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Postkarte der TKI zur TKI open 16 Ausschreibung

FEMINISMUS reloaded

Im Rahmen des Fördertopfes TKI open 16 werden feministische Projekte im Kunst- und Kulturbereich finanziell unterstützt

Spo[r]tlight 2015: Innsbruck

Die neue Sportbroschüre bietet einen umfassenden Überblick über Sport- und Freizeitangebote in und um Innsbruck.

Anti Flag im Weekender

Anti Flag heizen die Luft an

Die Messlatte lag hoch für den zweiten Tag des Punk-Rock-Club Festivals im Weekender. Blackout Problems und die musikalischen Schwerewichte, Less Than Jake hatten am Vortag ganz schön vorgelegt und gezeigt wie man einen vollen Weekender Club zum Beben bringt.

Ganz schön schwer hatte es wohl aus diesem Grund die Supportband Boarding Line, die dem polit-interessierten Publikum thematisch leider nur zum Teil, das bieten konnten, was sie von einer Vorband von Anti Flag erwartet hatten. Die teilweise wirren und pseudolustigen Ansagen des Frontmannes Raphael Hess alias Gugel Hupf auf urtirolerisch waren für einige derart befremdlich, dass sie sogar bei den Zigarettenpausen vor der Tür noch Thema waren. Dennoch gaben die Jungs zweifelsfrei ihr Bestes und schafften es mit ihren Melodien dann schlussendlich doch noch den ein oder anderen Tanzwütigen zu vergnügen. Möglicherweise lag die ablehnende Haltung auch daran, dass der thematisch passendere Support Act Radio Havanna auf Grund eines Unfalls von Sänger Fichte (Gute Besserung an dieser Stelle) abgesagt wurde und die Bands am Vortag musikalisch absolut hochklassig waren. Die Jungs von Boarding Line stehen noch in ihren Kinderschuhen und haben musikalisch gesehen definitiv noch Luft nach oben, welche sie in den nächsten Jahren hoffentlich auch nutzen werden. Potential vorhanden. Ihr Potential müssen Anti Flag hingegen längst nicht mehr unter Beweis stellen.

Die vierköpfige politische Punk-Band aus Pittsburgh Pennsylvania weiß längst, wo sie sich musikalisch und thematisch positionieren wollen. In mehr als 20 Jahren haben Anti Flag 9 Alben veröffentlicht, in denen sie sich Themen widmen, die die Welt bewegen. Nicht enden wollende Kriege, Korruption, Ungerechtigkeiten, Rassismus und die Gleichberechtigung aller sind dabei nur einige wenige Themen, die Anti Flag auch in ihren Konzerten immer wieder ansprechen. So durften All-Time-Klassiker wie „Turncoat“ „Underground Network“ oder „Die for the government“ nicht fehlen. Auch aus ihrem aktuellen Album „American Spring“, das poppiger klingt als frühere Platten, aber dennoch nichts an Radikalität und tiefer Ehrlichkeit eingebüßt hat, gaben sie Polit-Songs wie „Fabled World“ und „Sky is Falling“ zum Besten. Wer erwartet hat, dass die Band einen ähnlich humorösen Auftritt ablegen, wie Less Than Jake am Vortag, wurde enttäuscht. Anti Flag sind eine ernstere Band, eine die aufklären und zum Nachdenken anregen will. Sie rühmen sich nicht damit, endlich wieder Fleisch zu essen und füttern uns nicht mit Bagles und Bananen, sie sensibilisieren ihr Publikum für den Umgang miteinander und mit anderen Lebewesen. Dennoch wirken sie dabei nicht abgehoben, sie sind sympathisch und bleiben sich selbst treu. Auch nach 22 Jahren Konzerterfahrung haben sie nichts an ihrer Energie eingebüßt, ihre Bühnenpräsenz ist nach wie vor überwältigend und ihre Statements so klar wie eh und jäh. Zwischen der Band und dem Publikum gibt es keine Hürden, keine Grenzen, keine Unterschiede. Justin Sane und seine Bandkollegen bedanken sich nach jedem Konzert bei ihren Unterstützern und heißen jeden Diver auf „ihrer“ Bühne willkommen. Die Highlights für das Publikum waren wohl unter anderem das Cover zum The Clash Hit „Should I stay or should I go“ und das von Anti Flag, besonders von Pat Thetic, bereits bekannte Schlagzeugspielen mitten im Publikum. Ein fantastischer Abend.

Bedanken möchte ich mich für diese phänomenalen zwei Tage vor allem bei der Weekender-Crew, die im Wesentlichen dazu beigetragen haben, dass dieses Club-Festival in dieser Art und Weise stattgefunden hat. Damit habt ihr mir mein 12. Anti Flag Konzert in diesem intimen Rahmen (inklusive meinem allerersten verschwommenen und völlig durchgeschwitzten Groupie-Foto) zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Over and out. Sabrina
Review geschrieben von Sabrina Haidner