Identikit


4 Jungs

1. Besetzung

DORIAN - VOCALS & KEYS

PHIL - VOCALS & LEAD GUITAR

BENNI - BASS

ILJA - DRUMS & PERCUSSION

2. Beschreibung der Musik/ Bandgeschichte

Aus Jam Sessions in Schulbunkern und freigeräumten Kellern entstand die Idee, aus der bald darauf eine Band werden sollte. Bestehend aus fünf unkonventionellen Köpfen und deren Gedanken über Musik und allem drüber hinaus, setzten IDENTIKIT seit Anfang 2014 Schritt um Schritt in die Tiroler Szene. Identikit ist eine Gratwanderung. Ein Sound in der Schwebe, zwischen elektronisch und akustisch, komponiert und improvisiert, markant und doch undefiniert. Atmosphärisch präsentiert sich ein kalter, von effektgeladener E-Gitarre und Synthesizern geführter Glitch Rock. Über allem steht eine charakteristische Stimme mit englischen, introvertierten Texten.

3. Musik

www.soundcloud.com/identikitmusic  

4. Kontakt

identikitband@gmail.com

Leadsänger Dorian Windegger im Interview!

4 Jungs

Identikit sind eine Band aus dem Tiroler Oberland, genauer gesagt aus dem Raum Telfs, welche seit 2014 besteht. Dorian, Phil, Benni und Ilja machen momentan die Tiroler Musikszene unsicher und sorgen für den ein oder anderen erstaunten Blick bei ihren Liveauftritten. MEI Sound traf Sänger und Keyboarder Dorian Windegger zum entspannten Plausch, um mehr über das was, warum und wieso der Identikit zu erfahren.

Mei Sound: „Wie seid ihr musikalisch sozialisiert worden bzw. was für Absicht steht hinter eurer Musik?“

Dorian: „Rückblickend gesehen hatte ich nicht die einfachste Pubertät, in dieser Phase hat mir Radiohead sehr geholfen, da sie mich irgendwie stimmungsmäßig „verstanden“ haben. Die Texte habe ich anfangs gar nicht so verstanden, das kam aber dann sehr schnell und wurde immer wichtiger. Mir bzw. uns geht es darum, Stimmungen wie bspw. Radiohead zu erzeugen, aber sie nicht zu imitieren.“

MEI Sound: „Für mich als Musikhörer ist das Erzeugen von einer gewissen Stimmung das Allerwichtigste!“

Dorian: „ Eben! In einem Jazzworkshop, den ich besucht habe, sprach ein Musiker von der„conviction“, dieser so wichtigen Überzeugung und dem Transport von Emotionen, ohne den Musik einfach nicht funktioniert, egal welcher Art.“

MEI Sound: „Wen man sich im Großraum Innsbruck in jüngerer Zeit ein wenig mit jungen Bands beschäftigt hat, gab es schon einige Gerüchte über „diese Identikit“. Ihr habt euch aber ein wenig rar gemacht in der Angangszeit. War das Absicht?“

Dorian: „Ja und nein. Im Zeitraum der Gründung (Anfang 2014) bis letzten Oktober waren wir uns noch nicht sicher, was wir für einen Sound machen wollen, und daher wollten wir nicht gleich an die Öffentlichkeit in dieser Findungsphase. Jetzt haben wir den Sound gefunden, sind gut eingespielt und wollen losstarten.“

MEI Sound: „Ihr seid ja noch sehr jung (17- 20 Jahre). Was braucht es an Einstellung eurerseits der Musik gegenüber bzw. welche Hürden müssen überwunden werden, um sich auch als Band total auf die Musik zu konzentrieren?“

Dorian: „Ich war immer musikinteressiert, aber eher hobbymäßig. 2014 bin ich aber am Jazzkonservatorium im Fach Klavier angenommen worden. Das hat mir irgendwie einen großen Schub gegeben, jetzt will ich nichts mehr anderes mehr als Musik zu machen und irgendwie davon leben zu können. Unser Bassist Benni ist laut Aussagen mehrerer einfach ein Vollblutmusiker. Auch Ilja und Phil ziehen voll mit und konzentrieren sich jetzt mal nur auf die Band.“

MEI Sound: „Wird das auch dann so innerhalb der Band kommuniziert? So eine Art Pakt geschlossen?“

Dorian: „ Das hat sich eigentlich eher so während der Proben herauskristallisiert. Wir unterhalten uns ständig über die Zukunft der Band und jetzt haben wir uns mal die nächsten 2 Jahre frei gehalten.“

MEI Sound: „Was wollt ihr jetzt mit eurer Musik in Bezug auf die Texte und eurem „Sound“?

