E-Sport zum Beruf machen


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Auf dem Bild sieht man zwei Videospiel-Controller in schwarz.

Jeden Tag 8 bis 12 Stunden Videospiele zocken und damit Geld verdienen – klingt irgendwie nach einem Traum. Für E-Sportler und E-Sportlerinnen wird dieser wahr: Es ist ihr Beruf zu spielen. Ob Pro Gamer und Pro Gamerin wirklich ein Traumjob ist und wie das alles abläuft, schauen wir uns jetzt etwas genauer an.

Zuerst die Basics – was ist E-Sport überhaupt?

E-Sport bedeutet elektronischer Sport und ist der Überbegriff für das professionelle Spielen am Computer. Diese Spiele werden in Wettkämpfen zwischen einzelnen Spielern oder Teams untereinander ausgetragen.

Zu den beliebtesten E-Sport Spielen zählen DOTA2, League of Legends, Counter Strike: Global Offensive, Fortnite und die FIFA Reihe. Sie stellen die einzelnen Disziplinen dar und sind sozusagen die Gegenstücke zu den Sportarten, wie zum Beispiel Fußball, Handball oder Tennis. Für viele ist das Spielen am Computer oder an der Konsole gar kein richtiger Sport. Den Gamern und Gamerinnen sieht man zwar keine körperlichen Anstrengungen während des Spielens an, in ihren Köpfen herrscht allerdings Hochbetrieb. Sie gehen Strategien durch, wählen geplante Taktiken aus und sprechen sich mit ihrem Team ab. Ähnlich wie beim Schach, findet der anstrengendste Teil des E-Sport in den Köpfen der Pro Gamer und Pro Gamerinnen statt.

Beim eSport Verband Österreich (ESVÖ) sind aktuell 40.000 Spielerinnen und Spieler registriert, wobei der Großteil männlich ist. Es gibt etwa fünf bis sieben Prozent weibliche Spielerinnen, abhängig vom Spiel. Allerdings ist die Zahl der tatsächlichen Spieler und Spielerinnen viel größer. Es gibt beim E-Sport in Österreich keine Pflicht, sich als Spieler oder Spielerin zu registrieren. Das ist ein großer Unterschied zu normalen Sportarten: Wenn ich Skirennen fahren will, muss ich Mitglied beim österreichischen Skiverband werden. Im E-Sport haben Jugendliche hingegen die Freiheit, einfach mitzuspielen, wenn sie wollen. (Quelle: karriere.at)

Wie wirst du zum Pro Gamer oder zur Pro Gamerin?

Eine Ausbildung im E-Sport gibt es nicht. Um ein Profi zu werden musst du, wie in jeder anderen Sportart auch, viel trainieren. Professionelle E-Sportler und E-Sportlerinnen trainieren deshalb bis zu 12 Stunden am Tag, um ihre Gaming-Fähigkeiten zu verbessern. Dabei sitzt du zwar viel vor dem Monitor, doch auch Sitzungen mit deinem Team, um zum Beispiel Taktiken durchzusprechen, gehören in den Zeitplan.

Damit du an Trainingseinheiten mit einem Profiteam teilnehmen kannst, solltest du talentiert sein und dich schon mehrere Jahre mit dem Gaming im Allgemeinen beschäftigt haben. Dazu gehört auch deine Ausrüstung wie Maus, Tastatur, Controller und Monitor. Ebenfalls musst du dich für ein spezielles Spiel entscheiden. Dieses Spiel solltest du dann in- und auswendig kennen.

Super wäre es auch, wenn du dir einen Trainingspartner oder eine Trainingspartnerin suchst, der oder die so gut wie du oder sogar besser spielt als du. Dadurch kannst du von der Person lernen und daraufhin trainieren, irgendwann zu gewinnen. Es ist auf alle Fälle wichtig, dass du das Training regelmäßig durchziehst.

Wenn du gar keine Lust auf das Training hast und es dir schwerfällt, solltest du dir überlegen, ob E-Sport das Richtige für dich ist. Das Ganze kannst du gut mit Leistungssport vergleichen: auch hier musst du ständig trainieren um dran zu bleiben. Teil des Trainings ist auch, dass du den besten Spielern und Spielerinnen der Welt beim Spielen zuschaust und so von ihnen lernst.

Wenn du dich bereit fühlst, kannst du an sogenannten Rangspielen teilnehmen und die interne Rangliste des Spiels aufsteigen. Zusätzlich kannst du dich zum Beispiel noch in einer Amateur-Liga des eSport Verband Österreichs anmelden und dort durch gute Leistungen auf dich aufmerksam machen. Mit etwas Glück wirst du dann von Teamleitern oder Teamleiterinnen sowie sogenannten Scouts zu einem Probetraining eingeladen. Dieses Probetraining ist eine Art Einstellungstest. Hier musst du beweisen, warum du in ein E-Sport Team gehörst und Profi werden willst. (Quelle: www.aubi-plus.at)

Was macht ein E-Sport Profi?

Die folgenden Tätigkeiten zählen zu den typischen Aufgaben eines E-Sport Profis:

Games spielen und Abläufe verbessern
Deine Haupttätigkeit als E-Sportler oder E-Sportlerin besteht natürlich darin, Games an einer Konsole, auf Mobilgeräten oder am PC zu spielen. So wie sich ein professioneller Basketballer oder eine professionelle Handballerin auf nur eine Sportart konzentriert, bist du in der Regel Experte oder Expertin für ein bestimmtes Multiplayer-Spiel. Je nach deinem persönlichen Geschmack entscheidest du dich für ein Game wie zum Beispiel Echtzeit-Strategie oder Sportsimulation, das du jeden Tag für viele Stunden spielst.

