Freiwillige Einsätze


Als Freiwillige oder Freiwilliger in einem Projekt im Ausland mitzuarbeiten ist eine tolle Sache. Die Angebote reichen dabei von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, über Denkmalpflege, Mithilfe bei Bauprojekten bis hin zu Umweltschutz und Tierschutz. Die Dauer der Einsätze hängt von den Projekten und Vermittlungsstellen ab. Kurzeinsätze können oft schon ab einer Woche gemacht werden.
Welcher Freiwilligen Einsatz für dich in Frage kommt musst du für dich selbst entscheiden. Wir haben für dich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

HIER FINDEST DU INFORMATIONEN ZU FOLGENDEN THEMENGEBIETEN



Freiwillig arbeiten im Ausland - Langzeiteinsatz

Bei einem Freiwilligeneinsatz arbeitest du in einem sozialen- oder umweltbezogenen Projekt mit.
Je nach Projekt dauert ein Freiwilligeneinsatz zwischen sechs und zwölf Monaten. Als Freiwillige oder Freiwilliger setzt du deine Zeit und dein Engagement ein, ohne dafür eine finanzielle Entlohnung zu bekommen.

 

Voraussetzungen

Je nach Vermittlungsstelle, Land und Projekt unterscheiden sich die Bedingungen die du erfüllen musst voneinander. Gewisse Voraussetzungen sind aber bei vielen Einsätzen gleich.

  • Alter
    Für Langzeitprojekte außerhalb Europas liegt die Altersgrenze meistens bei 18 Jahren. In seltenen Fällen gibt es Projekte ab 17 Jahren.
  • Sprache
    Neben der englischen Sprache werden in manchen Fällen auch Grundkenntnisse in der Landessprache gefordert.
  • Vorkenntnisse
    Teilweise werden bereits gesammelte Auslandserfahrungen oder eine bestimmte Ausbildung vorausgesetzt.
  • Persönliche Einstellung
    Du solltest selbstständig, flexibel, verantwortungsvoll und teamfähig sein. Weitere Voraussetzungen sind Offenheit und Interesse für neue Kulturen sowie körperliche und geistige Gesundheit.
  • Einfache Lebensweise
    Viele Projekte sind in Ländern angesiedelt, in denen die Lebensumstände sehr einfach sind. Du solltest dir darüber im klaren sein und keine Probleme damit haben, dein Zimmer mit anderen Freiwilligen zu teilen, im Freien zu duschen oder vier mal die Woche Reis zu essen.
  • Vorbereitungskurse
    Bei vielen Vermittlungsstellen sind die Teilnahme an Vorbereitungskursen und Nachbereitungskursen verpflichtend. In manchen Fällen werden auch Zwischenberichte von den teilnehmenden Personen gefordert.
     

Suche nach einem Freiwilligenprojekt

Selbstständige Suche
Wenn du ohne Vermittlungsstelle nach einem Projekt suchen möchtest kannst du dafür verschiedene Onlinebörsen verwenden. In unserem Infosheet "Freiwilligen Plattformen" findest du Links zu vielen Plattformen.

Über die Plattformen wird nur der Kontakt zwischen Gastgebern und Freiwilligen hergestellt. Für die Organisation deiner Reise, Versicherungen, Visa und falls nötig Arbeitsgenehmigungen bist du selbst verantwortlich.
Sollte es mit deinen Hosts Probleme geben musst du diese meist selbst lösen. Es gibt nur einzelne Plattformen die Hilfestellungen bei Schwierigkeiten anbieten.

