Soziale Netzwerke


In sozialen Netzwerken kannst du dich mit deinen Freundinnen und Freunden austauschen, neue Leute kennen lernen, Fotos und Videos mit anderen teilen und vieles mehr. Du präsentierst dich meistens mit einem eigenen Profil, in welchem du Informationen über dich preisgeben kannst, wie zum Beispiel deinen Wohnort, dein Geburtsdatum, deine Hobbys oder deine Interessen.

Überlege genau, welche Informationen, Fotos und Videos du online stellst und sei dir bewusst, dass sie für immer im Internet bleiben werden und von Anderen verwendet werden könnten.


Meine Bubble - deine Bubble

Eine Filterblase oder Informationsblase entsteht, sobald nur noch bestimmte Informationen in deinem sozialen Netzwerk, in deiner Timeline oder bei den Suchergebnissen angezeigt werden. Das heißt, du bekommst nur Informationen, die bereits zu dir passen - zu deinem Outfit, deinem Alter, deinem Musikgeschmack, deinen politischen Einstellungen und so weiter.

Viele Websites und soziale Plattformen verwenden Informationen über dich und deine Interessen um dir Angebote darzustellen, die zu dir passen. Es werden oft Informationen wie dein Standort, dein Suchverlauf, dein Klickverhalten aber auch deine Vorlieben, Interessen oder deine geposteten Bilder analysiert. Dies geschieht auch während du online bist und wird von sogenannten Algorithmen gemacht. Algorithmen sind Programme, die für dich den passenden Inhalt herausfinden. Sie funktionieren somit für dich wie ein Filter. Sie erzeugen die Filterblase, die oft auch Echokammer genannt wird.

Inhalt, der auf dich zugeschnitten ist kann zum Beispiel Werbung sein. Vielleicht ist es dir schon einmal passiert, dass du auf Amazon die neuesten Kopfhörer gesucht hast, die du kurz darauf auch auf Facebook angezeigt bekommen hast. Das geschieht auf Grund der Analyse deines online Verhaltens. Doch nicht nur Werbung ist personalisiert, auch die Suchergebnisse von Google werden beispielsweise auf dich abgestimmt. So werden Suchergebnisse, die relevant für dein Alter oder deinen Standort sind, zuerst angezeigt. Auch dein Newsstream auf Facebook und Instagram ist gefiltert. Es werden dir primär die Posts gezeigt, die laut Algorithmus am besten zu deinen Interessen, Hobbys und Einstellungen passen.

 

Filterblasen können Vorteile haben. Siehst du dir ein Produkt an und bekommst danach automatisch eine Information darüber, dass dieses Produkt beispielsweise in Aktion ist, kannst du davon profitieren. Experten und Expertinnen üben aber auch Kritik an der personalisierten Internetnutzung. Ein Nachteil ist, dass uns die gefilterte Suche davor bewahrt neue Ideen, Themen und wichtige Informationen zu bekommen. Des Weiteren kann sie den Eindruck erwecken, dass nur die Dinge existieren, die uns bereits bekannt, und von denen wir bereits überzeugt oder begeistert sind. Dies hat zur Folge, dass gegenteilige Meinungen, alternative Angebote oder zusätzliche Informationen gefiltert werden. Es kommt dabei zur "Echokammer", in der die Nutzerinnen und Nutzer immer wieder in ihrerer bereits bestehnden Meinung bestätigt werden.  Eli Pariser, ein bekannter Internetaktivist schreibt dazu: „Eine Welt, die aus dem Bekannten konstruiert ist, ist eine Welt, in der es nichts mehr zu lernen gibt“.

 

Jeder und jede befindet sich in einer Filterblase, manche sind schwächer, manche stärker. Wichtig ist, dass wir uns unserer Filterblase bewusst sind.

SaferInternet hat für dich 4 Tipps, die dir helfen können, aus deiner Filterblase auszubrechen:

  • Anderen Inhalten/Personen folgen: Gerade in sozialen Netzwerken ist es wichtig, auch Inhalten und Personen zu folgen/zu liken, mit denen man sich sonst eher nicht beschäftigt. Das können politische Parteien sein, die man nicht wählen würde oder aber auch Personen, deren Meinung man nicht unbedingt teilt.
  • Tools oder alternative Suchmaschinen nutzen: Die Nutzung von alternativen Suchmaschinen wie Duckduckgo oder Unbubble ermöglichen es ganz ohne Personalisierung, Informationen im Internet zu suchen. Alternativ lassen sich auch Add-ons wie Ghostery (auch als App verfügbar) installieren, welche das Tracking durch Facebook oder Google stark einschränken.
  • Quellen- und Medienkritik: Die Informationen, welche in den eigenen Sozialen Netzwerken dargestellt werden, sollten regelmäßig überprüft und hinterfragt werden. Gerade bei hoch emotionalen Themen ist man schnell verleitet, auch sogenannten Fake-News zu glauben.
  • Andere (analoge) Medien nutzen: Vertraue nicht alleine auf digitale Informationen! Andere Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio ermöglichen es, einen anderen Blick auf gewisse Dinge zu werfen und sich damit auseinanderzusetzen.

