof in Dornbirn ein. Was beim hinfahren für uns auch sehr gut funktionierte, so mussten wir nach dem Abstellen des Motors keine 10 Minuten warten bis der Bus, der schon bereitstand, losfuhr. Eingequetscht zwischen vielen schwitzenden Menschen ging es dann in Richtung Conrad Sohm. Sehr idyllisch mitten im Wald gelegen kommt man zur Bühne, die im ersten Moment für diese Größe an Band recht überschaubar wirkte. Was an dieser Stelle keineswegs falsch verstanden werden solle. Selten kann man eine solche Band so nah erleben, ohne sich stundenlang davor schon vor die Bühne zu stellen. Da wir leider bei unserer Anfahrt einige Baustellen auf der Autobahn umfahren mussten, kamen wir zu spät für die erste Band, dafür aber pünktlich für Miss May I, die für uns das Festival eröffnete. Zusammen mit Emmure lieferten sie den perfekten Einklang für den darauffolgenden Abend. Mit kurzen und knackigen halbstündigen Shows brachten sie die Meute zum Johlen. Zwischendurch tröpfelte es immer wieder mal, doch das ließ die Menschenmenge einfach kalt. Nur kurz, als es wirklich schüttete, drängten sich alle ins Innere. Das war aber auch nach ein paar Minuten schon wieder vorbei. Dort fand man neben einer Bar auch den Merch-Stand, verhältnismäßig äußerst saubere Toiletten und einen eigenen Stand mit Gratisartikel, die einem am Abend noch von Nutzen sein konnten, wie beispielsweise Wasser, Obst, Ohrstöpsel oder Traubenzucker.

Nach der gelungene Einstimmung durch Miss May I und Emmure stürmten Thy Art is Murder die Bühne, die für mich vor allem durch Sänger Chris "CJ" McMaho überzeugte. Man kann es nicht anders beschreiben: Dieser Typ ist wahrlich eine Rampensau, der für die Bühne geschaffen ist. Wie ein Marionettenspieler lenkt er das Publikum und zieht alle in seinen Bann. Zwar ist der Deathcore/ Technical Death Metal der ebenfalls aus Australien stammenden Band nicht unbedingt meins, jedoch konnte man einfach nicht anders, als mit Thy Art is Murder zu feiern. Zwischen den Liedern warf er immer wieder ein paar deutsche Floskeln/Schimpfwörter, teilweise kombiniert mit Tieren (?), in Richtung Menge und sorgte so für allgemeine Belustigung. Highlight ihrer Show war das Rammstein-Cover "Du hast", bei dem alle im Publikum dann lautstark mitgrölten.

Nach kurzer Umbauphase, kamen dann die langersehnten Parkway Drive auf die Bühne, die gleich zu Beginn zwei Songs ihrer neuen Platte vorstellten (Prey und Whishing Wells). Beim Publikum kam es eher mäßig an, erst als Vice Grip gespielt wurde, war niemand mehr zu halten. Insgesamt spielten sie eine Mischung aus alten und vielen neuen Songs, die an sich ja ganz ok sind, aber für (und jetzt kommt das übliche Gejammer) natürlich alteingesessene Fans nicht so umfangreich präsentiert werden hätten müssen. Aber das nur am Rande. Insgesamt war ihr Konzert wie üblich sehr solide und entsprach genau den Erwartungen. Süß war auch, als plötzlich ein kleiner blonder Junge auf der Bühne auftauchte und ein Lied ansagen durfte. Vermutlich handelte es sich hier um den Sohn des Leadsängers Winston McCall. Anschließend nahm er ihn Huckepack und feuerte so die Menge zusammen mit dem Jungen an. Wirklich eine sehr nette Idee! Auch dem Publikum gefiel das.

Einziger Mankopunkt des Abends war die Fahrt retour zum Bahnhof. Denn obwohl wir direkt nach dem letzten Lied zur Bushaltestelle gingen, mussten wir geschlagene 35 Minuten auf den Shuttlebus warten. In der Zwischenzeit hätten wir es eigentlich zu Fuß zum Bahnhof schaffen können. Dafür kamen dann sogar zwei Busse angefahren. Vielleicht hätten diese lieber getaktet nacheinander, anstatt immer zu zweit fahren sollen. Aber abgesehen davon, war es ein außerordentlich toll organisiertes Festival, das im nächsten Jahr gerne wieder so stattfinden kann. Von Bandauswahl bis hin zu den Angestellten, dem Service und der allgemeinen Aufteilung und Organisation vor Ort gibt es ansonsten absolut nichts Auszusetzen! Danke Conrad Sohm für diesen wunderbaren Abend!!


Das Ticket wurde vom Conrad Sohm in Vorarlberg zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 


Aktualisiert:

01
2019

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