Neue Medien


Im Internet ist vieles möglich: Du findest Informationen, die du zum Beispiel für die Schule brauchst, kannst Musik hören, Spiele spielen und neue Menschen kennen lernen. Du kannst Profile, Blogs und Videos erstellen und den Menschen auf der ganzen Welt mitteilen, wer du bist und welche Interessen du hast.

Hier findest du Informationen zu folgenden Themengebieten

 



Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des InfoEck informieren dich zu den aktuellen Trends und Gefahren im Internet und helfen dir dabei, deine Privatsphäre zu schützen. Außerdem erfährst du, welche Dinge du im Internet ohne Probleme machen kannst und was du besser nicht machen solltest, damit du nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommst.

Du erhältst auch Informationen und Broschüren zum Thema "Sicherheit im Internet, am Smartphone, Tablet und PC". Bei uns findest du Informationen, Tipps und wichtige Hinweise zum Thema neue Medien. Hier ist unser Infosheet mit Tipps für einen sicheren Internetumgang:


Safer Internet Monitor 2020 - so klicken Österreichs Jugendliche

Der Jugend-Internet-Monitor ist eine Initiative von Saferinternet.at und präsentiert aktuelle Daten zur Social-Media-Nutzung von Österreichs Jugendlichen.

Die mit Abstand beliebtesten Sozialen Netzwerke sind WhatsApp, welches 91 Prozent der Jugendlichen nutzen und YouTube - genutzt von 91 Prozent. 76 Prozent nutzen Instagram und danach folgt bereits Snapchat mit 62 Prozent. Das größte Soziale Netzwerk der Welt, Facebook, rangiert wie letztes Jahr auf dem fünften Platz.

Die Video-AppTikTok hat es im Ranking zum ersten Mal unter die Top-6-Netzwerke geschafft. Insgesamt konnte die App dieses Jahr in der Nutzung zudem auch am meisten zulegen, nämlich 23 Prozentpunkte. Erstmals erhoben wurde zudem die virtuelle Pinnwand Pinterest, welche auf Anhieb auf dem siebten Platz mit 40 Prozent gelandet ist.

Genauere Informationen findet man auf der Seite zum Jugend-Internet-Monitor.

Hast du Fragen zu diesen oder anderen Apps und Sozialen Netzwerken? Du kannst dich im InfoEck, der zertifizierten Koordinationsstelle von Saferinternet.at zu neuen Medien informieren lassen. Außerdem haben wir zahlreiche Broschüren zu den gängigen Apps und vieles mehr zum Mitnehmen.


Apps

Allgemeines

App ist die Abkürzung vom englischen Wort Application. Damit ist eine Anwendungssoftware, also ein ausführbares Programm, gemeint. Beispiele sind etwa Spiele-Apps, eine Navigations-App, eine Wecker-App und so weiter.

Du kannst die Apps normalerweise über die jeweils entsprechende Plattform des Anbieters downloaden. Bei einer App für iPhones und iPads ist das der Apple App Store, bei einem mobilen Gerät mit einem Android-Betriebssystem ist das Google Play, bei Windows der Windows Market Place.

Apps und Datenschutz

Du besitzt ein Smartphone und hast dir auch schon kostenlose Apps heruntergeladen? Du verschickst gerne Fotos und Videos an deine Freundinnen und Freunde oder postest diese? Weißt du auch, dass du durch die Veröffentlichung deiner Fotos und Videos auf den Schutz deiner Privatsphäre verzichtest und auch die Rechte an deinen Fotos und Videos verlierst?

Generell gilt bei allen Gratis-Apps: (Fast) alle verdienen ihr Geld mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer.

Hier findest du ein paar Tipps, wie du dich und deine Daten schützen kannst:

• Installiere ein Antiviren-Programm auf deinem Smartphone, welches regelmäßig alle Apps scannt!
• Schalte dein GPS aus, damit du nicht von Fremden ausspioniert werden kannst oder deine Standortdaten durch die Apps an Unternehmen weitergeleitet werden.
• Überlege dir genau, ob du das Foto oder deine Daten weiterschicken oder online stellen möchtest.

