Maren Gottschalk - Schluss. Jetzt werde ich etwas tun


Buchcover von Maren Gottschalk's "Schluss. Jetzt werde ich etwas tun. Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl"
Maren Gottschalk - Schluss. Jetzt werde ich etwas tun. Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl

Allgemein

Titel: Schluss. Jetzt werde ich etwas tun - Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl
Autorin: Maren Gottschalk
Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: Beltz&Gelberg
Seitenanzahl: 264
ISBN: 978-3-407-81122-6
Preis: € 16,95


In „Schluss. Jetzt werde ich etwas tun“ befasst sich die Autorin Maren Gottschalk mit dem Leben der jungen Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Anhand mehrerer Quellen, darunter neben Sophies Tagebuch auch jenes ihrer Schwester Inge, versucht die Autorin Sophies Leben zu rekonstruieren und Antwort auf die Frage zu finden, wie aus der begeisterten HJ-Anhängerin eine Gegnerin des NS-Regimes wurde.

Das Buch beginnt mit einem sehr kurzen Überblick ihres Lebens. Hier werden Sophies Gefühle und Gedanken beschrieben, allerdings weiß man heute nicht, ob sie sich wirklich so fühlte wie beschrieben. Dieses erste Kapitel ist sehr literarisch geschrieben und lehnt sich an keine Quellen der damaligen Zeit. Am Ende des Kapitels werden viele Fragen gestellt, denen auf den folgenden 273 Seiten auf den Grund gegangen wird. Darunter auch die zentrale: Wer war Sophie Scholl?
Nach dem Tod von Inge wurden Tagebücher und Briefe für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese zeigen Sophie Scholl in einem neuen Licht. Der Widerspruch in ihrer Person fällt einem sofort auf. Erst bei der Hitlerjugend und dann Widerstandskämpferin? Weiters gibt es eine komplizierte Liebesgeschichte zwischen ihr und Fritz Hartnagel. Wie in ihrem Tagebuch steht, ist Sophie hin und her gerissen, was ihre Liebe zu ihm betrifft. In den Briefen, die sie an ihn schreibt, ist sie aber nie so deutlich und traut sich selten ihre wahren, verwirrenden Gefühle ihm gegenüber anzusprechen. Aufgewachsen mit liebenden Eltern und vier Geschwistern wurde Sophie nach christlichen Werten erzogen. Der Vater war selbst politisch tätig, allerdings nicht auf der Seite der Nationalsozialisten. Deshalb war er auch wenig begeistert, dass seine drei ältesten Kinder Hans, Inge und Sophie sich so begeistert der Hitlerjugend zuwandten. Trotzdem ließ er es zu. Tatsächlich begannen alle drei schließlich am Regime zu zweifeln, im Falle von Hans und Sophie sogar dagegen zu arbeiten.

Das Buch zeigt deutlich, wie schwierig es ist, Geschichte zu rekonstruieren. Es gibt so viele Fragezeichen, trotz all der Quellen, die einem zur Verfügung stehen. Man wird nie genau wissen, wie es Sophie in ihren letzten Stunden wirklich ging. Auch Zeitzeugenaussagen sind mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht erinnern sich die Personen falsch oder versuchen bewusst, jemanden in ein anderes Licht zu rücken. Mir jedenfalls hat das Buch sehr gut gefallen. Da ich allgemein sehr an Geschichte interessiert bin, spricht mich das Thema an. Von Sophie Scholl selbst wusste ich noch gar nichts, doch jetzt habe ich das Gefühl, einen umfangreichen Einblick in ihr Leben bekommen zu haben. Nicht nur in ihr Leben, auch in ihre Gefühle und Ängste, die sie in ihrem Tagebuch beschrieb. Durch den Schreibstil der Autorin wirkt das Buch an manchen Stellen wie ein Roman. Immer wieder musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass es sich bei Sophie Scholl um eine reale Person handelte. Ich empfehle das Buch allen, die auch mit Geschichte etwas anfangen können. Ist dieses Interesse nicht da, könnte das Buch etwas langweilig sein.

- Hannah Kriwak


Das Buch wurde von der Buchhandlung liber wiederin zur Verfügung gestellt.


Aktualisiert:

12
2017

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