Scamming


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Scamming – Was ist das?

Scamming ist das englische Wort für Vorschussbetrug und bedeutet frei übersetzt „Betrügen“. Es handelt sich um eine beliebte Betrugsform im Internet. Kriminelle nutzen die Gutgläubigkeit der Menschen, um schnelles Geld zu verdienen.

Wer von uns kennt sie nicht, die vielversprechenden Mails, die uns hohe Erbschaften, Millionengewinne oder günstige Kredite versprechen. Eine weitere Masche ist es, dass den Opfern eine Notlage vorgespielt wird, damit diese hohe Vorschusszahlungen leisten. Auch das sogenannte „Romantic-Scamming“ ist immer weiterverbreitet. Neue Bekanntschaften spielen einem dabei Zuneigung und große Gefühle vor. Über oftmals mehrere Wochen wird das Opfer in eine Online-Beziehung verwickelt, bis er oder sie emotional so verstrickt ist, dass die Betroffenen sich quasi verpflichtet fühlen zu helfen, wenn sie um Geld gebeten werden.

Egal welche Form des Scammings angewandt wird, es handelt sich ausnahmslos um leere Versprechen und das Geld landet ausschließlich in den Taschen der Betrüger oder Betrügerinnen. Der Ablauf dieser Betrugsform ist immer sehr ähnlich. Jemand kontaktiert dich unerwartet per E-Mail oder Chat und verspricht hohe Geldbeträge aus Erbschaften und Millionengewinnen oder Kredite zu unglaublichen Bedingungen. Unter Umständen spielt man dir binnen kürzester Zeit die große Liebe vor. Schenke den Nachrichten keinen Glauben! Du wirst mit Sicherheit unter Vorwänden wie Spesen, Steuern, Flugtickets, Identitätsbestätigungen, Notsituationen und Ähnlichem zu Vorauszahlungen gedrängt. Hast du das Geld erst einmal überwiesen, ist es praktisch verloren und du wirst von den Betrügern oder Betrügerinnen nie wieder etwas hören.

 

So lassen sich Scammer erkennen

  • Profile
    Romance-Scammer nutzen gestohlene Fotos von attraktiven Frauen oder Männern. Sie geben gerne an in sozialen oder in hoch angesehenen Berufen zu arbeiten. Als Herkunft geben Scammer oftmals Russland, Südamerika, Thailand, Afrika, aber manchmal auch Europa an. Sie kommunizieren in sehr gutem Englisch oder Deutsch.
  • Kontaktaufnahme
    Scammer verschicken oft knappe Mails in englischer Sprache von deutschen Mail-Adressen aus. Diese als Gefahr zu erkennen ist häufig sehr schwer, aber du solltest auf Nachrichten von Usernamen mit Sonderzeichen nicht reagieren, um dich zu schützen.
  • Inhalt der Mails
    Scammer wirken sehr interessiert und fragen ihre Opfer über Hobbys, Familie und Freunde aus. Zu häufige und übertriebene Liebeserklärungen und baldige Pläne für ein Zusammenziehen, eine Heirat oder Ähnliches können Anzeichen eines Betrugs sein. Diese Vorhaben sollen Geldüberweisungen rechtfertigen und vorgespielte Gefühle unterstreichen.
  • Verbindungen ins Ausland
    Scammer müssen häufig aus beruflichen oder familiären Gründen ins Ausland oder brauchen Hilfe, um vom Ausland wieder heimkehren zu können. Lasse dich unter keinen Umständen darauf ein, eine solche Reise zu finanzieren und mit Teilbeträgen zu unterstützen!
  • Bitte um Geld, Visum oder ein gemeinsames Konto
    Kopien von Ausweisen, Überweisungen, Einladungen nach Deutschland oder auch die Bitte um den Versand von Paketen an Dritte sind die Taktiken der Scammer, um ihre Opfer auszubeuten. Oftmals wird mit Selbstmord oder anderen Dingen gedroht, wenn sich das Opfer weigert Geld oder Daten zur Verfügung zu Stellen.
  • Scamming auf dem Wohnungsmarkt
    Die Betrüger bieten meist große, frisch renovierte Wohnungen zu Spottpreisen an, um mögliche Opfer, die möglicherweise in Not sind, anzulocken. Meist gibt es weder Besichtigungstermine noch eine Anfrage bezüglich wichtiger Unterlagen und es wird bereits nach einem kurzen Austausch ein gefälschter Mietvertrag verschickt. Lasse dich niemals auf ein so verdächtiges Angebot ein und zahle niemals im Voraus für eine Wohnung, die du noch nie gesehen hast!

 

Was tun, wenn du gescammt wurdest?

  • Sofort  jeglichen Kontakt abbrechen!
    Auch wenn es dir schwerfällt, lege dir am besten eine neue E-Mail-Adresse und unter Umständen auch eine neue Telefonnummer zu. Blockiere den Kontakt in deinen sozialen Netzwerken und melde das betreffende Profil umgehend dem Seitenbetreiber. Manchmal ist es sogar notwendig das eigene Profil vollständig zu löschen, um weiteren Kontaktversuchen aus dem Weg zu gehen.
  • Ignoriere alle Forderungen!
    Überweise kein Geld, sende keine Briefe oder Pakete weiter, löse keinesfalls Schecks ein, oder gib deine Daten weiter. Versuche bereits geleistete Zahlungen, wenn möglich, sofort rückgängig zu machen und lass‘ dich unter keinen Umständen unter Druck setzen!
  • Sichere Beweise!
    Das ist wahnsinnig wichtig! Kopiere und speichere zum Beispiel deine E-Mails oder Chatprotokolle, mache Screenshots von Profilen, mitgeschickten Fotos, Überweisungsbelegen oder Ähnlichem.
  • Du hast bereits Geld überwiesen oder verlangte „Gefälligkeiten“ erledigt?
    Dann wende dich an die Polizei. Die Strafverfolgung bei derlei Betrügereien ist zwar sehr schwierig, weil die Täter und Täterinnen in der Regel aus Nicht-EU-Ländern agieren. Trotzdem solltest du den Vorfall melden, weil du mit einer Anzeige auch weitere mögliche Opfer schützen kannst.

Aktualisiert:

09
2021

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