Wenn du damit einverstanden wärst, dass das Foto oder deine Daten in Plakatgröße an einem öffentlichen Platz in deiner Nähe hängen, dann ist es okay. Für weitere Informationen kannst du persönlich im InfoEck vorbeikommen und den mei-internet Check machen.

Apps und Gefahren

Abofallen
Kostenlose Apps finanzieren sich meist über Werbung. Ein großes Problem dabei sind Abofallen. Diese sind oft getarnt als einfache Werbeeinblendung. Oftmals reicht es schon aus, dass du diese Werbeeinblendung antippst und ohne es zu merken, wird ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen oder eine versteckte Bestellung gemacht. Du als Nutzer wirst dabei nicht über die Vertragsbedingungen oder Preise informiert.

Wenn du Opfer einer Abofalle geworden bist, solltest du dir Hilfe holen. Watchlist Internet hat auf ihrer Website Organisationen aufgelistet, an die du dich wenden kannst. Nähre Infos dazu findest du hier.

In-App-Käufe
Problematisch sind auch sogenannte In-App-Käufe. In-App-Käufe sind Käufe, die, wie der Name schon sagt, innerhalb einer App stattfinden. Diese kommen vor allem in Spielen vor. Du kannst dir dann Verbesserungen für Spiele kaufen oder bestimmte Funktionen freischalten. Das gefährliche an In-App-Käufen ist, dass die Beträge meist auf den ersten Blick sehr niedrig sind und du so verleitet wirst, dir öfters Extras zu kaufen. So verlierst du schnell den Überblick und bekommst am Ende eine hohe Rechnung.

In-App-Käufe können an deinem Smartphone deaktiviert oder mit einem Passwort gesperrt werden. So hast du eine bessere Kontrolle darüber, wie viel Geld du ausgibst. Außerdem ist so ausgeschlossen, dass du aus Versehen einen In-App-Kauf tätigst.

Ein guter Tipp ist außerdem die Apps immer nur über den offiziellen App-Shop herunterzuladen. Apps von anderen Anbietern könnten mit Schadsoftware infiziert sein. Solche Apps können Handydaten (zum Beispiel dein Adressbuch) unbemerkt übermitteln.
Quelle: klicksafe.de


Social Media

Neue Apps auf dem Vormarsch

Saferinternet.at untersucht jedes Jahr welche Apps und Plattformen von Jugendlichen benutzt werden und wie sich das Verhältnis im Laufe der Jahre verändert. Die erhobenen Daten werden jährlich im sogenannten Jugend-Internet-Monitor veröffentlicht.

Neben den üblichen Favouriten wie WhatsApp, YouTube, Instagram, Snapchat und Co. haben im vergangenen Jahr einige andere Apps an Beliebtheit gewonnen. Wir möchten ein paar dieser Anwendungen etwas genauer unter die Lupe nehmen.

 

TikTok

TikTok ist eine App, mit der man bis zu einminütige Videos aufnehmen und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern teilen kann. Die Videos werden anhand ihrer Hashtags (#) geordnet und es ist somit leichter nach gewissen Inhalten zu suchen. Zu jedem Hashtag und zu jedem Song zeigt TikTok automatisch eine ausgewählte Liste mit den beliebtesten Videos an.

Warum ist TikTok so beliebt?

Die Beliebtheit dieser App nimmt nicht nur unter Jugendlichen mehr und mehr zu. Mittlerweile nutzen auch viele junge Erwachsene die Plattform, um sich selbst darzustellen. Bekannte Persönlichkeiten aus anderen Social-Media-Kanälen nutzen TikTok, um noch mehr Reichweite zu bekommen. TikTok zählt mittlerweile zu den am stärksten wachsenden Plattformen der Welt.

Es geht in erster Linie um Spaß und Kreativität, die man bei sogenannten Challenges ausleben kann. Diese werden einerseits von TikTok selbst, andererseits von der Community vorgegeben. Vordergründig geht es bei vielen dieser Videos vordergründig natürlich um Selbstdarstellung. Veröffentlichte Videos können von anderen bewertet oder kommentiert werden. Andererseits dreht es sich aber oftmals auch einfach ums "Dabeisein" und gesehen werden.