Probetrainings absolvieren
Oft bist du als angehender E-Sport Profi erst einmal auf dich allein gestellt und trittst in 1-gegen-1-Partien über das Internet an. Steigst du in internen Ranglisten weit nach oben und überzeugst zudem bei Turnieren, laden dich Teamleiter oder Teamleiterinnen sowie Scouts zu Probetrainings beziehungsweise größeren Castings ein. Bei diesen musst du dein Können auch unter besonderem Druck beweisen. Professionell geführte Teams achten darüber hinaus auf deine sozialen Fähigkeiten wie zum Beispiel deine Kommunikation und den Umgang mit den Mitspielern und Mitspielerinnen.

Im Team trainieren und Strategien üben
Neben dem individuellen Training, das du für dich alleine durchführst, stehst du bei teambasierten Games im Austausch mit deinen Mitspielern und Mitspielerinnen. In der Regel vereinbart ihr dazu spezielle Trainingszeiten, um gemeinsam zu spielen. Bevor ihr beginnt, findet erst eine Taktikbesprechung statt. Anschließend spielt ihr euch vor den eigentlichen Matches etwas warm. Dabei überlegt ihr, inwiefern ihr die besprochenen Strategien umgesetzt habt, was ihr noch verbessern könnt und ob jemand auf neue taktische Ideen gekommen ist.

An Turnieren und Gaming-Events teilnehmen
Das Highlight für dich als Profi sind die jährlich stattfindenden Turniere. Für diese reist du häufig um die ganze Welt. Du spielst alleine oder mit deinem Team live auf der Bühne. Dabei sitzt ihr allerdings in schallisolierten Kabinen, damit ihr vom Lärm des Publikums nicht gestört werdet. So ein Turnier bedeutet oft eine tolle Stimmung. Sei dir aber auch bewusst, dass solche Turniere für dich sehr anstrengend sein können.

Social Media Accounts pflegen
Je bekannter dein Name in der Gaming-Szene ist, desto wichtiger ist die regelmäßige Pflege deiner Social Media Accounts. Auf Facebook, Instagram oder Twitter hältst du Kontakt zu deinen Fans, berichtest über anstehende Turniere und sonstige Neuigkeiten aus deinem Profi-Alltag. Gegebenenfalls verlost du Werbeartikel, die dir Sponsoren zuschicken. Denn gerade als namhafter E-Sport Profi bist du ein wichtiger Werbeträger oder eine wichtige Werbeträgerin. Deine Anhänger und Anhängerinnen möchten beispielsweise genau die Ausstattung benutzen, die du verwendest, weil sie sich davon meist einen Spielvorteil erhoffen. Sollte es die Zeit zulassen, kannst Du darüber hinaus eigene YouTube- oder Twitch-Kanäle führen, auf denen du Gameplay-Videos von dir veröffentlichst beziehungsweise eigene Spielsessions live streamst. Wie ein Profi beim Leistungssport, hast du auch beim E-Sport eine gewisse Vorbildwirkung, da sich viele Fans mit dem identifizieren, was du machst. (Quelle: studycheck.de)

Was dich als Profi erwartet?

Wenn du einen der begehrten Plätze innerhalb eines E-Sport Teams bekommen hast, bekommst du ein festes monatliches Gehalt, das je nach Spielklasse unterschiedlich hoch ausfällt. Wenn du zu den Besten der Besten gehörst und dein Hobby zum Beruf gemacht hast, kannst du dein Leben damit finanzieren. Dein Gehalt kannst du zusätzlich durch das erfolgreiche Abschneiden bei E-Sport-Turnieren deutlich aufbessern. Sponsoren bezahlen dich und sorgen auch für eine entsprechende Ausstattung (PC, Controller, Monitor). Oft wohnst du während deiner E-Sport Karriere mit deinem Team in einem Haus zusammen, um die Trainingszeiten perfekt aufeinander abstimmen zu können.

Wie sind die Berufsaussichten?

Man muss sagen, dass auch bei Sportarten wie Fußball, viel Glück dazu gehört, ob du erfolgreich wirst oder nicht. Wenn du dieses Glück hast, wirst du vielleicht entdeckt. Die Berufsaussichten eines E-Sport Profis sind somit eher schwierig. Dies liegt zum einen daran, dass es eine sehr schnelllebige Branche ist und sich die Zukunft deswegen nur bedingt voraussagen lässt. Zum anderen benötigst du als E-Sportler oder E-Sportlerin beispielsweise eine hohe Reaktionsfähigkeit, weshalb deine Karriere meist mit einem gewissen Alter endet. In dieser Zeit sammelst du zwar zahlreiche Erfahrungen, diese qualifizieren dich jedoch nicht für einen bestimmten Job außerhalb der Szene. Deswegen solltest du deine berufliche Ausbildung nicht außer Acht lassen. Teilweise besteht auch die Möglichkeit, als Trainer oder Trainerin sowie Manager oder Managerin weiter im E-Sport-Bereich tätig zu sein.

Kurz zusammengefasst

Was spricht für den Beruf:

  • du kannst dein Hobby zum Beruf machen
  • bei großen Turnieren erwarten dich hohe Preisgelder
  • Unterstützung durch Fangemeinde
  • keine besondere Vorbildung notwendig

Was spricht gegen den Beruf:

  • nur sehr wenige schaffen den Sprung zum Profi, auf dem Weg dorthin opferst du sehr viel Zeit
  • kurze Karrierezeit als Spieler oder Spielerin
  • keine Erfahrungen, die dir in einem späteren Beruf helfen könnten
  • lange Arbeitstage

 


Aktualisiert:

07
2020

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