Jugendbegegnung Italien 2018


Tagebuch der TeilnehmerInnen Raphaela Stock, Philipp Mayer und Roberto García:

11.10.2018

Der Tag startet mit einem Frühstück, bei dem wir uns alle zumindest einmal sehen sollen. Die Gruppen vermischen sich, man kommt ins Gespräch. Um 9 Uhr versammelten wir uns im Aufenthaltsraum, um die ersten Kennenlernspiele zu spielen und uns auf den Tag einzustimmen. Wir schreiben unsere Hoffnungen und Ängste auf Post-its und kleben sie sichtbar auf 2 Poster. Diese Post-its sollen am Ende den Platz verändern, da wir unsere Ziele erreicht und unsere Ängste besiegt haben. Anschließend denken wir unsere eigenen Regeln für die kommenden Tage aus und hängen sie sichtbar für alle auf. Wohlverdient gehen wir in die Pause und lassen uns von der italienischen Küchencrew verwöhnen. Fusilli mit Zucchini und als Hauptspeise gefüllte Auberginen standen auf dem Menü. Am Nachmittag ging es direkt in die Innenstadt, wo uns ein Mitglied der Stadtregierung im Spiegelsaal empfangen hat. Ein Museumsbesuch stand als nächstes an, dieser führte uns in die Welt der italienischen Agrikultur und Fischens ein. Verschiedene Räume standen unter verschiedenen Themen, unter anderem gab es einen Olivenbaum mit dazu passendem Olivenölaroma in der Luft. Der frühe Abend wurde zu einem Spaziergang genutzt, wo sich auch das Team Österreich noch ein Stückchen besser kennenlernen konnte. Abends wurden wir (per Gruppenabend) nach Spanien entführt, authentischer Kartoffelsalat und Pubquiz inklusive! So geht ein erfolgreicher, produktiver, erster Tag zu Ende und wir freuen uns schon auf die restliche Woche!

12.10.2018

Frühstück Nummer 2 war getan, gestärkt geht es zum Energizer. Jetzt sind auch die letzten müden Gemüter aufgeweckt und es kann mit dem ersten Tagespunkt losgehen. Ein Besuch in der Ölfabrik Galantino, die seit 1926 hochwertiges Olivenöl produzieren, war die Vormittagsaktivität. Nach einer spannenden Führung durch die Fabrik stand das erste Highlight des Tages an – eine ausführliche Verkostung der am Standort produzierten Öle. Unsere Lieblinge waren das Knoblauch- und das Basilikumöl. Nach einer Verschnaufpause im Garten ging’s wieder zurück Richtung Unterkunft, wo wir nachmittags eine Lehrstunde im Mozzarella-machen hatten. Auch unsere Teammitglieder haben sich an der Art des „Käseknüpfens“ versucht. Griechisch war dann das Motto des Abends. Auf Tzatziki mit Pitabrot folgte eine Einführung in das griechische „Im-Kreis-tanzen“. Eine kleine Dance Competition heizte uns zu Höchstleistungen an, unser Teamleader und seine Gruppe tanzte uns trotzdem alle an die Wand. ;) Morgen geht’s früh weiter, deshalb gibt es heute eine frühe Bettruhe. Gute Nacht!

13.10.2018

Am Samstag sind wir gleich in der Früh mit dem Zug nach Bari aufgebrochen. Nach einem kurzen Spaziergang vom Bahnhof durch das Stadtzentrum kamen wir in „Bari vecchia“ an, dem alten Stadtteil von Bari. Philipp war schon mehrmals in dieser Stadt, doch er hat sie noch nie so erlebt wie diesmal. Hier gab es Gassen, in denen die Eingänge zu den Küchen im Erdgeschoß nicht verschlossen waren, stattdessen fanden sich lediglich Vorhänge. Vor diesen Eingängen saßen alte Frauen, welche die für die Region Apulien typische Pasta, die „Orecchiette“, formten. Bei genauerer Betrachtung erkannte man, welch Kunst das ist. Wir haben sogleich die Möglichkeit erhalten, es auch selbst auszuprobieren. Da wurde uns schnell klar, dass es enorm viel Übung braucht, um dieses Handwerk zu beherrschen. Nämlich nicht nur viele in kurzer Zeit zu produzieren, sondern dass jedes einzelne kunstvoll aussieht. Das non plus ultra war jedoch, als uns dann noch frische Orecchiette mit Ragout direkt auf der Straße ausgeteilt wurden. Wir waren uns sofort einig, dass keiner von uns jemals ein besseres Ragout gegessen hatte. Nach diesem aufregenden Vormittag hatten wir ein paar Stunden Freizeit in Bari, die jeder nach Belieben gestalten konnte. Einige sind einen Kaffee trinken gegangen, andere aufgrund des warmen Wetters schwimmen am „Pane e Pomodoro“ Strand, alle waren jedenfalls von der Stadt überwältigt. Nach der Rückfahrt war es an der Zeit, die ungarische Küche und Kultur kennenzulernen. Trotz organisatorischer Schwierigkeiten hat das ungarische Team ein ausgezeichnetes Paprikahuhn serviert. Die darauffolgende Präsentation war sehr faktenreich und gut aufbereitet.