Gibt es eine Altersbeschränkung?

Ebenso wie bereits bei anderen Apps darf die TikTok offiziell nicht von Personen unter 13 Jahren genutzt werden. Personen unter 18 Jahren brauchen laut den Nutzungsbedingungen zumindest die Zustimmung eines oder einer Erziehungsberechtigen. Dieses Mindestalter spielt allerdings in der Praxis kaum eine Rolle, da auch jüngere Kinder TikTok problemlos herunterladen und nutzen können. Zu beachten ist außerdem, dass beim Hochladen der Videos keine Filterung stattfindet. Das bedeutet, dass sich zum Beispiel auch Videos mit sexuell ausgerichteten Inhalten auf TikTok weiterverbreiten können.

Worauf solltest du bei der Nutzung von TikTok achten?

Wie auch bei anderen Apps ist auch bei TikTok bezüglich der preisgegebenen Daten Vorsicht geboten. Um die Anwendung benutzen zu können, muss man sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden erklären und der App Zugriff auf sein Smartphone gewähren. Hierbei liest das Programm automatisch die Kontaktliste und das Telefonbuch aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Urheberrecht. Die auf TikTok hochgeladenen Clips können auch auf Facebook, Instagram und WhatsApp geteilt werden. Nutzerinnen und Nutzer wissen oft nicht, dass ihre erstellten Videos nicht ausschließlich ihr Werk sind. Songs, die innerhalb der App verfügbar sind, sind nur für die Plattform TikTok lizenziert! Wenn diese urheberrechtlich geschützte Musik im Internet weiterverbreitet wird, kann dies rechtliche Auswirkungen haben. Außerdem gilt, sobald andere Personen im Video zu sehen sind, auch das Recht am eigenen Bild!

Ebenfalls zu beachten ist die Kostenfalle. Die Grundversion von TikTok ist zwar kostenlos, jedoch ist es über In-App-Käufe möglich sogenannte Coins zu kaufen. Diese Coins kann man in Live-Streams prominenten TikTokern und TikTokerinnen zukommen lassen. Auch einige Spezialeffekte und Angebote innerhalb der App sind kostenpflichtig.

Leider sind auf TikTok auch Cybergroomer, Mobber sowie Leute aktiv, die sich nur zum Beleidigen anderer angemeldet haben. Wenn die Standardeinstellungen nicht geändert werden, können Unbekannte über die Chat- und Kommentarfunktion Kontakt aufnehmen und eventuell sogar aufdringlich werden. Um Aufmerksamkeit zu erhalten, filmen und teilen manche Jugendlichen freizügige Clips in knapper Bekleidung und aufreizenden Posen. Lobende und anzügliche Kommentare anonymer Nutzer oder Nutzerinnen bestätigen die jungen Menschen und fordern sie auf, weitere Filme anzufertigen. Und je mehr User und Userinnen sich so präsentieren, umso leichter fällt es anderen, sich auch so zu zeigen.

 

Pinterest

Pinterest ist eine umfangreiche Online-Pinnwand, die du nach deinen eigenen Interessen gestalten kannst. Der Name setzt sich zusammen aus den englischen Worten Pin (auf Deutsch: Stecknadel; stecken, anheften) und Interest (auf Deutsch: Interesse; interessieren). Im Grunde geht es darum, interessante Dinge festzuhalten und zu sortieren – wie auf einer Pinnwand.

Bei der ersten Anmeldung wirst du gebeten persönliche Angaben zu deinen Interessen zu machen und dann wird dir eine persönliche Pinnwand aus Bildern anderer Nutzern zusammengestellt. Egal ob Autos, Mode, Essen oder Humor, zu jedem Interessengebiet sind Bilder zu finden. Du kannst natürlich auch selbst Bilder hochladen und Themen folgen.