BOTS

Bots sind Computerprogramme, die dazu entwickelt wurden, um im Internet Aufgaben selbstständig zu erledigen. Was sie zu erledigen haben, bestimmen die EntwicklerInnen von Bots. Die bekanntesten unter ihnen sind „Social Bots“, „Chat Bots“ und „Game Bots“.

Wir können in sozialen Netzwerken Social Bots begegnen, die zum Beispiel vorgefertigte Kommentare unter Diskussionen hinzufügen. Sie machen den Anschein, als wären sie echte Menschen, weil sie auf das Thema einer Diskussion eingehen und sogar ein eigenes Profil haben, wie richtige Menschen. Meistens sind sie dazu da, um Diskussionen in eine bestimmte Richtung zu lenken, was oft bei Beiträgen von PolitikerInnen aber auch bei umstrittenen Themen passieren kann. Social Bots können so programmiert werden, dass sie von selbst regelmäßig Beiträge zu aktuellen Themen verfassen. Sie reagieren auf bestimmte Begriffe in Kommentaren von anderen UserInnen.

Im Gegensatz zu Social Bots sind Chat Bots in den meisten Fällen klar erkennbar, da es sich bei ihnen um Angebote handelt, die von Unternehmen programmiert wurden, um uns den Alltag zu erleichtern. Es gibt zum Beispiel Chat Bots, die uns an Termine erinnern, über günstige Parkmöglichkeiten in der Nähe informieren und, wie die bekanntesten Chat Bots Siri und Google Now, auf unsere Frage, wie das Wetter wird, eine Antwort geben können.

Game Bots können wir in Online-Spielen begegnen. Dort werden sie von Spielenden dazu verwendet, bestimmte Aufgaben zu lösen, ohne dass die Spielenden selbst aktiv sein müssen. In vielen Ländern werden sie zum Kauf angeboten. KundInnen sind nicht selten Spielende, die mehrere Accounts im Spiel haben und zum Teil sogar mehrere Bots für sie spielen lassen. Sie werden für verschiedenste Spiele und Aufgaben programmiert, sodass sie zum Beispiel Kriege führen, ganze Levels durchspielen oder Gegenstände im Spiel sammeln, die die Spielenden an andere verkaufen. Game Bots sind nicht gerne gesehen, da sie nur schwer zu besiegen sind und bei beliebten Spielen in der Weltrangliste ganz oben stehen.


Fake News

Fake News sind Meldungen, die absichtlich falsche und erfundene Inhalte wiedergeben. Wir kennen sie zum Beispiel von Satire-Seiten wie „Der Postillon“ oder „Die Tagespresse“ auf Facebook. Die Produzenten von Fake News denken sich also Geschichten aus, die eventuell ein paar reale Fakten beinhalten, und schreiben dazu einen Artikel. Wir finden Fake News zu verschiedensten Themen: PolitikerInnen und Parteien werden absichtlich besonders gut oder besonders schlecht dargestellt, Bilder, die schon Jahrzehnte alt sind, werden wieder benutzt um sie erfundenen Texten beizufügen. Fake News werden aber nicht nur für politische Zwecke geschrieben, sondern richten sich auch oft danach, was in den sozialen Netzwerken besonders oft geteilt wird. Wenn wir von „Fake News“ sprechen, ist es wichtig, dass wir diese nicht mit einseitigen Berichterstattungen verwechseln, da diese nur eine bestimmte Meinung vertrete oder sich auf falsche Quellen beziehen. Sie können beispielsweise auch über Geschehen schreiben, die sie selbst nicht vor Ort miterlebt haben, wodurch die Realität verzerrt werden kann.

Hier sind ein paar Tipps, wie du Fake News erkennen kannst:

  • Schaue oder frage nach der Quelle des Geschriebenen
  • Sei auch bei der Quelle kritisch und vergleiche sie mit anderen Quellen aus dem Internet Achte darauf, wer den Artikel verfasst hat, wen man damit erreichen will und was man damit bezwecken möchte
  • Bei Bildern kannst du die umgekehrte Bildersuche auf Google verwenden um den Ursprung des Bildes zu finden. Hier findest du eine Anleitung, wie die umgekehrte Bildersuche funktioniert.
  • Satire-Seiten erkennst du an der Information über die/den Seitenbetreiber/in oder in den FAQs (Abkürzung für „Frequently Asked Questions“, was übersetzt „Häufig gestellte Fragen“ bedeutet)

Zusammenfassend kann man behaupten, dass wir im Internet häufig auf Fake News oder Bots stoßen können, ohne sie als solche wahrzunehmen. Daher sollten InternetnutzerInnen alle Meldungen hinterfragen und verschiedene Quellen vergleichen, um solchen Fallen aus dem Weg zu gehen.

Wenn du weitere Informationen zu Fake News oder Bots haben möchtest, kannst du dich gerne persönlich, telefonisch oder per E-Mail an das InfoEck wenden!


