Alejandro Zambra - Multiple Choice


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Allgemein

Titel: Multiple Choice
Autor: Alejandro Zambra
Originalsprache: Spanisch
Originaltitel: Facsimil
Übersetzerin: Susanne Lange
Erscheinungsjahr: 2018
Seitenanzahl: 109
ISBN: 978-3-518-42831-3
Preis: € 18,00 (D) / € 18,50 (A)


Autor

Alejandro Zambra wurde 1975 in Chile geboren. Er gilt als einer der bemerkenswertesten chilenischen Schriftsteller seiner Generation. Seinen schriftstellerischen Durchbruch schaffte er 2006 mit seinem Debütroman Bonsai. In seinen Romanen beschäftigt er sich besonders mit dem Aufwachsen in der Pinochet-Diktatur in Chile.


Hintergrund zum Buch

Am 11. September 1973 kam es in Chile zu einem durch die USA unterstützten Militärputsch. Dabei wurde die demokratisch gewählte, sozialistische Regierung unter Präsident Salvador Allende gestürzt. Chile wurde in eine Militärdiktatur umgewandelt und von Augusto Pinochet bis zum Jahre 1990 regiert. Der Putsch in Chile gilt als bedeutendes Ereignis im Kalten Krieg und hatte große Bedeutung für die kubanische Revolution.


Inhalt

Der Inhalt des Buches ist schnell erklärt: Es beinhaltet den akademischen Eignungstest, welcher für die Aufnahme an einer Universität in Chile verpflichtend ist, in seiner bis 1994 (also bis vier Jahre nach Niedergang der Militärdiktatur) gültigen Fassung. 90 Multiple-Choice-Fragen. Fünf Abschnitte. Komplett unkommentiert. Kommentare braucht es auch nicht. Das Buch spricht für sich selbst und wirft Fragen auf. Bringt die Leserin / den Leser dazu sich mit der chilenischen Geschichte auseinanderzusetzen.

Der Test enthält Fragen, bei denen die Lösung gefunden werden kann und andere Aufgaben mit fünf gleichen Antwortmöglichkeiten, welche schlicht und einfach unlösbar sind. Andere Fragestellungen verstören mit ihrer Formulierung: Es geht um Krieg, Tod, Krankheit und Mord. Man bekommt das Gefühl, dass dies für die Getesteten alltägliche Themen sein mussten.

Je mehr man vom Buch liest und versucht die Aufgaben zu lösen, desto mehr versteht man den Sinn hinter der Fragenstellung: Möglichst wenigen Zugang zu Universitätsbildung zu gewähren, denn Intellektuelle hatten schon immer einen Hang dazu Dinge zu hinterfragen.


Persönliche Meinung

Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, erwartete ich anderes. Ich rechnete mit einem Roman. Einer Geschichte. Multiple Choice ist nichts davon. Es ist die Möglichkeit sich mit der Entwicklung einer Demokratie zu befassen, die zur Diktatur wurde. Ein Thema, das heute aktueller ist den je. Es zeigt auf, warum Bildung so wichtig ist, für den Fortbestand eines freien Staates. Deshalb finde ich es ist ein Muss für jede / jeden, der verstehen möchte, wie Diktaturen funktionieren können.


Aktualisiert:

02
2019

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