Ähnlich wie bei Instagram wird die Plattform hauptsächlich zur Darstellung von Bildern genutzt. Das Interesse der Nutzer und Nutzerinnen liegt zum einen darin, lustige oder imposante Bilder zu finden, aber auch darin, eigene Pinnwände aufzubauen. Anders als die meisten Inhalte auf Instagram oder in anderen sozialen Netzwerken sind die Informationen (wie zum Beispiel Anleitungen oder Rezepte) auf Pinterest meist längerfristig interessant und gültig. Außerdem kannst du auf Pinterest Links hinzufügen. Wenn du also einen interessanten Artikel geschrieben oder gefunden hast, kannst du diesen Artikel verlinken und mit anderen Dingen zum gleichen Thema verknüpfen.

Wer nutzt Pinterest?

Die Zielgruppe, die Pinterest regelmäßig nutzt ist relativ breit. Da die Inhalte auf Pinterest von den Nutzern und Nutzerinnen selbst hinzugefügt wurden, zeigt sich allein an der Bandbreite der Inhalte, dass die Anwender und Anwenderinnen vielfältige Interessen haben. Pinterest bietet auch Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, um den Kunden eigene Inhalte und Produkte näherzubringen und kann daher verkaufsfördernd eingesetzt werden.

Wie sicher ist Pinterest?

Das größte Problem von Pinterest sind die Bildrechte. Durch das Pinnen eines Bildes wird eine Kopie erstellt, für die eine Einwilligung des Inhabers benötigt wird. Außerdem kann es passieren, dass notwendige Bildangaben und Quellen des Bildes nicht in die Beschreibung übernommen werden. Daher ist es ratsam, beim Merken von Bildern von Webseiten vorsichtig zu sein! Am besten pinnst du nur Bilder von Webseiten, bei denen die Einwilligung der Inhaber sicher ist.

 

Twitch

Twitch ist zurzeit das größte Livestreaming-Portal, über das Games gestreamt und angeschaut werden können. Du kannst hier das Spiel, das du gerade spielst, live für ein Publikum übertragen. Über die Chatfunktion kann man miteinander kommunizieren.

Ein Spiel wird oft von mehr als 10.000 Zuschauenden verfolgt. Wenn du genügend Zuschauer und Zuschauerinnen hast, kannst du auch Werbung schalten. Der Erlös daraus wird zwischen der App und dem streamenden Spieler oder der streamenden Spielerin aufgeteilt. Einzelne Kanäle kannst du auch kostenpflichtig abonnieren. Außerdem gibt die Möglichkeit, einem Gamer oder einer Gamerin während eines Livestreams Geld zu spenden.

Neben den zurzeit beliebten Spielen wie zum Beispiel: Fortnite, Leagues of Legend, Counterstrike oder Minecraft, werden auch e-Sport-Ereignisse bei Twitch übertragen. Die meisten Inhalte auf Twitch sind von Nutzern und Nutzerinnen, aber es gibt andere Inhalte, die auf Twitch gezeigt werden. Es gibt beispielsweise auch Streams zum Programmieren, Zeichnen, Basteln und vielen anderen Dingen aus dem Alltag.

Warum ist Twitch für Jugendliche so spannend?

Bei Twitch können Jugendliche ihr Hobby mit anderen teilen und Computerspiele aus einer anderen Perspektive live miterleben. Sie können sich direkt mit ihren Gaming-Idolen austauschen und ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Spiel verbessern. Außerdem ist es wahrscheinlich auch so interessant, da sie mit dieser App durch ihre Fähigkeiten auch Geld verdienen können.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Die Altersfreigabe der App ist eigentlich 18 Jahre, aber Twitch erlaubt bereits eine Registrierung ab 13 Jahren, wenn die Eltern die Nutzung der Plattform beaufsichtigen. Eine Überprüfung, ob das bei der Anmeldung angegebene Alter stimmt, findet aber nicht statt.