Weiterführende Links:

  • Ob aktuell oft geteilte Berichte und Artikel wahr oder falsch sind, erfährst du auf mimikama
  • Auf Saferinternet.at erhältst du auch Informationen zu Fake News und ein Spiel, in dem es darum geht, Fake News zu erkennen
  • Zurzeit beteiligen sich die Tageszeitungen der österreichischen Bundesländer an der Initiative "#Respekt". Darin sammeln sie Artikel zu Fake-News und Hass. Auch die Tiroler Tageszeitung hat dazu einen Artikel veröffentlicht.
  • "Die Weltherrschaft": Mehrere deutschsprachige Sender haben ein Projekt gestartet, in dem es um Verschwörungstheorien im Zeitalter des Internets und der sozialen Netzwerke geht. Informiere dich dazu auf ihrer Website.
  • Außerdem gibt es ein sehenswertes Video zu Fake News und Social Bots von „explain-it Erklärvideos“ .

Fake-Profile und Hacker auf Facebook

Wie du sie erkennst und welche Gefahren lauern

Facebook-Profile können gehackt oder gar kopiert werden. Bei Kopien erstellen die Betrügerinnen und Betrüger Profile mit dem Namen, Profilfoto und Titelbild anderer Nutzerinnen und Nutzer. Es werden Freundschaftsanfragen an Personen versendet, die im echten Profil der Nutzerinnen und Nutzer in der Freundesliste aufscheinen. Die Anfragen werden häufig bestätigt, da die Freundinnen und Freunde der Meinung sind, die Person zu kennen.

 

Zwei Betrugsarten kommen besonders häufig vor

Die vermeintliche Freundin oder der vermeintliche Freund schreibt dir über Facebook eine Nachricht in der zum Beispiel steht, dass sie oder er gerade im Ausland ist und ausgeraubt wurde und dich darum bittet, ihr oder ihm Geld zu überweisen.

Eine andere Möglichkeit um an dein Geld zu kommen ist mithilfe deiner Telefonnummer und "Zong", einem Bezahldienst von Paypal online einzukaufen. Die Täterin oder der Täter gibt beim Einkaufen in einem Online-Shop deine Telefonnumer ein und fragt dich nach dem Code, welcher auf dein Handy geschickt wurde. Den gibt sie oder er anschließend in dem Online-Shop ein. Das Geld wird anschließend von deiner Handyrechnung abgezogen. Solltest du auf den Bezahlcode-Trick reingefallen sein, sichere alle Beweise und informiere die Polizei oder eine Anwältin oder einen Anwalt! (Quelle: mimikama)

 

Wie erkennst du Fake-Freundinnen und Fake-Freunde?

  • Solltest du eine Freundschaftsanfrage von einer Person erhalten haben, mit der du davor schon befreundet gewesen bist, kontrolliere ob das alte Profil der- oder desjenigen noch in deiner Freundesliste ist.
  • Wenn ja: Schreib der Person eine Facebook-Nachricht über ihr oder sein altes Profil! Frag sie oder ihn, ob das wirklich die gleiche Person ist, die dir die neue Anfrage geschickt hat oder ob es sein kann, dass das Profil kopiert wurde.
  • Bist du dir nicht sicher, ob es sich um die Person handelt, als die sie sich ausgibt, verlange Beweise: zum Beispiel über einen Anruf oder die Erzählung eines Ereignisses, dass ihr zusammen erlebt habt.
  • Sei skeptisch, wenn dich jemand über Facebook nach deiner Telefonnummer fragt und gib sie nicht weiter!

 

Was kannst du tun, damit die Gefahr gering ist, dass dein Profil kopiert wird?

  • Stelle bei allen Bildern und Videos sowie den Kommentaren ein, dass diese nur für deine Freundinnen und Freunde sichtbar sind. Profilbild und Titelbild sind immer öffentlich.
  • Verberge vor unbekannten Personen, die nicht mir dir befreundet sind, Informationen zu deiner Person im Profil: wie zum Beispiel Herkunft, Interessen und Beziehungsstatus.
  • Die Freundesliste sollte nicht für jede oder jeden sichtbar sein. Die Täterin oder der Täter weiß somit nicht, mit wem du befreundet bist und kann deshalb keine Freundschaftsanfragen verschicken.
  • Gib regelmäßig deinen eigenen Namen in die Facebook-Suchleiste ein um zu sehen, ob noch ein Profil von dir auf Facebook existiert.

Aktualisiert:

11
2017

Tipp

Facebook- und Instagram-Check

Alle InfoEck Standorte bieten einen kostenlosen Facebook-Check und Instagram-Check an. Wir schauen uns mit dir die Einstellungen auf Facebook und/oder Instagram an und zeigen dir wie du die Privatsphäre einstellst, damit deine Daten und Bilder nicht in falsche Hände geraten.

Wir helfen dir außerdem dabei, deine Daten von Facebook einzufordern oder wenn du dein Facebook- und/oder Instagram-Konto löschen willst.