Sten Nadolny - Das Glück des Zauberers


Buchcover Das Glück des Zauberers

Allgemein

Titel: Das Glück des Zauberers
Autor: Stan Nadolny 
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Piper Verlag
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-492-05835-3
Preis: 22,00 € (D) 22,70 € (A)


Autor

Sten Nadolny wurde 1942 nördlich von Berlin geboren und wuchs in Berlin und am Chiemsee auf. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ ist sein bekanntester Roman, der 1983 erschien und ein Welterfolg wurde. Er lebt und schreibt heute in Berlin.


Handlung

Als der Meisterzauberer Pahroc entdeckt, dass seine Enkelin Mathilda auch seine Gabe des Zauberns besitzt, schreibt Pahroc, Hauptfigur und Ich-Erzähler, im Alter von über hundert Jahren, zwölf lange Briefe an Mathilda. Seine Briefe sind sein Vermächtnis an seine Enkelin und er will sie damit in die Welt der Zauberkünste einführen, ohne die Rezepturen preiszugeben. Dies wäre zu gefährlich, könnten diese doch in die falschen Hände geraten! Mathilda darf die Briefe erst lesen, wenn sie volljährig geworden ist und dann soll sie auch entscheiden, ob diese Briefe veröffentlicht werden sollen.

In jedem Kapitel erzählt Pahroc seiner Enkelin von einer anderen Fähigkeit, die er als Zauberer erworben hat. Es beginnt mit der Fähigkeit, „einen langen Arm” zu machen, er erzählt vom Schönheitszauber, dem Fliegen, wie es ist, sich unsichtbar zu machen, durch Wände zu gehen und schließlich: Weisheit zu erlangen.

Pahroc gehört zu den Großen seines geheimen Faches und ist mit einer reichen Biografie ausgestattet, von der er erzählt: Als Sohn eines Paiute-Indianers und einer deutschen Tänzerin entwickelt er sich zum Technikfreak, stößt bereits in den Dreißigerjahren auf Voraussetzungen der Digitalisierung, schlägt sich als Elektriker, Privatpilot, Küster und Organist durch. Doch wie jeder Zauberer hat auch Pahroc einen Gegner: Schneidebein, seinen Zauberkollegen aus Kindheitstagen, der sich zu einem fanatischen Nazi entwickelt und Pahroc nach dem Leben trachtet. Der dann schon älter werdende Pahroc berichtet weiters aus seiner Perspektive über das Entstehen der westdeutschen Bundesrepublik, den Ungarn-Aufstand, über die deutsche Wiedervereinigung. Auch wird die jüngere Zeit teilweise technikkritisch beschrieben.


Persönliche Meinung

Dieses Buch basiert auf einer interessanten Idee. Es hätte ein zauberhaftes oder zumindest spannendes Buch werden können, doch ich fand diese Geschichte leider langatmig, um nicht zu sagen sehr langweilig. Statt eines erfahrenen Zauberers spricht ein briefeschreibender Opa von seinen Erfahrungen. Die Passagen, in denen über Schönheit, Liebe oder über das Glück reflektiert wird, sind behäbig und fad. Es gibt einige nette Einfälle zwischen der Realität und Verzauberungsfähigkeit, wie zum Beispiel die Liebe verzaubern kann. Aber leider überschattet die restliche Erzählung diese paar netten Ideen. Besonders verglichen mit Nadolnys Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ (der sehr wortgewaltig und stark ist) finde ich dieses Buch leider umso fader.

- Berit Neumayr, verfasst am 08.01.2018


Das Buch wurde von der Buchhandlung liber wiederin zur Verfügung gestellt


Aktualisiert:

06
2018

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