Da die dort gezeigten Spiele nicht gefiltert werden und es keine Altersangaben gibt, ist es leicht möglich auch auf gewaltvolle, angstmachende und sexualisierte Inhalte stoßen. Daher wurde die Plattform als für Kinder und Jugendliche nicht geeignet eingestuft.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Kostenfalle. Wenn ein Fan seinen oder ihren Lieblingsspielern während des Livestreams Geld überweist, wird das vom Gamer oder der Gamerin zeitgleich kommentiert. Diese Art der persönlichen Rückmeldung kann vor allem jüngere Zuschauende dazu verleiten, immer mehr Geld zu spenden.

Außerdem besteht die Gefahr, dass Erwachsene Kontakt mit den jugendlichen Usern und Userinnen aufnehmen und es zu Cybergrooming kommt. Dies ist vor allem deshalb möglich, weil sich Nutzer, die nur Live-Streams verfolgen, nicht registrieren müssen.

 

Telegram

Telegram ist ein kostenfreier Messenger, der mit einer besonders hohen Sicherheit wirbt. Auch bei Telegram müssen sich Nutzerinnen und Nutzer mit einer Handynummer registrieren. Wie bei anderen Messenger-Diensten können Chats mit einzelnen aber auch mit einer Gruppe von bis zu hundert Personen eingerichtet werden. Auch bei Telegram lassen sich Bilder, Videos, Audiodateien und Emojis versenden.

Was fasziniert Jugendliche besonders an dem Angebot?

Wie auch WhatsApp ermöglicht Telegram eine schnelle und kostenlose Möglichkeit mit anderen in Kontakt zu treten. Darüber hinaus ist die App zumindest in Teilen sicherer und bietet Funktionen, die WhatsApp und andere Messenger-Dienste nicht aufweisen.

Das besondere bei Telegram sind die „Geheimen Chats“, bei denen Nachrichten nicht auf den Servern des Anbieters gespeichert werden. Damit soll verhindert werden, dass Nachrichten in irgendeiner Form abgefangen und mitgelesen werden können. Außerdem gibt es die sogenannte „Selbstzerstörungsfunktion“, was bedeutet, dass nach einer festgelegten Zeit die gesendete Nachricht automatisch verschwindet.

Was ist problematisch an dem Angebot?

Trotz Verschlüsselungen und geheimen Nachrichten bleibt die App nicht ganz unproblematisch. Da die Funktionen von Telegram letztlich die gleichen sind wie bei WhatsApp und das Kommunizieren im Mittelpunkt steht, können Gefahren wie Sexting und Cybermobbing nicht ausgeschlossen werden. Versendete Bilder oder Videos können vom Empfänger ebenfalls weitergeleitet werden. Wenn man sich nicht mit der Handynummer, sondern mit einem Nutzernamen registriert, ist besondere Vorsicht geboten. Solche Profile sind öffentlich, sodass auch Personen, die deine Handynummer nicht haben, Kontakt aufnehmen können. Der Messenger-Dienst benötigt außerdem Zugriff auf das Adressbuch und auch hier werden deine Kontakte auf Telegram-Servern dauerhaft gespeichert.

 

 


Soziale Netzwerke

In sozialen Netzwerken kannst du dich mit deinen Freundinnen und Freunden austauschen, neue Leute kennen lernen, Fotos und Videos mit anderen teilen und vieles mehr. Du präsentierst dich meistens mit einem eigenen Profil, in welchem du Informationen über dich preisgeben kannst, wie zum Beispiel deinen Wohnort, dein Geburtsdatum, deine Hobbys oder deine Interessen.

Überlege genau, welche Informationen, Fotos und Videos du online stellst und sei dir bewusst, dass sie für immer im Internet bleiben werden und von Anderen verwendet werden könnten.


Meine Bubble - deine Bubble

Eine Filterblase oder Informationsblase entsteht, sobald nur noch bestimmte Informationen in deinem sozialen Netzwerk, in deiner Timeline oder bei den Suchergebnissen angezeigt werden. Das heißt, du bekommst nur Informationen, die bereits zu dir passen - zu deinem Outfit, deinem Alter, deinem Musikgeschmack, deinen politischen Einstellungen und so weiter.

