Sexting


rotes Monster läuft in die Arme von einem Kondom

Was ist Sexting?

Der Begriff „Sexting“ setzt sich aus den Wörtern aus „Sex“ und „Texting“ (Englisch für das Senden von Textnachrichten) zusammen und bedeutet verschicken, tauschen und Speichern von Nacktaufnahmen über das Handy und den Computer. Sexting ist bei Jugendlichen sehr populär. Laut einer Befragung von Saferinternet.at aus dem Jahr 2015 haben 33% der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren selber schon einmal eine Nacktaufnahme geschickt bekommen und 16% schon einmal eine Nacktaufnahme verschickt. Sexting ist inzwischen auch Teil einer selbstbestimmten Sexualität von Jugendlichen. Bilder und Videos werden meistens innerhalb einer Beziehung verschickt. Auch beim Flirten steigt die Bedeutung von Sexting. Für 20% der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren gehört das Verschicken von freizügigen Aufnahmen zum Flirten dazu. Auch wenn Sexting wichtig ist für eine selbstbestimmte Sexualität von Jugendlichen und durchaus unproblematisch sein kann, sind durchaus auch sehr unangenehme Folgen für die Abgebildeten möglich. Besonders wenn die intimen Aufnahmen online verbreitetet werden. Daher ist es wichtig, sich hier richtig zu schützen und sich die Risiken bewusst zu machen.


Gibt es Safer Sexting?

Fakt ist: Wirkliches „Safer Sexting“ gibt es nicht! Freizügige Bilder und Videos von sich selbst sollten nicht sorglos verschickt werden.
Wenn man freizügige Bilder verschicken will, gibt es ein paar Dinge die man beachten kann, um die möglichen Gefahren einzuschränken:

Zeigen statt senden! Die Kontrolle über eigene Nacktfotos behält man am besten, wenn sie gar nicht aus der Hand gegeben werden. Am eigenen Smartphone oder Laptop können sie trotzdem gezeigt werden.

Zeige dein Gesicht nicht! Erotische Bilder sollten am besten so angefertigt werden, dass man selbst nicht eindeutig auf dem Foto zu erkennen ist. Entweder man lässt den Kopf oder das Gesicht auf dem Bild ganz weg oder man zeigt nur der Hinterkopf.

Lösche deine Fotos regelmäßig! Vor allem Nacktfotos sollten regelmäßig wieder vom Handy gelöscht werden. Das schützt vor neugierigen Blicken, falls das Smartphone einmal unbeobachtet herumliegen sollte, gestohlen wird oder verloren geht.

Wenn, dann speichere nur sicher! Wenn du freizügige Fotos speichern willst, stelle sicher, dass du die Kontrolle und auch den Überblick über deine Fotos hast. Sei dir auch bewusst, dass Cloud-Dienste nie vollkommen sicher sein können!

Mehr Tipps findest du auf der Website von Safer Internet


Was ist erlaubt beim Sexting?

Die rechtliche Situation rund um das Thema Sexting ist in Österreich nicht ganz einfach zu durchschauen. Pornografische Aufnahmen (als pornografisch bezeichnet der Gesetzgeber Aufnahmen auf denen die Geschlechtsorgane direkt zu sehen sind, auf denen sexuelle Handlungen angedeutet werden oder wenn die Aufnahmen erregend sein sollen)von Minderjährigen unter 18 Jahren gelten als Kinderpornografie und der Besitz, die Erzeugung und die Verbreitung solcher Inhalte ist daher illegal (§ 207a StGB –).

Es gibt in Österreich jedoch eine Ausnahme: Wenn die Person, die die Aufnahmen macht über 14 Jahre alt ist und die Aufnahmen freiwillig versendet UND die Person die die Aufnahmen empfängt über 14 Jahre alt ist und die Aufnahmen auch bekommen möchte, ist dies erlaubt. Diese Aufnahmen dürfen aber an keine anderen Personen geschickt oder gezeigt werden.

Detailierte Informationen dazu findest du auf der Website von sex-talks

Den genauen Gesetzestext vom Gesetzgeber kannst du dir auf der Website des Bundes anschauen 


Was tun wenn Fotos von mir verbreitet werden oder ich mit Fotos erpresst werde?

Du hast freizügige Fotos per WhatsApp oder Snapchat verschickt und diese machen nun in deiner Schule die Runde?
Jemand hat erotische Videos von dir ins Internet gestellt? Du wirst von Betrüger nach einem Video-Chat mit intimen Bildmaterial erpresst?

Jetzt ist rasches Handeln gefragt! Das Wichtigste ist, dass du aktiv wirst. Das Internet vergisst nicht. Fotos die einmal hochgeladen oder verschickt wurden, verbreiten sich sehr schnell und sind auch nach vielen Jahren noch zu finden. Die Plattform Safer Internet hat einen Leitfaden erstellt, in dem Schritt für Schritt erklärt wird, wie du in diesem Fall vorgehen kannst


Mehr zum Thema

Rat auf Draht: Auf der Website von Rat auf Draht findest du viele hilfreiche Informationen. Du kannst natürlich auch immer die kostenlose und anonyme Hotline 147 anrufen!

Sextalks: Diese Website wurde im Auftrag des Bundeskanzleramtes eingerichtet und gibt dir viele wertvolle Tipps, Tests ob gewisse Bilder gespeichert und geteilt werden dürfen und sie bietet auch eine anonyme Hotline an, wo du Fragen direkt über Whats App stellen kannst: +43 670 20 62 262

KiJa: Die Kinder und Jugendanwaltschaft berät dich zu allen rechtlichen Fragen die du vielleicht hast.

Stopline: Stopline ist eine Website, auf der du unter anderem Kinderpornografisches Material melden kannst und auch viele nützliche Informationen findest. 


Aktualisiert:

07
2018

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