Selinas Erfahrung


EFD in Frankreich (Oktober 2014 bis Juli 2015)

"Als ich von Tirol zu meinen EFD aufbrach, wusste ich zuerst einmal gar nicht wie ich mich fühlen sollte. Traurig oder aufgeregt, ängstlich oder voller Vorfreude? Im Grunde ließ ich mich überraschen und schob meine Gedanken auf die Seite. Der erste Eindruck vom Elsass war: 'Aha, da sind ja wirklich keine Berge, aber das ist ja super praktisch zum Radfahren.'

Das Altenheim, meinen zukünftigen Arbeitsplatz für 10 Monate, das erste Mal zu betreten, war für mich ein unerwarteter Schock. Die Senioren saßen lethargisch auf Stühlen in der Eingangshalle und warteten auf das, das Irgendetwas passieren würde oder die Uhrzeiger auf der großen Uhr sich fortbewegten zum Abendessen hin. Ich wusste zwar wie die Stimmung in einem Altersheim oftmals ist (von Verwandtenbesuchen) doch trotzdem war ich in der Hoffnung gewesen mit einem Haufen agiler netter Opis& Omas Spaß zu haben. Zuerst der Schock, aber jetzt die Erfahrung.

So ich bin jetzt schon einen Monat und ein paar Tage in meinem Projekt und kann sagen, dass es mir hier gefällt. Natürlich die Erwartung des agilen Haufens hat sich nicht bewahrheitet, aber dadurch, dass so viele verschiedene Charaktere durch unser Altersheim wandeln, ist es für mich gefüllt mit Erfahrungen und neuen Eindrücken und das jeden Tag. Es gibt die netten Omis, die, die einem hie und da Kekse zustecken oder die alten Opis, die vom Krieg erzählen und Lieder anstimmen oder mit einem tanzen möchten. Es gibt die Zornigen, die finden das sie von lauter Affen umringt sind und alle debil nennen. Es gibt auch jene, die sich verloren fühlen und allein. Alle diese Charaktere gehören zu unserem Altersheim dazu wie die humorvollen Angestellten, die auch mir sehr viel helfen auch bezüglich der Sprache. Vor allem die letzteren Persönlichkeiten, die sich allein und verloren fühlen, haben mir in der ersten Zeit sehr geholfen. Ich kam hier an und musste feststellen dass ich die einzige Freiwillige in meinem Projekt bin (jetzt nicht mehr aber damals). So fühlte ich mich anfangs einsam, aber da das Altersheim bevölkert ist von einsamen Menschen, linderte das irgendwie die Meinige.

Nun nach einem Monat bin ich absolut nicht mehr alleine, mit mir sind wir circa 10 Freiwillige allein in meiner Stadt und wir unternehmen jedes Wochenende etwas gemeinsam und besuchen auch den Französischkurs gemeinsam. Einsamkeit ist somit eigentlich kein Thema mehr auch wenn es sich manchmal noch so ein bisschen einschleicht. Gemeinsam freuen wir uns auch auf die nächsten Seminare, die uns erwarten und vor allem die neuen Leute, die wir dadurch kennen lernen können. Ich habe schon zwei Seminare hinter mir und habe schon zwei Einladungen um durch Frankreich zu reisen und die neuen Freunde, die ich gewonnen habe, zu besuchen.

Somit ist der EFD der Anfang eines neuen Kapitels in meinem Leben und lässt mich wachsen und mich selbst entwickeln, was ich wenn ich Zuhause geblieben wäre vielleicht auch tun hätte können, jedoch niemals in so einem umfangreichen Ausmaße wie hier."

Aktualisiert:

12
2017

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