Viele Websites und soziale Plattformen verwenden Informationen über dich und deine Interessen um dir Angebote darzustellen, die zu dir passen. Es werden oft Informationen wie dein Standort, dein Suchverlauf, dein Klickverhalten aber auch deine Vorlieben, Interessen oder deine geposteten Bilder analysiert. Dies geschieht auch während du online bist und wird von sogenannten Algorithmen gemacht. Algorithmen sind Programme, die für dich den passenden Inhalt herausfinden. Sie funktionieren somit für dich wie ein Filter. Sie erzeugen die Filterblase, die oft auch Echokammer genannt wird.

Inhalt, der auf dich zugeschnitten ist kann zum Beispiel Werbung sein. Vielleicht ist es dir schon einmal passiert, dass du auf Amazon die neuesten Kopfhörer gesucht hast, die du kurz darauf auch auf Facebook angezeigt bekommen hast. Das geschieht auf Grund der Analyse deines online Verhaltens. Doch nicht nur Werbung ist personalisiert, auch die Suchergebnisse von Google werden beispielsweise auf dich abgestimmt. So werden Suchergebnisse, die relevant für dein Alter oder deinen Standort sind, zuerst angezeigt. Auch dein Newsstream auf Facebook und Instagram ist gefiltert. Es werden dir primär die Posts gezeigt, die laut Algorithmus am besten zu deinen Interessen, Hobbys und Einstellungen passen.

 

Filterblasen können Vorteile haben. Siehst du dir ein Produkt an und bekommst danach automatisch eine Information darüber, dass dieses Produkt beispielsweise in Aktion ist, kannst du davon profitieren. Experten und Expertinnen üben aber auch Kritik an der personalisierten Internetnutzung. Ein Nachteil ist, dass uns die gefilterte Suche davor bewahrt neue Ideen, Themen und wichtige Informationen zu bekommen. Des Weiteren kann sie den Eindruck erwecken, dass nur die Dinge existieren, die uns bereits bekannt, und von denen wir bereits überzeugt oder begeistert sind. Dies hat zur Folge, dass gegenteilige Meinungen, alternative Angebote oder zusätzliche Informationen gefiltert werden. Es kommt dabei zur "Echokammer", in der die Nutzerinnen und Nutzer immer wieder in ihrerer bereits bestehnden Meinung bestätigt werden.  Eli Pariser, ein bekannter Internetaktivist schreibt dazu: „Eine Welt, die aus dem Bekannten konstruiert ist, ist eine Welt, in der es nichts mehr zu lernen gibt“.

 

Jeder und jede befindet sich in einer Filterblase, manche sind schwächer, manche stärker. Wichtig ist, dass wir uns unserer Filterblase bewusst sind.

SaferInternet hat für dich 4 Tipps, die dir helfen können, aus deiner Filterblase auszubrechen:

  • Anderen Inhalten/Personen folgen: Gerade in sozialen Netzwerken ist es wichtig, auch Inhalten und Personen zu folgen/zu liken, mit denen man sich sonst eher nicht beschäftigt. Das können politische Parteien sein, die man nicht wählen würde oder aber auch Personen, deren Meinung man nicht unbedingt teilt.
  • Tools oder alternative Suchmaschinen nutzen: Die Nutzung von alternativen Suchmaschinen wie Duckduckgo oder Unbubble ermöglichen es ganz ohne Personalisierung, Informationen im Internet zu suchen. Alternativ lassen sich auch Add-ons wie Ghostery (auch als App verfügbar) installieren, welche das Tracking durch Facebook oder Google stark einschränken.
  • Quellen- und Medienkritik: Die Informationen, welche in den eigenen Sozialen Netzwerken dargestellt werden, sollten regelmäßig überprüft und hinterfragt werden. Gerade bei hoch emotionalen Themen ist man schnell verleitet, auch sogenannten Fake-News zu glauben.
  • Andere (analoge) Medien nutzen: Vertraue nicht alleine auf digitale Informationen! Andere Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio ermöglichen es, einen anderen Blick auf gewisse Dinge zu werfen und sich damit auseinanderzusetzen.

