Livia Klingl - Biedermeiern


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Buchcover Biedermeiern Livia Klingl
Autorenfoto Livia Klingl

Allgemein

Titel: Biedermeiern
Autorin: Livia Klingl
Erscheinungsdatum: 20. Februar 2019
Verlag: Kremayr & Scheriau
Seitenanzahl: 128
ISBN: 978-3-218-01164-8
Preis: € 12,90 (A/D)


Autorin

Livia Klingl wurde 1956 in Wien geboren. Nach ihrem Grafik- und Französisch-Studium begann sie für den ORF zu arbeiten. Anschließend wechselte sie zum Standard und später zum Kurier. Besonders bekannt sind die Bücher
„Wir können doch nicht alle nehmen! Europa zwischen „Das Boot ist voll“ und „Wir sterben aus“
und „Lauter Fremde! Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht“.


Hintergrund zum Buchtitel

Die Zeit zwischen Ende des Wiener Kongresses bis zu den bürgerlichen Revolutionen im 19. Jahrhundert wird als Biedermeierzeit bezeichnet. Politisch fällt die Biedermeierzeit in eine Epoche der Wiederherstellung. Die Verhältnisse, welche vor der Französischen Revolution geherrscht hatten, sollten wiederhergestellt werden. Politische Beteiligung wurde stark eingeschränkt, Veröffentlichungen aller Art wurden zensiert. Dies führte dazu, dass sich das Bürgertum in den Privatbereich zurückzog und dort politische Debatten abhielt, musizierte und sich mit Kunst beschäftigte.

Ein Biedermeier ist jemand, der sich anpasst, ohne sich öffentlich aufzuregen. Die Autorin will „biedermeiern lernen, diesen rückzug ins private, weil das politische nicht dem entspricht, was es sein sollte“


Inhalt

Das Buch beginnt mit dem 16. Oktober 2017, dem Tag nach der Nationalratswahl. Die Autorin beschreibt in Tagebuchform Begegnungen in ihrem Alltag und kommentiert das politische Tagesgeschehen. Sie berichtet über ihre Erfahrungen mit den „bösen“ Geflüchteten und kritisiert die Selbstbeweihräucherung der neuen Regierung. Kurze Gedichte, humorvolle Karikaturen und Fotos runden Klingls charmanten Schreibstil ab. Das Buch endet damit, dass der Facebook-Account der Autorin wegen „Hassrede“ gesperrt wird, weil sie auf einen rassistischen Kommentar mit einem Vorschlag zur grammatikalisch richtigen Schreibweise antwortet.


Persönliche Meinung

Auch, wenn die 2017 gewählte Regierung mittlerweile zerbrochen ist, ist das Buch weiterhin sehr lesenswert. Es gibt einen kurzen, humorvollen Überblick über die Veränderungen, die im ersten Jahr der Regierung vollzogen worden sind: Vom 12-Stunden-Tag über die Pferdepolizei bis hin zur Kassenreform. Zudem macht die Autorin den immer stärker werdenden Hass in sozialen Netzwerken sichtbar und lädt dazu ein, sich kritisch damit auseinander zu setzen. Besonders gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin, welcher sehr locker und unterhaltsam ist. Auch die vielen Karikaturen sind meiner Ansicht nach ein weiteres Highlight des Buches. Ich kann das Buch jeder/jedem die/der sich für Politik in Österreich interessiert, wärmstens empfehlen.


Aktualisiert:

09
2021

Tipp

Mit Ende des Jahres wird das Projekt "MeiTeam" beendet. Die Berichte kannst du aber noch hier lesen.