Jugendbegegnung Polen 2015


Bericht der Gruppenleiterin Sieglinde Fulterer: 

Es war halb sechs Uhr morgens und das Flughafentaxi holte die erste Teilnehmerin und nacheinander alle sechs Mädchen und mich als Gruppenleiterin ab. Es war eine angenehme Aufregung, wegen der nun folgenden neun gemeinsamen Tage, spürbar. Das erste Kennenlernen hat zwar bei vorigen Treffen schon stattgefunden, aber vertiefte sich nach etlichen gemeinsamen Stunden immer mehr. Wir flogen von München nach Danzig, fuhren mit dem Stadtbus ins Zentrum, dann mit dem Zug nach Olsztyn, mit dem Taxi nach Sorkwity und wurden dort vom Campleiter mit dem Auto abgeholt und nach Rodowo gebracht. Gewiss müde, aber voller Vorfreude bezogen wir die Zimmer und die Mädchen hatten nun bis morgen Zeit, um sich mit dem Ort vertraut zu machen und die ersten Kontakte zu knüpfen.

Das Camp Rodowo hat ein weitläufiges Areal mit unterschiedlichen Möglichkeiten des Zusammenkommens, einladend wirkenden Räumlichkeiten und genügend großen Seminarräumen. Da einige Gruppen erst zu späterer Stunde ankamen, fand das erste gemeinsame Kennenlernen aller Jugendlichen und der Gruppenleiterinnen am nächsten Morgen statt. Der erste Tag wurde von der Gruppe aus Polen geleitet. Gemeinsam mit der Gruppenleiterin wurden Spiele gemacht, in denen sich alle besser kennenlernen konnten. Die Stimmung wurde immer lockerer und auch in der freien Zeit begannen sich die unterschiedlichen Jugendlichen aus den fünf verschiedenen Nationen allmählich zu unterhalten.

Die ersten fünf Tage, die von den verschiedenen Jugendlichen und Gruppenleiterinnen im Vorfeld geplant wurden, hatten alle denselben Aufbau. Den Anfang machte wie bereits gesagt die Gruppe aus Polen, gefolgt von Litauen, Lettland, Österreich und der Türkei. Es waren jeweils bis zu 7 Jugendliche und eine Gruppenleiterin aus den verschiedenen Ländern anwesend. Der Ablauf war vorab festgelegt. Die Morgenaktivitäten waren durch unterschiedliche Energizer wie laufen, springen, Zumba, Bewegungsabläufe zu Musik usw. geprägt, gefolgt von je nach Land verschiedenen Themenschwerpunkten. Da sich die verschiedenen Gruppen erst kennenlernen mussten, setzte Polen auf Kooperationsspiele. Litauen legte den Fokus auf Recycling und Erste Hilfe. Lettland brachte den Jugendlichen bekannte Spiele und Musik ihrer Kultur bei. Die Gruppe aus Österreich wollte transnationale Gemeinsamkeiten schaffen, daher wurden die Gruppen so eingeteilt, dass die fünf verschiedenen Sprachen an einem Tisch saßen und ein mehrsprachiges Lied mit Musik erfanden und am Abend beim Lagerfeuer präsentierten. Die Jugendlichen aus der Türkei brachten traditionelle Tänze und türkische Musik mit.

Am Nachmittag gab es immer typische out-door Games der jeweiligen Nationen. Das waren Spiele, mit welchen die Jugendlichen aufwuchsen. Interessant war, dass einige der Spiele international waren, das heißt es gab Spiele, die alle aus ihrer Kindheit kannten, die aber oft neue Regeln hatten. Am Abend wurde das eigene Land vorgestellt, die jeweils nationalen Speisen und Getränke probiert und es fand ein reger internationaler Austausch statt. Es gab auch zwei Ausflüge. Einmal fuhren wir nach Olsztyn, wo wir bei der Stadtführung auch zur Burg kamen, in der Nikolaus Kopernikus von 1516 bis 1520 gelebt hatte. Ein anderes Mal fuhren wir zur Stadt Mragowo, die sich am Rand der Masurischen Seenplatte befindet. Bei den Stadtbesuchen gab es auch freie Zeit, in der sich die Jugendlichen entspannen, einkaufen, schwimmen gehen und sich beim Fest der Farben (Holi) vergnügen konnten.

Die beiden letzten Tage waren den Vorbereitungen und der Durchführung der gemeinsamen „Out-Door – INTERCULTURAL GAMES“ gewidmet. Hier kamen Jugendliche aus der Umgebung und wurden durch verschiedene Stationen geführt, anschließend wurde gemeinsam getanzt und gegessen. Der Abschlussabend mit Lagerfeuer und Musik war ein wunderbarer Anblick. So viele Jugendliche aus verschiedenen Nationen und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen saßen gemeinsam zusammen, lachten, tauschten die Facebooknamen aus, damit sie auch weiterhin in Kontakt bleiben können, es flossen auch einige Abschiedstränen.

Ein insgesamt sehr gelungenes Projekt, in dem Kulturen besser verstanden und Brücken zueinander aufgebaut wurden. Am letzten Tag fuhren die Taxis nacheinander ab, die Gruppen, welche immer weniger wurden, verabschiedeten sich nacheinander. Es war ein sehr umarmungsvolles Ereignis. Wir stiegen dann auch in unser Taxi, fuhren nach Danzig und flogen dann nach München. Die Fahrt war abwechselnd mal ganz still und mal angeregt. Jede ging im Gedanken die wunderbaren Momente nochmals durch. Auch wurden gemeinsam lettische Lieder gesungen, die während der gemeinsamen Zeit prägend waren. Der Abschied fiel schwer, aber die Jugendlichen, so bin ich überzeugt, haben Freundschaften fürs Leben geschlossen.


Aktualisiert:

09
2017

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