Suche mit Hilfe einer Vermittlungsstelle
Entscheidest du dich dafür deinen Freiwilligeneinsatz mit einer Vermittlungstelle zu planen, ist natürlich die erste Frage wie du eine Vermittlungsstelle findest und für welche du dich entscheiden sollst. Es gibt verschiedenen Arten von Vermittlungstellen. Welche Stelle, welches Projekt am besten zu dir passt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Am Ende musst du dich selbst für eine Vermittlungsstelle entscheiden
Prinzipiell gibt es drei verschiedene Arten:

  • religiöse Organisationen
  • gemeinnützige Vereine
  • gewinnorientierte Agenturen

Auswahl einer Vermittlungsstelle oder eines Projekts
Auf folgende Punkte solltest du achten:

  • Welche Ziele verfolgt das Projekt, die Organisation, der Verein oder die Agentur?
  • Welche Werte vertritt die Vermittlungsstelle ?
  • Was sind die Aufgaben der Freiwilligen im Projekt?
  • Gibt es ehemalige Freiwillige, mit denen du Kontakt aufnehmen kannst?
  • Hat das Projekt einen weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund? Kannst du diesen vertreten?
  • Ist das Projekt gemeinnützig oder gewinnorientiert?
  • Gibt es ein Büro in Österreich? Wer sind deine Ansprechpersonen?
  • Wie wirst du auf deinen Einsatz vorbereitet?
  • Wird auf der Website schon klar wofür du bezahlst? 
  • Wie viel kostet der Einsatz und welche Leistungen sind im Angebot enthalten?
     

Kosten

Ein Auslandsaufenthalt ist immer auch mit gewissen Kosten verbunden. Auch wenn du freiwillig in einem Projekt mithilfst ist dein Aufenthalt nicht kostenlos. Planst du deinen Freiwilligeneinsatz über eine Vermittlungstelle musst du, in vielen Fällen für die Organisation zusätzlich bezahlen.

Da die Kosten je nach Land, Aufenthaltsdauer, Projekt und Vermittlungstelle sehr unterschiedlich sind haben wir für dich eine allgemeine Übersicht zusammengestellt welche Kosten auf dich zukommen können.

Einmalige Kosten

  • Vermittlung durch Agentur/ Organisation
  • Reisekosten
  • Reise- und Stornoversicherung
  • Strafregisterbescheinigung
  • Weiterbildung (z.B. Sprachkurs)
  • Visum (außerhalb der EU)
  • Aufenthaltsgenehmigung (außerhalb der EU)
  • Impfungen 
  • Gesundenuntersuchung 
  • Internationaler Führerschein (außerhalb der E

Laufende Kosten

  • Wohnung/ Unterkunft
  • Verpflegung
  • Freizeitaktivitäten
  • Transportmittel im Land
  • Auslandsversicherung
  • Telefongebühren oder Handyvertrag
  • Fortlaufende Kosten zu Hause (zum Beispiel Miete, Handyvertrag, Versicherungen, Auto)

Links, Informationen und Voraussetzungen zu verschiedenen Vermittlungsstellen und Freiwilligen Plattformen findest du in unseren Infoblättern.

 


Faire Freiwilligenarbeit und Voluntourismus

Sich für einen längeren Zeitraum freiwillig für Andere einzusetzen und in einem fremden Land etwas Gutes bewirken zu wollen, ist eine ganz besondere Erfahrung.

Du erweiterst deinen eigenen Horizont und bekommst einen tiefen Einblick in die Kultur und das Leben der Menschen, mit denen du lebst und arbeitest.

Bevor du aber mit deiner Suche nach einem Projekt beginnst, solltest du dir ein paar Gedanken machen!

 

4 Fragen, die du dir stellen solltest

  1. Würdest du im Ausland arbeiten, wenn du keine Kamera dabei hättest?
    Was sind deine wirklichen Gründe, ins Ausland zu gehen? Möchtest du wirklich helfen oder geht es mehr darum selber gut da zu stehen und ein tolles Foto auf Facebook oder Instergram zu posten?
    Machst du es, weil du mit deiner Zeit etwas Sinnvolles anfangen möchtest oder weil es sich gut in deinem Lebenslauf macht?

