Ada Dorian - Schlick


Buchcover Schlick

Allgemein

Titel: Schlick
Autorin: Ada Dorian
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Ullstein Verlag
Seitenanzahl: 272 Seiten
ISBN: 13 9783961010059
Preis: 18,00 € (D) 18,50 € (A)


Autorin

Ada Dorian wurde 1981 in Hannover geboren und studierte in Osnabrück Literaturwissenschaften und Philosophie. Dort forschte sie im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Osnabrück.


Handlung

Es ist ein Roman über zwei Frauen, die sich sehr ähnlich sind, obwohl hundert Jahre zwischen ihren Leben liegen: Svea, haltlos und einsam, zieht mit ihrem Neugeborenen Linus in ein Haus, in dem Helene hundert Jahre zuvor ebenso haltlos und einsam mit ihrer Tochter Sophie in den Wirren des Ersten Weltkriegs lebte. Svea findet ein Foto von Helene und ist fasziniert von dieser Frau. Svea ist eine Suchende. Sie ist eine unangepasste, nicht besonders erfolgreiche Langzeitstudentin mit unverbindlichen und häufigen Partnerschaften. Doch dann trifft sie Christian und die beiden sind zunächst nur befreundet. Aber einige Zeit später wird Svea schwanger und will daraufhin abtreiben, doch Christian meint, sie könnten es ja gemeinsam mit dem Kind probieren. So kommt Svea mit dem Baby Linus in das alte Haus, das seit Generationen im Besitz von Christians Familie ist. Christian ist jedoch dienstlich für längere Zeit im Ausland und Svea muss das Leben mit dem schreienden Kind alleine meistern. Zufällig findet sie das Bild von Christians Urgroßmutter Helene. Es zeigt diese mit Mann und Kind und Sveas Neugier ist sofort geweckt. So geht sie auf Spurensuche nach Christians Familiengeschichte.

Parallel zu Sveas Geschichte wird das Leben von Helene erzählt. Helenes Mann ist in den Krieg gezogen und sie muss in einer Zeit, in der der Hunger täglich seine Opfer fordert, das Überleben ihres Kindes sichern. Die unangepasste Helene führt ein schweres Leben und steht vor einigen schwierigen Entscheidungen.


Persönliche Meinung

In „Schlick“ spielen die Geschichten auf zwei Zeitebenen, die jedoch nicht zwanghaft-kitschig zusammengeführt werden. Kapitelweise abwechselnd werden die Geschichten von Helene und Svea erzählt. Die Geschichte von Helene bleibt die von Helene und auch Svea lebt ihr Leben.

Die Autorin erzählt unaufgeregt und mit der Zeit wird man beim Lesen immer mehr in die Geschichten hineingezogen. Vor allem die Schilderungen des Alltages während der schlimmen Ereignisse im ersten Weltkrieg sind nachhaltig prägend und sehr ergreifend! Ein zentrales Thema dieses Buches ist die Einsamkeit der beiden Frauen, denn diese hat viele Gesichter und ist dennoch dieselbe, auch wenn 100 Jahre zwischen den Ereignissen liegen. Im Grunde genommen werden zwei sehr harte Lebensgeschichten erzählt, beide sind (auf unterschiedliche Weisen) von Einsamkeit und Verlust geprägt. Im Laufe der Geschichten tauchen immer mehr Parallelen auf unterschiedlichen Ebenen zwischen den beiden Frauen auf. Beide gehen ihren Weg und stellen gesellschaftliche Konventionen in Frage. Aber auch die Sehnsucht nach einem besseren Leben ist heute wie damals zugegen.

Mir hat die Sprache dieses Buches gut gefallen, aber die ersten 30 Seiten waren recht zähflüssig und dann kam ich langsam in die Geschichten. Das war sicher auch durch die parallelen Erzählungen der beiden Frauen beeinflusst. „Schlick“ ist ein interessanter Roman, doch die Thematik ist sehr schwermütig. Ich glaube, dass dieses Buch mir besser gefällt, wenn ich älter bin und würde es deshalb eher Erwachsenen empfehlen.

- Berit Neumayr, verfasst am 08.01.2018


Das Buch wurde von der Buchhandlung liber wiederin zur Verfügung gestellt. 


Aktualisiert:

10
2018

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