Am Dienstag, 18.01.2011, durfte das Mei-Infoeck Redaktionsteam Armin Staffler (SpectACT) und Mag. Lukas Trentini (POJAT) zum Interview begrüßen!! Sie standen geduldig Rede und Antwort! Aber lies selbst ;)

- Theaterpädagoge Armin Staffler von spectACT, dem Verein für politisches und soziales Theater, und Mag. Lukas Trentini (Jugendreferent für das Dekanat Innsbruck und POJAT-Vorstandsmitglied) sprachen mit uns über das erfolgreiche Projekt, Wünsche von Jugendlichen und die Abschlussveranstaltung am 27. Jänner 2011
Wer hat das Projekt initiiert?
Lukas: Der Ursprung liegt bei Yeliz Dagdevir (Initiative Minderheiten), die auf uns zugegangen ist und uns ihre Idee vorgeschlagen hat. Das war allerdings schon im Jahr 2009. Im Sommer 2010 sind wir das Thema neu angegangen und haben dieses Projekt entwickelt.
Das Projektteam besteht aus vier Personen: Yeliz Dagdevir, Armin Staffler, Gioia Pietersz (Jugendzentrum Tivoli) und mir. Die POJAT (Plattform für offene Jugendarbeit Tirol) war der Projektträger in Kooperation mit der Initiative Minderheiten, SpectACT und den Innsbrucker Jugendzentren.
Armin: Die Idee war, dass Politische Bildung Jugendlichen näher gebracht wird. Es sollte nichts Kopflastiges oder Intellektuelles sein, sondern eher lebendig und witzig. Der Jugendliche soll sich fragen: „Was habe ich für eine Haltung? Was für eine Einstellung?“
Was für eine Absicht steckt dahinter?
Armin: Wichtige Aspekte waren die Wahlaltersenkung auf 16 Jahre und die Beobachtung von rechten Tendenzen. Der Respekt vor Minderheiten, anderen Kulturen und Religionen sowie Integration waren bedeutende Themen. Es war interessant diese Themen in den Jugendzentren zu behandeln, denn dort gibt es keine einheitliche Gruppe, sondern verschiedene.
Was brachte es den Jugendzentren?
Lukas: Im Vorhinein gab es MultiplikatorInnen Workshops für die JugendleiterInnen. Mind. ein/e VertreterIn pro Jugendzentrum war dabei anwesend. Diese waren auch sehr motiviert für das Projekt. Es hat in den letzten zehn Jahren kein gemeinsames Projekt mehr gegeben, bei dem alle Jugendzentren Innsbrucks dabei waren.
Wurde es von den Jugendlichen positiv angenommen?
Lukas: Durch die Bank! Es war super, dass wir vorher die Workshops mit den JugendleiterInnen gemacht haben. So wussten sie schon in etwa auf sie zukommt.
Armin: Ich bin auch ein paar Tage vorher in die Jugendzentren gegangen und hab mit den Jugendlichen Billard etc. gespielt und mich vorgestellt.
Wie war die Aufteilung weiblich/männlich?
Armin: Ganz verschieden. Teilweise sehr gemischt, aber es kam auch vor, dass hauptsächlich Jungs waren. Das liegt an der Besucherstruktur des jeweiligen Jugendzentrums.
Welche Themen wurden in den Workshops erarbeitet?
Armin: Bei den Workshops gab es immer ein Rahmenprogramm, aber auch einen gemütlichen Teil im Anschluss. Es fanden Spiele und aktive Auseinandersetzungen statt. Über diese sollten sie nachdenken, das Ganze reflektieren und dann einen Dialog in Gang setzen. Die Frage: „Wofür stehst du eigentlich?“ wurde unter anderem bearbeitet. Antworten waren unter anderem Freundschaft, Offenheit, Cool sein, Stärke, Internationalität.
Weitere wichtige Fragen waren: „Was haben Erwachsene für ein Bild von uns? Was haben wir für ein Bild von uns? Auch Wünsche und Visionen wurden erarbeitet. Es kam auch heraus, dass spezielle Wünsche für die Jugendzentren vorhanden sind wie z.B. Kochen, Schach, Nachhilfe uvm.
Welche Erkenntnisse wurden dadurch gewonnen?
Armin: Unsere Arbeit war es die Ergebnisse und Erkenntnisse schriftlich auf den Punkt zu bringen und zusammenzufassen. Was theatralisch dargestellt wurde sollte für die Reflexion aufgeschrieben werden. Ein Beispiel: „Die Politik dreht der Jugend den Rücken zu. Wir wünschen uns, dass die Politik zu den Jugendlichen steht!“
Was ebenfalls sehr oft zum Ausdruck kam ist der Wunsch nach einem besseren Verhältnis zur Polizei. Dieses wurde nämlich als sehr problematisch geschildert. Viele Jugendliche fühlen sich automatisch unter Generalverdacht und finden, dass das Verständnis füreinander nicht da ist, da sie z.B. dauernd ihren Ausweis vorzeigen müssen. Die asylwerbenden Jugendlichen verstehen auch nicht, warum sie zur Schule gehen müssen und dann doch nicht arbeiten gehen dürfen.
Am 27. Jänner 2011 findet die Abschlussveranstaltung statt. Worauf dürfen sich die Besucher freuen?
Lukas: Am 27. Jänner ist ab 19:00 Uhr die Abschlussveranstaltung im Jugendtreff Shelter, Fürstenweg 114. Wir präsentieren zusammen mit den Jugendlichen Fotos, Statements, und die Fragen der Jugendlichen. Dann werden verschiedene Auftritte stattfinden. Wir haben eine Tanzgruppe, einen Beat-Boxer und Rapper.
Auch der zuständige Jugendstadtrat der Stadt Innsbruck wurde eingeladen, damit die Meinungen und Impulse der Jugendlichen direkt ohne Umwege an politische Entscheidungsträger gelangen.
Danke für das Interview!