    Achte auch darauf, dass du keinen "Retterkomplex" bekommst. Zu glauben, als freiwillige Helferin oder als freiwilliger Helfer in ein fremdes Land zu kommen und die Menschen aus ihrem Elend zu retten, ist sehr herablassend. Du vermittelst dadurch den Menschen vor Ort, dass sie ohne dich vollkommen hilflos wären.
     
  2. Habt ihr, deine Agentur und du, die gleichen Wertvorstellungen?
    Auch wenn du selbst die besten Absichten hegst: es ist wichtig, dass die Agentur, die du dir aussuchst, die gleichen Werte vertritt wie du. 
    Es gibt Organisationen, die wirklich am Wohlergehen der Personen in ihren Projekten interessiert sind. Manche Anbieter verdienen allerdings ihr Geld mit der Armut anderer Menschen. Daher ist es dein gutes Recht, dir die Organisationen genau anzuschauen und auch nachzufragen, welche Absichten und Ziele sie haben. Erst wenn du dir sicher bist, dass die Organisation in deinem Sinne handelt, solltest du mit ihr zusammen arbeiten.
     
  3. Bringst du mehr Schaden als Nutzen?
    Stell dir immer die Frage: Nützt mir selbst der Aufenthalt mehr als den Menschen vor Ort? So ist es zum Beispiel für Kinder in einem Waisenhaus wichtig, stabile und langfristige Beziehungen eingehen zu können. Schüler brauchen Lehrpersonal mit guten Sprachkenntissen der Unterrichtssprache als auch der Muttersprache der Kinder. Nur so kann ein erfolgreicher Unterricht gewährleistet werden.
     
  4. Würdest du dir selbst zutrauen, die gleiche Arbeit in deinem eigenen Land zu machen?
    Die Arbeit als Freiwillige oder Freiwilliger sollte nicht nur deinen Wünschen sondern auch deinem Können entsprechen. Viele Freiwilligenprojekte gibt es im Bereich Gebäude-, oder Brunnenbau. Wenn du aber keine Ahnung davon hast und noch dazu zwei linke Hände, würdest du dann in Österreich eine Schule für Kinder bauen?
    Mach dir also bewusst, welche Fähigkeiten du hast und suche dir Projekte, in denen du diese auch einbringen kannst!

Wenn du noch mehr über verantwortungsvolles Reisen erfahren möchtest, dann schau dir doch unser Infoblatt "Faire Freiwilligenarbeit" oder unseren Berichtüber den Blog "Deeper Travel" an.

 


Workcamps - Kurzzeiteinsatz

Workcamps sind kurze, freiwillige Arbeitseinsätze, die auf der ganzen Welt stattfinden. Sie dauern meistens zwei bis vier Wochen, manche auch länger.
Du engagierst dich freiwillig und triffst junge Menschen aus verschiedenen Ländern. Ihr arbeitet gemeinsam an einem Projekt oder in einer gemeinnützigen Einrichtung. Die Campsprache ist meistens Englisch, in manchen Ländern auch Französisch oder Spanisch.
Die „Hauptsaison“ für internationale Camps ist im Juli und August, es gibt aber auch Angebote das ganze Jahr über.

camps von A-Z

Von "A" wie "AIDS- Hilfe" bis "Z"  wie "Mitarbeit auf einer Ziegenfarm". Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Workcamps. Wir haben dir eine Übersicht zusammen gestellt in welchen Bereichen du an einem Internationelen Camp teilnehmen kannst:

Soziales & Pädagogik:
Unterstützung obdachloser und armer Menschen, Betreuung von Menschen mit Behinderung, unterrichten (zum Beispiel: Englisch), Betreuung von Waisenkindern, Mithilfe bei Ferienprogrammen für Kinder, Jugendarbeit, Mitarbeit in Begegnungs- und Bildungsstätten.

Gesundheit:
Mitarbeit in Krankenhäusern, Unterstützung des Personals in Seniorenheimen, Unterstützung von AIDS-Hilfe-Programmen, verschiedenste Projekte zum Thema "medizinische Betreuung".

