Thomas Brezina-Schatten der Zukunft


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Buchcover Schatten der Zukunft, Thomas Brezina

Allgemein

Titel: Knickerbocker 4 immer - Schatten der Zukunft
Autor: Thomas Brezina
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Ecowin
Seiten: 400
ISBN: 9783711052452
Preis: € 20,00 (D/A)


Autor

Wer kennt ihn nicht: Thomas Brezina, wohl die Kindheitslegende schlechthin. Der 1963 geborene Kinder- und Jugendbuchautor ist auch Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent. Schon mit 15 Jahren gewann er den „Großen Österreichischen Jugendpreis“ und arbeitet seitdem mit ganzer Leidenschaft für das österreichische Kinderfernsehen (darunter fallen beispielsweise der Forscherexpress, 7 Wunder oder Tom Turbo). Bekannt wurde er außerdem für die Buchreihen Knickerbocker-Bande oder Sieben Pfoten für Penny. Insgesamt hat er bereits mehr als 550 Bücher geschrieben, die in rund 35 Sprachen übersetzt wurden. Seit Ende 2010 gestaltet Thomas Brezina das Kinderprogramm „okidoki“ im ORF. Nebenbei engagiert sich der Autor für Tiere und ist seit 1996 Botschafter von UNICEF. Und nicht zu vergessen ist sein außerordentlich unterhaltsamer Instagram-Account, den er mit viel Liebe und Witz gestaltet.


Handlung

Nach den Erlebnissen der Knickerbocker Bande auf Canon Island ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende. Alle vier wollen sich bei Dominik in New York treffen. Doch einen Tag bevor das langersehnte Treffen stattfinden soll, verändert sich für die vier mittlerweile erwachsen gewordenen Detektive einfach alles. Dominik erhält plötzlich die Chance seines Lebens: eine unerwartete Anfrage lässt ihn nach London reisen. Seine Freunde müssen kurzfristig umdisponieren und ihr Reiseziel ebenfalls dorthin verlegen. Poppi erfährt etwas Unglaubliches, das sie emotional schwer trifft. Und auch bei Lilo und Axel, die nach Band 1 vermeintlich auf einer rosaroten Liebeswolke schweben sollten, ist alles andere als alles in Ordnung. Alle vier Knickerbocker-Bande-Mitglieder starten in diesem Roman emotional schwer belastet (teilweise mit fast schon übertriebenen, Teenie-Gefühlsausbrüchen) und nehmen allerlei Ballast mit auf ihre Reise. Geheimnisse und viel Ungesagtes stehen im Raum und lassen oftmals die Gefühle hochkochen. Doch das all diese scheinbar privaten Probleme zu einem größeren gehören, davon geht am Anfang des Romans noch keiner aus. Denn in San Diego plant ihr bereits aus Band 1 bekannter Gegenspieler einen teuflischen Plan.

In London angekommen, werden die Knickerbocker in einem alten Haus untergebracht, arrangiert von Dominiks Agenten. Dort wollen sich Lilo, Axel und Poppi mit Dominik treffen, der gerade ein Casting für den neuen James Bond hat. Doch dann überhäufen sich die Ereignisse. Dominik wird überfallen und Poppi findet einen unbekannten Datenstick, dessen Inhalt sie für einen Millionendiebstahl von Kryptowährung verantwortlich macht. Hinzu kommt noch der mysteriöse und geheimnisvolle Hausbesitzer, der oft unerwartet und unangekündigt im Haus erscheint. Völlig ratlos was eigentlich um sie herum geschieht, werden die Knickerbocker in einen Strudel gezogen, der sie kaum aus diesem bis ins kleinste Detail ausgetüftelten Racheplan entweichen lässt. Außerdem ist eine ungeheure Vielzahl an Personen an diesem Plan beteiligt. Da verliert man als Leser schon manchmal ein wenig die Orientierung. Denn irgendwie sind doch alle miteinander verbunden? Die Frage ist nur, wie?


Persönliche Meinung

Der erwachsene Knickerbocker-Roman ist wie schon sein Vorgänger ein Roman für eingefleischte Fans. Man taucht wieder ein Stück in seine Kindheit ein, kann sich aber auch ein wenig mit seinen mittlerweile erwachsen gewordenen Helden identifizieren. Stellenweise erinnern sie aber mehr an Pubertierende mit brutalen Gefühlsausbrüchen. Die Bande wirkt in diesem Roman oftmals sehr hilflos, es gibt kaum wirkliche Geistesblitze oder einfallsreiche Ideen. Sie stolpern vielmehr der Handlung hinterher und sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Kaum jemand findet einen klaren Gedanken, der vermuten lässt, dass die meisten dieser komischen Ereignisse irgendwie miteinander zusammenhängen.
Auch die künstlich erzeugte Spannung (z. B. was ist zwischen Axel und Lilo los) wird bis ins Unermessliche hinausgezerrt. Wenn man dann die Auflösung erfährt, ist man fast schon enttäuscht, weil es doch weniger spannend oder ideenreich als erwartet.

Insgesamt ein recht solider Roman, der nichts für neue Fans ist, jedoch eingefleischten Fans ein wenig in alten Erinnerungen schwelgen lässt.


Aktualisiert:

04
2021

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