Alyssa Sheinmel - Faceless


Buchcover Faceless

Allgemein

Titel: Faceless
Autorin: Alyssa Sheinmel
Übersetzt von: Jessika Komina, Sandra Knuffinke
Erscheinungsjahr: 2017 
Verlag: Hanser Literaturverlag
Seitenzahl: 352 Seiten
ISBN: 978-3-446-25703-0
Preis: 18,00 € (D) 18,50 € (A)


Autorin

Alyssa Sheinmel wurde in Kalifornien geboren und zog im Alter von sechs Jahren nach New York. Sie liebte das Lesen schon immer und wenn sie nichts zum Lesen hatte schrieb sie Geschichten, um diese dann lesen zu können. Und hatte sie kein Papier, so dachte sie sich eben Geschichten aus. In der Schule und auch später im College hatte sie Lehrer, die sie sehr förderten und so arbeitete sie auch nach dem Studium als Literaturargentin und bei einem Verlag, bis sie schließlich selbst Bücher schrieb.


Handlung

Maisie hat den „perfekten Freund“, eine geniale beste Freundin und ist das Nachwuchstalent der Schule im Laufen mit Aussicht auf ein Stipendium.
Doch dann ändert sich eines Morgens alles: Maisie wird beim Laufen von einem Sturm überrascht, von einem Funkenregen, der von einer Oberleitung ausgeheht, verbrannt und wacht einige Wochen später im Krankenhaus aus dem künstlichen Koma auf. Sogleich muss sie einen großen Schock erleben: Sie hat schlimmste Verbrennungen am Körper und ihr Gesicht ist von den Wangen bis zum Hals „geschmolzen“ – bei einem Blick in den Spiegel erkennt sie sich selbst nicht wieder. Doch sie hat Glück und bekommt eine Gesichtstransplantation, in der ein Teil des Gesichts einer Fremden die verbrannten Teile des ihren ersetzen. So beginnt ein mühsamer Weg mit vielen Medikamenten, zahlreichen Arztterminen und Physiotherapie-Stunden.
Doch auch ansonsten ist ihr Leben nicht mehr wie früher: Jetzt, mit einem „neuen Gesicht“, bleiben ihren Mitschülern die Münder offen stehen und nicht einmal sie selbst schafft es, sich selbst in einem Spiegel ins Gesicht zu sehen.

Während Maisie dauerhaft zu hören bekommt, was für ein Glück sie doch habe, den Brand überlebt zu haben, nur am halben Körper Verbrennungen dritten Grades davontragen zu müssen und eine Gesichtstransplantation so schnell zu bekommen, ist sie alles andere als „glücklich“ – im Bewusstsein, dass ihr Freund nur aus Mitleid bei ihr bleibt, dass sie nie wieder Sommersprossen auf ihrer Nase haben wird und dass sie immer von Mitmenschen mit der Maisie vor dem Unfall verglichen werden wird. Sie sucht nach Wegen und Möglichkeiten, wieder „sie selbst“ zu werden und beginnt dabei, sich neu zu entdecken.


Persönliche Meinung

Das Buch beginnt kurz vor Marsies Unfall und folgt ihr über mehr als ein Jahr. Marsie erzählt ihre Geschichte selbst aus der Ich-Perspektive und das Buch ist in vier Teile unterteilt. Als Leser lernt man Marsie auf zwei verschiedenen Arten kennen: die Marsie vor ihrem Unfall, eine talentierte Läuferin, deren Eltern dauerhaft streiten, die ehrgeizig für ihre Ziele arbeitet und lernt. Doch nach ihrem Unfall und dem langen Krankenhausaufenthalt ist sie sehr verändert und auch der größte Teil ihres Umfelds und ihrer Freunde verhält sich ihr gegenüber anders. Sie selbst hat das Gefühlt, dass dieses „neue Gesicht“ ihr altes Ich weggenommen hat und ist (verständlicher Weise) nicht glücklich damit.

Was mir sonst noch sehr auffiel war Marsies Abneigung gegen dieses standardmäßige „Was du nur für ein Glück hast!“. Sie nimmt starke Medikamente, hat die Hälfte ihres Gesichts verloren und kann sich nur unter Schmerzen bewegen und alles was sie zu Ohren bekommt ist, wie glücklich sie doch wäre. Diese Szenen haben auch auf mich nachhaltig Eindruck hinterlassen, denn „Glück“ ist irgendwo auch relativ.

Sehr schön fand ich die Freundschaft zwischen Marsie und ihrer besten Freundin Serena, denn diese würde mit ihr durchs Feuer gehen und unterstützt Marsie auch sehr, obwohl diese es im Moment gar nicht weiß. Auch ist Serena die einzige, die Marsies Narben berühren darf. In diesem Buch wird hauptsächlich Marsies Entwicklung mitverfolgt, Spannung kommt eigentlich nicht wirklich vor, sondern es geht einfach immer weiter. Auch Dramatik ist wenig dabei, denn Marsies Schicksal alleine ist schon tragisch genug! Es gibt für sie selbst meilensteinartige Erlebnisse und Erfolge, die sie am Ende zu dem Menschen machen, der sie ist. Ich war mit diesem Buch in wenigen Tagen ohne Schwierigkeiten durch und es gefiel mir auch recht gut. Jedoch bezweifle ich, ob ich es ein zweites Mal lesen werde.
Ich würde „Faceless“ hauptsächlich Mädchen ab 14 empfehlen, die eine nicht allzu komplexe Lektüre für zwischendurch brauchen oder noch weniger leseerfahren sind.  

 - Berit Neumayr, verfasst am 10.03.2018


Das Buch wurde von der Buchhandlung liber wiederin zur Verfügung gestellt 


Aktualisiert:

08
2018

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