Boarding Line


Punk`s never dead- Interview mit Boarding Line

Punk is dead? Sicher nicht in Tirol, Boarding Line sind 4 junge Burschen aus dem Oberland, welche seit einiger Zeit für offene Münder bei Besuchern, Veranstaltern und sogar Tontechnikern (!) sorgen. MEI Sound traf Raphael Hess (18) und Manuel Fiegl (17) zum Interview. Es geht um Musik, Authentizität und vieles mehr. Die restlichen Bandmitglieder sind Paul Krismer (17) und Gregor Mair (16).  

Hi Manuel und Raphael, fangen wir mit den üblichen Fragen an, seit wann gibt`s euch, wo kommt ihr her, usw.?

Raphael: „Paul Krismer und ich spielen seit ca. 3 Jahren zusammen und schreiben Songs, Boarding Line in der jetzigen Konstellation gibt es seit ca. 11 Monaten. Paul und ich wollten immer eine Band haben, fanden aber niemanden, der sich für unsere Punk- Ambitionen begeistern konnte. Per Zufall bin ich draufgekommen, dass Manuel, ein alter Freund von mir, Bass spielt.. Den Drummer mussten wir leider austauschen, wir haben Gregor gefragt und es hat sofort gepasst. In den 2 Monaten vor dem ersten Konzert in der Livestage zusammen mit Treestyle (jetzt BobCat.) und Identikit haben wir alles einstudiert und es hat geklappt. Am nächsten Tag hatten wir noch einen Auftritt am Landhausplatz, der war auch lässig!

Für mich seid ihr von eurer äußeren Erscheinung her Punks, was ich in der heutigen Zeit, wo sich kaum junge Leute positionieren oder anecken wollen, total erfrischend finde. Sehr ihr euch als Punk Band?

Raphael: Wir sind eine Punk Band mit Liebe zur harten Melodie

Manuel: Wir sind zweifellos eine Punk Band, aber neben den klassischen Punk Einflüssen wie den Ramones haben wir auch „neuere“ Einflüsse wie Green Day und Sum 41. Mit unseren Riffs wollen wir so eine Art „Melodic Hardcore“ spielen (lacht).

Raphael: Für mich ist Punk ein Lebensgefühl. Einfach ohne Regeln nach dem Bauchgefühl leben. Nach dem Herzen. Textlich gehen wir Teenagerprobleme wir sind ja schließlich noch Teenager, an: Langeweile, sich in Mädchen verlieben, aber auch politisches und gesellschaftliches hat Platz. Manuel: Wir wollen eben Teenagerprobleme und gesellschaftliche Probleme verbinden. Wenn uns etwas aufregt, schreiben wir darüber, ohne uns ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Band auf Bühne

Gibt es ein Publikum, eine Szene für eure Musik?

Raphael: Die Musik spricht schon viele an, der „richtigen“ Szene ist es zu poppig, aber wir wollen die Musik spielen, die uns taugt und nicht nach „Regeln“ der richtigen Punkszene tanzen.

Manuel: Sich verstellen, um den richtigen Punks zu gefallen, wäre ja auch nicht gerade „echter“ Punk, oder? Als Bsp.: Green Day und Offspring waren in der echten Szene total akzeptiert, bevor sie jeweils ein zu gutes- sprich- zu erfolgreiches Album gemacht haben und dann in der Core Szene nicht mehr akzeptiert waren. So was finde ich zum Kotzen.

Im Weekender bei dem Upload Konzert ist mir aufgefallen, dass das Publikum, aber auch Veranstalter und andere „Experten“, total auf euch abfahren. Wie erklärt ihr euch das?

Manuel: Ich glaube es ist eine Mischung aus unserer Bühnenpräsenz, der Musik und Raphaels Talent aufzufallen. Das macht`s aus.

Raphael: Ich versuche die Leute, die da sind, teilhaben zu lassen: Wir alle sind eine Gang und das müssen sie fühlen. Mitsingen, Shaken, abgehen. Beim Upload Konzert sind sicher viele nicht wegen uns gekommen, aber auch von denen konnten wir einige einbinden! Der Abend war sowieso voll cool, 4 Bands, 4 Genres und es hat voll gepasst. (zur Info: Nihils, Nolunta`s und Chronicles of a Bed Time Story spielten im Feber im Weekender). Wir konnten total überraschen, und auch Andy vom Weekender hat uns gelobt. Überraschen ist sowieso ein wichtiger Aspekt in der Musik.

Manuel: Auch mit den anderen Bands haben wir sehr viel Spaß gehabt, Upload ist eine coole Geschichte und ein gutes Musikprojekt.

Momentan nehmt ihr ein Album auf, was man so hört?

Raphael: Wir haben ja schon eine EP beim Tomi Tschugnall in Telfs aufgenommen und zwar in 2 Tagen, so auf die Schnelle! Jetzt, für die neue CD, nehmen wir uns mehr Zeit. Geplant ist, dass das Album im Herbst herauskommt, incl. "Blödel Tracks" sollen 13-16 Songs drauf sein. Darüber hinaus bahnen sich auch einige Live Gigs mit BobCat an. Momentan sind wir halt sehr im Aufnahmeprozess drinnen, ich habe mir zum Beispiel gerade ein Mischpult gekauft, die bisherigen Stücke klingen mal im Vergleich zur ersten EP um einiges besser. Und unser Knowhow im Bezug auf die Technik wird auch immer besser, es macht uns gerade voll Spaß! Auf jeden Fall soll die CD ein gutes Abbild unseres Sounds sein und uns so zeigen, wie wir klingen. Live machen wir deshalb auch eine kleine Pause, wir haben auch ein bisschen Stress in der Schule. Aber neues Songmaterial bringt uns auch live dann wieder einiges, da wir mehr variieren können. Als Highlight spielen wir am 23. Juli vor Anti Flag im Weekender, wir werden sehr viel vom neuen Material spielen. 

Ihr seid ziemlich viel mit andern Musikern unterwegs. Ziemlich untypisch für eine Tiroler Band.

Manuel: Ja, sicher. Mit gleichgesinnten macht alles auch gleich viel mehr Spaß!

Raphael: Konkurrenzdenken ist Dreck. Man soll sich gegenseitig pushen, egal welches Genre man spielt. Zum Beispiel haben uns Nolunta`s gefragt, ob wir mit ihnen in Südtirol spielen und umgekehrt. Genauso soll`s sein. Es entwickeln sich auch Freundschaften daraus, wie mit den BobCat zum Beispiel, das sind alles gute Freunde. Mir taugen einfach alle Bands und ich gönne es jeder Band!

Manuel: Als Einzelkämpfer bist du nichts, zusammen ist man stärker!

Schöne Schlussworte, vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Peter Sandner

Schlagzeuger
Gitarrist und Bassist auf Bühne

Aktualisiert:

09
2017

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