BOTS

Bots sind Computerprogramme, die dazu entwickelt wurden, um im Internet Aufgaben selbstständig zu erledigen. Was sie zu erledigen haben, bestimmen die EntwicklerInnen von Bots. Die bekanntesten unter ihnen sind „Social Bots“, „Chat Bots“ und „Game Bots“.

Wir können in sozialen Netzwerken Social Bots begegnen, die zum Beispiel vorgefertigte Kommentare unter Diskussionen hinzufügen. Sie machen den Anschein, als wären sie echte Menschen, weil sie auf das Thema einer Diskussion eingehen und sogar ein eigenes Profil haben, wie richtige Menschen. Meistens sind sie dazu da, um Diskussionen in eine bestimmte Richtung zu lenken, was oft bei Beiträgen von PolitikerInnen aber auch bei umstrittenen Themen passieren kann. Social Bots können so programmiert werden, dass sie von selbst regelmäßig Beiträge zu aktuellen Themen verfassen. Sie reagieren auf bestimmte Begriffe in Kommentaren von anderen UserInnen.

Im Gegensatz zu Social Bots sind Chat Bots in den meisten Fällen klar erkennbar, da es sich bei ihnen um Angebote handelt, die von Unternehmen programmiert wurden, um uns den Alltag zu erleichtern. Es gibt zum Beispiel Chat Bots, die uns an Termine erinnern, über günstige Parkmöglichkeiten in der Nähe informieren und, wie die bekanntesten Chat Bots Siri und Google Now, auf unsere Frage, wie das Wetter wird, eine Antwort geben können.

Game Bots können wir in Online-Spielen begegnen. Dort werden sie von Spielenden dazu verwendet, bestimmte Aufgaben zu lösen, ohne dass die Spielenden selbst aktiv sein müssen. In vielen Ländern werden sie zum Kauf angeboten. KundInnen sind nicht selten Spielende, die mehrere Accounts im Spiel haben und zum Teil sogar mehrere Bots für sie spielen lassen. Sie werden für verschiedenste Spiele und Aufgaben programmiert, sodass sie zum Beispiel Kriege führen, ganze Levels durchspielen oder Gegenstände im Spiel sammeln, die die Spielenden an andere verkaufen. Game Bots sind nicht gerne gesehen, da sie nur schwer zu besiegen sind und bei beliebten Spielen in der Weltrangliste ganz oben stehen.


Angebot für Schulen und auẞerschulische Einrichtungen

Das InfoEck bietet in Kooperation mit Saferinternet.at Workshops für Schulklassen, Lehrende, Eltern und MitarbeiterInnen und Mitarbeiter in außerschulischen Einrichtungen an. Dabei wird individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Standorte und Zielgruppen eingegangen. Zur Auswahl stehen Klassenworkshops für Schülerinnen und Schüler, Elternabende und spezielle Trainings für Lehrende und Menschen, die in außerschulischen Institutionen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Alle Informationen gibt es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im InfoEck oder auf der Website von Saferinternet.


Links und Anlaufstellen

  • Arbeiterkammer Tirol Konsumentenschutz, Rechtsberatung bei Internetbetrug
  • BuPP Informationen zu digitalen Spielen und Auflistung empfehlenswerter Spiele
  • Internet Ombudsmann Kostenlose Online-Beratung vor allem zum Thema Online-Shopping
  • ISPA Kostenlose Informationen zur Förderung der Online-Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen
  • Kinder- und Jugendanwaltschaft Tirol Rechtliche und kostenlose Beratung für Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte
  • mimikama Internationale Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetmissbrauch und Meldestelle für verdächtige Internetinhalte
  • Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen Auflistung seriöser Online-Shops
  • Rat auf Draht Online-Beratung und Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche
  • Saferinternet Informationen zu aktuellen Trends, Gefahren sowie kostenlose Broschüren und Privatsphäreleitfäden zum Downloaden oder Bestellen
  • Stopline Anonyme Online-Meldestelle für illegales Material im Internet wie zum Beispiel kinderpornographische oder rassistische Inhalte. 
  • Watchlist Internet Informationen und Hilfe bei Internetbetrug


Aktualisiert:

09
2020

Tipp

App-Check

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