Tomi Adeyemi - Children of Blood and Bone - Goldener Zorn


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Cover Children of Blood and Bone

Allgemein

Titel: Children of Blood and Bone - Goldener Zorn
Autorin: Tomi Adeyemi
Übersetzt von: Andrea Fischer
Erscheinungsjahr: 2018
Seitenzahl: 624 Seiten
ISBN: 978-3-8414-4029-7
Preis: € (D) 18,99 | € (A) 19,60


Autorin

Tomi Adeywmi ist eine nigerianisch-amerikanische Autorin. Sie studierte in Harvard englische Literatur und in Brasilien westafrikanische Mythologie und Kultur. 2018 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Children of Blood and Bone“. Die Filmrechte dafür hat sich schon 20th Century Fox gesichert. Die Autorin recherchierte zwei Jahre für ihren ersten Roman. Sie lebt und schreibt in San Diego.


Handlung

Im westafrikanischen Land Orisha gab es früher Magie, die von Menschen mit dem Namen Maji ausgeführt wurde. Sie stammten aus dem Volk der Dîviné und mit ihrer Magie herrschten manche Maji über Elemente wie Wasser und Feuer, andere konnten Gedankenlesen oder hatten sogar Macht über Leben und Tod. Aber nicht alle benutzten ihre Magie der Götter um Gutes zu tun und so kam es dazu, dass in der grausamen Blutnacht, alle Magie ausgelöscht wurde. Nun herrscht König Saran über Orisha, ein Koridian, mit heller Haut und dunklem Haar (im Gegensatz zu den dunkelhäutigen und weißhaarigen Maji). Von den ehemals starken Maji ist nur noch das unterdrückte Volk der Dîviné übrig, die zwar Maji werden hätten können, aber da die Magie verschwunden ist, machtlos sind.

Auch Zélies Mama ist der Blutnacht zum Opfer gefallen und dieser Verlust hat schwere Spuren in Zélie hinterlassen. Die junge Dîviné lebt mit ihrem Bruder und ihrem Vater in einem armen Dorf, wo sie trotz der Unterdrückung des Königs versucht, sich gegen unfaire Handlungen zu wehren. Durch eine Reihe von Zufällen trifft sie auf Prinzessin Amari, die mit einem magischen Maji Artefakt in der Hand aus dem Palast flieht. Zélie ist gezwungen, sie mit in ihr Dorf zu nehmen. Dort ist schnell klar, dass sie so schnell wie möglich verschwinden müssen, da Amaris Bruder, Kronprinz Inan, und seine Soldaten auf der Suche nach der Prinzessin und der magischen Schriftrolle sind. Denn mithilfe der Schriftrolle haben sie die Möglichkeit, die Maji Magie zurückzuholen, was das Königshaus um alles in der Welt vermeiden möchte. Gemeinsam mit Zélies Bruder Tzain und ihrer Löwenesse begeben sich die beiden auf ein Abenteuer für die Magie, stehen aber dauerhaft im Wettlauf mit der Zeit.


Persönliche Meinung

Als ich das Buch anfing, dauerte es für mich gute 100 Seiten, um in Schwung zu kommen, denn durch die vielen unbekannten Begriffe wurde die Vorgeschichte des Buches erst mit der Zeit schlüssig. Später dann wurde das Buch fesselnd und ich konnte mich nur schwer von den Seiten lösen. Erzählt wird größtenteils von Zélie und Amaris, aber auch Kronprinz Ian hat in einigen Kapiteln die Rolle des Erzählers.

Zu Beginn des Buches bekommt man Einblicke in das Leben von Zélie und auch Amaris‘ Schicksal wird kurz erläutert. Zwar werden viele Grausamkeiten erwähnt (zum Beispiel, wie die Dîviné misshandelt oder Diener im Palast bestraft werden), jedoch sind diese meines Erachtens wenig ausgeschmückt und gehen einem dadurch weniger zu Herzen. Am Ende des Buches gibt es dann eine Anmerkung der Autorin, die diese Grausamkeiten im Buch mit der Unterdrückung der schwarzen Menschen in den USA durch Polizisten vergleichen. Auch wenn ich solche Themen in Büchern unterstütze, fand ich es bei diesem Fantasy Buch einfach ein wenig fehl am Platz. Meines Erachtens bringen realitätsnähere Bücher wie „The Hate U Give“ diese Botschaft einfach viel besser zu den Lesern.

Wie gesagt, das Buch fesselte mich trotzdem sehr, aber zum Ende hin wurde es etwas verwirrend. Die gesamte Geschichte ist in einer Welt angesiedelt, in der eigentlich keine Technik vorkommt und die von den Göttern irgendwie gesteuert wird. Nichtsdestotrotz kommt in den letzten Kapiteln auf einmal wie selbstverständlich ein Motorboot vor, obwohl der Rest des Buches gefühlt am technischen Stand des Mittelalters ist. Auch das schon zuvor erwähnte „Abschlachten“ vieler Personen misslang ein wenig, denn es kam ziemlich kaltblütig rüber, besonders weil die Charaktere nie wirklich Verlust, Schmerz und Trauer verspürten sondern wenn überhaupt entsetzen. Letztlich fand ich den Epilog gemein: Er endet mit einem riesigen Cliffhanger (einem offenen Ende). Das ist zwar oft spannend und animiert zum Weiterlesen, hier empfand ich es aber leider als ein wenig nervig und künstlich.

Zusammenfassend gefiel mir zwar die Grundgeschichte, einige Details störten mich jedoch ein bisschen. Ich finde die Aufregung und den (positiven) Rummel, der um die Veröffentlichung dieses Buches gemacht wurde etwas übertrieben, denn es gibt einige durchdachtere und unscheinbarere Bücher, die mir persönlich mehr zusagen. Aber vielleicht lösen sich die Unklarheiten im nächsten Buch auf, denn für dieses ist schon ein guter Grundstein gelegt worden. Tendenziell gefällt „Children of Blood and Bone – Goldener Zorn“ sicher Mädchen besser, aber alle ab 13 oder 14 Jahren können ja hineinschnuppern und sehen, ob dieses Buch etwas für sie ist.


Aktualisiert:

04
2021

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