Politik & Religion:
Projekte im Friedensdienst, Engagement in der Kriegsgräberpflege, Projekte zu Gesundheitspolitik und zu Menschenrechten, Missionarstätigkeit.

Bau, Wiederaufbau & Instandhaltung:
Bau von Häusern und Kinderspielplätzen, Projekte zur Dorfentwicklung, Anlegen von Wanderwegen, Unterstützung des Wiederaufbaus in ehemaligen Krisengebieten, verschiedene Projekte zu Bau, Erhalt oder Renovierung von sozialen Einrichtungen, Instandhaltung von Gedenkstätten und Friedhöfen.

Umwelt- & Naturschutz, Landwirtschaft:
Unterschiedlichste Projekte für den Umweltschutz (z. B. Wiederaufforstung, Bachsanierung) Hilfsprojekte für den Tierschutz und zum Erhalt von Wildlife, Arbeit in der Landwirtschaftsentwicklung (z. B. zum Thema "ökologische Landwirtschaft").

Kultur:
Mitarbeit an Ausgrabungsstätten, Projekte zur Denkmalpflege, Förderung von Kunsthandwerk, Organisation von Musik-Festivals.
                                                                                              (Quelle: www.freiwilligenarbeit.de)

 

Suche nach einem Workcamp

Um als freiwillige Helferin oder als freiwilliger Helfer in einem Workcamp mitarbeiten zu können ist meist die Organisation über eine Vermittlunsstellen notwendig.

Im Vorfeld solltest du dir überlegen, in welches Land du gehen möchtest und welcher Bereich dich interessiert. Starte früh genug mit der Suche, denn die Plätze sind begrenzt.

Vergleiche bei der Auswahl einer Vermittlungsstelle die Preise und die darin enthaltenen Leistungen. Lies dir Bewertungen zu den jeweiligen Anbietern von Workcamps durch und wenn möglich nimm Kontakt mit Personen auf, die bereits an einem Workcamp teilgenommen haben.

Organisationen, die Workcamps anbieten, findest du in unserem Infoblatt "Workcamps".

 

Kosten

  • Unterkunft und Verpflegung sind meistens frei. Beachte, dass bei internationalen Camps die Unterbringung in der Regel sehr einfach ist.
  • Anreise und Rückreise müssen selbst bezahlt und meistens auch selbst organisiert werden.
  • Teilnahmegebühr: Diese kann von Land zu Land unterschiedlich sein. Je nach Organisation beträgt die Gebühr zwischen 50 und 300 EURO.
  • Visakosten Für manche Länder benötigst du ein Visum, um einreisen zu dürfen. Dafür musst du eine Gebühr bezahlen. Infos dazu erhältst du bei den Organisationen.
  • Zusatzkosten: Achte auf eventuelle Zusatzkosten, die je nach Organisation und Land anfallen können.

 

Infonblatt


Jugendbegenungen

Europäische Jugendbegegnungen sind Austauschprojekte, bei denen sich junge Menschen treffen, gemeinsam eine oder mehrere Wochen verbringen und sich mit einem bestimmten Thema wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Kunst, Politik, oder Sport auseinandersetzen.

Jugendbegegnungen werden vom EU-Programm „Erasmus+: Jugend in Aktion“ gefördert. Nur ein kleiner Teil der Reisekosten muss selbst bezahlt werden. Bei manchen Jugendbegegnungen gibt es eine Altersbegrenzung, in der Regel können aber Personen zwischen 13 und 30 Jahren teilnehmen.

In unserem Bereich EU&DU findest du alle wichtigen Informationen und Beispiele für Jugendbegegnungen. Schau rein und erfahre mehr zu diesem Thema.



Aktualisiert:

05
2020

Tipp

Du möchtets etwas zu EU geförderten Freiwilligenprojekten wissen. Dann schau auf der InfoEck Website unter dem Punkt EU&DU vorbei und ließ dir durch welche Möglichkeiten es für dich gibt!