Wolf Haas - Junger Mann


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Buchcover Juger Mann, Wolf Haas
Autorenfoto Wolf Haas

Allgemein

Titel: Junger Mann
Autor: Wolf Haas
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Hoffmann und Campe
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-455-00388-8
Preis: € 22,00 (D) / € 22,70 (A)


Autor

Wolf Haas ist ein österreichischer Schriftsteller, welcher vor allem für seine Kriminalromane mit der Hauptfigur des Simon Brenner bekannt wurde. Geboren 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer, studierte Haas ab 1979 an der Universität Salzburg Psychologie, ab 1980 Germanistik und Linguistik. Seine Universitätskarriere schloss er mit der Dissertation zum Thema „Die sprachtheoretischen Grundlagen der Konkreten Poesie“. Von 1996 bis 2014 schrieb Haas neun Kriminalromane, sechs davon mit dem Detektiv Simon Brenner als Hauptfigur. Vier Teile des Brenner-Zyklus, „Komm, süßer Tod“, „Silentium!“, „Der Knochenmann“ und „Das ewige Leben“ wurden verfilmt. Der Krimi Ausgebremst (in dem Brenner nicht vorkommt) ist am Rande des Formel-eins-Zirkus angesiedelt. Der Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“ erschien 2006, „Verteidigung der Missionarsstellung“ 2012 bei Hoffmann und Campe. Wolf Haas lebt in Wien.


Handlung

Der "junge Mann", ein namenloser Ich-Erzähler, ist ein 13-jähriger Bursche mit "zu schweren Knochen". So würde es zumindest seine liebe Frau Mama nennen, die ganz entsetzt darüber ist, dass ihr Sohn abnehmen will. Schuld daran hat natürlich eine "junge Frau", die der Junge bei seinem Arbeitsplatz, einer Tankstelle, kennengelernt hatte. Diese ist aber nicht irgendeine junge Frau, sondern Elsa, die Ehefrau vom Tscho. Diesen kennt der Erzähler schon aus seinen Kindheitstagen, als er mit den Skiern Hügel runterbretterte und sich dabei nicht nur ein Mal den Arm brach. Zum Leidwesen seiner Figur, denn durch die geschenkte Schokolade nahm er immer weiter zu, bis er auf seine stramme 92 Kilogramm kam. Und genau diese überschüssigen Pfunde müssen jetzt weg, damit er der wesentlich älteren Elsa gefällt. Tscho hin oder her.


Persönliche Meinung

"Junger Mann" ist ein Erinnerungsroman, in dem Wolf Haas an seine eigene Kindheit in den 1970er Jahren zurückdenkt. Daher wirkt er auch durchwegs authentisch, ein wenig retro, aber nicht zu sehr. Denn jeder kennt diese Fantasien, die man als Jugendlicher hat, bei denen man sich möglichst genau so hinbiegen will, dass man der Liebsten bzw. dem Liebsten ja gefällt. Dabei fällt man selber irgendwie in einen sentimentalen Rausch, wobei ich die 70er ja nie persönlich kennengelernt habe. Die Verhaltensweise von Teenies und die Liebe haben sich aber wohl seither kaum verändert. Scheint es zunächst eine ein wenig seichte Sommer-Liebeslektüre zu sein, so entwickelt sich der Roman in seinem weiteren Verlauf zu einer Art Roadtrip-Geschichte, die den Tscho sowie den Ich-Erzähler sogar bis nach Griechenland führt. Dazwischen bekommt man Einblicke in das Familienleben des jungen Mannes, dessen alkoholsüchtiger Vater in der Irrenanstalt ist, und der Elsa, die nicht gut Englisch sprechen kann, es aber gerne lernen würde.

Lieb und lustig, teilweise auch ein wenig spannend, so könnte man die Geschichte in aller Knappheit zusammenfassen. Dennoch kommt weder der Witz, noch der Unterhaltungsfaktor an den der Brenner-Romane ran!


Aktualisiert:

07
2021

Tipp

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