Dorian: „Zu Beginn wollten wir einfach nur „gut“ klingen. Dann haben wir unseren Sound gefunden und jetzt versuchen wir einfach, diesen mit guten Texten zu versehen. Meine besten Texte entstehen zumeist aus Melancholie oder Herz-Schmerz, so banal das klingt, aber ich könnte nie einen „Happy-Song“ schreiben. Auch Filme, insbesondere jene von Stanley Kubrick, inspirieren mich zu Texteinfällen. Mittlerweile kann es vorkommen, dass ich mit einem Riesentext zur Probe komme und aus dem Riesentext werden dann Parts rausgegriffen, die eben zum Thema passen, dem Song allerdings dennoch die Grundaussage verleihen. Dann wird das Ganze noch rhythmisiert, phrasiert und lautmalerisch musikalisch untermalt. Bilderbuch haben das denk ich auch gemacht, zum Beispiel bei „Maschin“, wo ihre Gitarre so perfekt rein jault!“

MEI Sound: „Bilderbuch ist ja zusammen mit Wanda momentan in aller Munde. Was hältst du von ihnen?“

Dorian: „Eigentlich war ich nie Fan deutschsprachiger Musik, da die deutsche Sprache für mich eine sehr harte Sprache ist. Aber Bilderbuch bringen das so lässig, so funky rüber, man merkt gar nicht, dass es deutsch ist! Sie überraschen einen total!“  

MEI Sound: „ Ihr habt jetzt ja eure erste EP „Fiction“ fertig. Erzähl ein bisschen drüber!“

Dorian: „Na ja, EP - es sind 3 Songs, auf Grund der Finanzen ging sich leider nicht mehr aus. Es haben sich allerdings auch nur diese 3 Songs momentan „richtig“ angefühlt und dabei wollten wir es belassen. Am Anfang wollten wir die Songs selber produzieren, aber es fehlte an technischem Equipment und Erfahrung. Vielleicht können wir uns das irgendwann mal aneignen, bis jetzt reicht`s mal für Demoaufnahmen. Auf jeden Fall haben wir über Jo Stöckholzer den Produzenten Michael Knoll (Ex Prey) kennen gelernt, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Wir haben in einem Autohaus aufgenommen, was ziemlich strange war. Etwas ganz Eigenes. Das Ergebnis passt jedoch, es war unkompliziert und Michael hatte viel Geduld mit uns!“

Mei Sound: „Wo gibt es die EP?“

Dorian: „Die EP ist auf Streamingdiensten wie Spotify und Deezer, sowie zum Download auf iTunes verfügbar. Physischen Release in Form einer CD empfanden wir zunächst als nicht sehr lukrativ, wird aber schon noch kommen.“

MEI Sound: „Im Moment läuft gerade Lea Santee (Band aus Tirol) im Radio und ist ja auch „Artist of  the week“ auf FM4. Wie ist es im Moment für eine Tiroler Popband. Geht was weiter?“

Dorian: „Also es ist mal besser wie im Jazz (lacht). Es gibt einfach sehr, sehr viele Bands, man muss versuchen sich gut zu vermarkten, was Spezielles zu bieten. Denn was der Bauer erstmals nicht kennt,…. Aber wenn dich die Leute mal hören und bereit sind sich auf dich und deine Musik einzulassen, gibt es teilweise schöne Reaktionen. Nach einem Konzert in Rovereto (Italien) im Rahmen der Uploadtour, kamen nach dem Gig ca. 20 Leute auf uns zu und haben uns  positiv auf unsere Musik angesprochen. 2seedsleft (Band aus Tirol) haben uns von ähnlichen Erlebnissen erzählt. Die Szene für Bands wäre da, allerdings ist das Konkurrenzdenken innerhalb der Musiker zu groß - gebe mich hier auch teilweise schuldig. In der Elektroszene kommt mir das nicht so vor. Eventuell ist es in einer größeren Stadt besser, da vielleicht die Mentalität eine andere ist.“

MEI Sound: „Was sind die nächsten Pläne von Identikit?“

Dorian: „Jetzt, nach dem Aufnehmen, geht es mal ans Konzerte spielen. Ein paar Auftritte haben wir eh schon, aber wir wollen mehr!! Aber ohne Booker bzw. gute Connections wird man halt ziemlich belächelt, meiner Erfahrung nach. Man muss lästig, darf aber auch nicht „zu“ lästig sein, ein schwieriger Balanceakt. Daher werden wir jetzt versuchen Kontakte zu knüpfen und weiter Songs schreiben und aufnehmen. Stay tuned!“

MEI Sound: „Dabei wünschen wir euch viel Erfolg! Vielen Dank für das Gespräch!“

Dorian: „Kein Problem. Wir sagen danke!“  

Das Interview führte Peter Sandner


Aktualisiert:

09
2017

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