14.10.2018

Der heutige Sonntag wurde uns mit einem besonders guten Frühstück schmackhaft gemacht: Neben den üblichen Schinken, Ei und Brötchen gab es Kuchen und köstlichen Pudding. Danach gingen wir zu den Energizern über, welche wir mittlerweile als morgendliche Routine sehr liebgewonnen haben. Nach diesem anregenden Start kamen wir zum Highlight des Tages, einem Focaccia-Workshop. Zwei nette Damen aus dem Ort beehrten uns mit ihren uralten Weisheiten über diese italienische Köstlichkeit. Focaccia ist ein sehr schmackhafter Brotfladen welchen man nach Belieben mit Gemüse und Olivenöl verfeinert. Gemeinsam in Gruppen lernten wir wie man den Teig vorbereitet und knetet. Die Frauen haben uns viel über italienische Kultur und La Dolce vita beigebracht. Nach einem köstlichen Mittagessen entdeckten wir Bisceglie durch eine City Rallye. Aufgeteilt in Gruppen mussten wir mehrere Aufgaben absolvieren und lernten uns dadurch alle noch besser kennen. Das Motto des heutigen Abends war Austrian Night, also konnten wir endlich unser vorbereitetes Programm vorstellen. Zum Abendessen gab es zünftige Tiroler Speckknödel mit Salat und echtem steirischen Kürbiskernöl. Da wir hier besonders ökologisch denken, haben wir altes Brot zu kleinen Semmelwürfeln zusammengeschnitten. Drei Kilo Semmelwürfel und einige trainierte Armmuskeln später genossen wir alle ein typisch österreichisches Abendessen. Anschließend führten wir eine tolle Präsentation über unser Österreich auf. Mit interessanten Hard facts über unser Land, einer kurzen Vorstellung unseres jeweiligen Alltags haben wir die Aufführung eingeleitet. Zusätzlich führten wir einen Original Tiroler Schuachplattler und Wiener Walzer auf, welche beim Publikum mit viel Applaus und Jubelrufen gewürdigt wurden. Daran anknüpfend haben wir für alle Teilnehmer noch einen lustigen Walzer-Workshop veranstaltet. Zusammenfassend war es ein sehr ereignisreicher, ausgezeichneter Tag und wir sind dankbar hier sein zu dürfen.

15.10.2018

Der Montag startet nach einer recht kurzen Nacht mit einer Busfahrt Richtung Norden. Ein Weingut in Barletta ist unser erster Stopp an diesem sonnigen Montag. Empfangen wurden wir von Francesco, der das Weingut führt und uns erstmals die richtige Technik zum Weintrauben ernten verraten hat. Eine zweite Karriere als Erntehelfer im Süden Italiens ist also für uns alle ein erreichbares Ziel.  Wir lernten verschiedenste Fähigkeiten, wie Weintrauben entkernen, wie man die Trauben vom Stämmchen entfernt und zu guter Letzt noch wie man richtig stampft, um Saft zu erzeugen. Nach all der Aktivität wurden wir von Francesco und seinem Team auch kulinarisch versorgt. Bruschetta mit Tomaten, Brot mit unseren eigenen geernteten Trauben und der hauseigene Wein standen für uns bereit. Ein Festmahl für Götter – italienische Spezialitäten unter der warmen Oktobersonne. Die konnten wir daraufhin in der Innenstadt Barlettas genießen, in der wir unsere Mittagspause verbrachten. Ein kleines Städtchen mit viel Charme und verwinkelten Gässchen. Von dort aus ging‘s weiter mit dem Bus zu der Fabrik von Casillo. Es trennte sich die Spreu vom Weizen – wortwörtlich. Vor Ort lernten wir viel Wissenswertes über die Herstellung von Mehl und Semolina (Grieß) inklusive privater Tour durch alle 7 Stockwerke einer Mühle. Schutzkleidung und Haarnetz war natürlich ein Muss! Abgerundet wurde der Montag durch das Abendprogramm der schwedischen Delegation. Nach unserem italienischen Abendessen, zubereitet von Pater Francesco, gab‘s schwedischen Banoffee Kuchen. Unser Wissen zum nördlichsten Teilnahmeland wurden anschließend noch per Kahoot überprüft und Österreich ging als großer Sieger des Abends hervor. Physisch und psychisch gestärkt geht es jetzt ab ins Bett, bis morgen der letzte Tag des Abenteuers startet.

16.10.2018

Dienstagvormittag gestaltete sich sehr gemütlich, nach der Präsentation der italienischen Delegation waren die Franzosen an der Reihe, uns ein typisches Gericht als Mittagessen zu kochen. Käse, Baguette und Trauben wurden im Speisesaal nach der typisch italienischen Mahlzeit gereicht. Nach der Vorstellung des letzten Teilnehmerlandes, Frankreich, wurde es noch einmal anspruchsvoll für alle. Wir haben die gesamte Woche Revue passieren lassen und viel Feedback gegeben. Den Abschluss bildete die gemeinsame Feier, zu der es ein gutes Buffet an verschiedensten italienischen Speisen gab. Nachdem wir unseren Freunden kleine Geschenke überreicht hatten, genossen wir die letzten gemeinsamen Stunden, wir führten ausgedehnte Gespräche und tanzten. 

 

 


Aktualisiert:

11
2018

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