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1. Olympische Jugendwinterspiele Innsbruck 2012

Schülerinnen der Ferrarischule Externer Link und Studierende des Medienkolleg Innsbruck Externer Link berichten für die 1. Olympischen Jugendwinterspiele Externer Link, für die Tiroler Tageszeitung Externer Link und für den ORF Tirol Externer Link rund um das Sportevent. Mit dabei, die beiden Reporter des Jugendredaktionsteams, Elisa Heißenberger und Michael Klieber. Sie veröffentlichen hier die besten Beiträge aus den Redaktionen.

Sportstadt im Pixelfieber

Sportstadt im Pixelfieber

Die beiden Designerinnen Anna Wenter (r.) und Eva Lobenwein sind stolz, dass ihre blauen Outfits bei den YOG-Begeisterten so gut ankommen.
Die beiden Designerinnen Anna Wenter und Eva Lobenwein sind stolz, dass ihre blauen Outfits bei den YOG-Begeisterten so gut ankommen.
Maskottchen Yoggl spielt mit dem Pixel-Schal.
Maskottchen Yoggl spielt mit dem Pixel-Schal.

Innsbruck – Dynamisch und auffällig. Die offizielle Bekleidung der YOG bringt das Motto der Spiele, „Teil sein ist alles“, perfekt zum Ausdruck. Die Athleten stehen im Mittelpunkt des Interesses. Um auch die Zugehörigkeit der freiwilligen Mitarbeiter zur „Olympia-Familie“ zu unterstreichen, wurden diese mit einer Uniform im Corporate Design ausgestattet. Von Mütze und Handschuhen bis Jacke und Skihose ist alles mit dem auffälligen, bunten Muster bedruckt.
„Die farbenfrohen Pixel¬ stehen¬ für das digitale Zeitalter¬, in dem wir leben. Darüber hinaus auch für jeden Einzelnen, der Teil der YOG-Familie ist und dafür sorgt, dass dieses Riesen¬event reibungslos über die Bühne geht. Wer Pixelmuster trägt, gehört zu den YOG und fühlt sich mit den anderen verbunden“, erzählen Anna Wenter und Eva Lobenwein. Sie haben mit ihrer Kreation ein weiteres Ziel erreicht: „Viele wollen inzwischen Teil der YOG sein, und wer als YOG-Botschafter unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass man auffällt und angesprochen wird.“ Die gemeinsame Kleidung fördert  die zwischenmenschliche Interaktion. Aber auch Informationssuchende erkennen sofort, wo sie nachfragen können und gehen offen auf die „Blaujackenträger“ zu.
Die beiden „Designerinnen“ beschäftigen sich schon seit dem Frühjahr 2010 mit dem Design für die YOG: „Dass die olympischen Ringe und der Schriftzug Innsbruck 2012 in einem Quadrat angeordnet werden sollen, war schnell klar. Wir wollten die Farben der Ringe¬ mit den Vierecken verbinden. So sind die bunten Pixel entstanden. Um dem Ganzen ein jugendliches Erscheinungsbild zu geben, haben wir die Farben ein wenig knalliger gemacht.“
2500 Skiausrüstungen wurden produziert und ab Mitte Dezember an die Freiwilligen ausgegeben. In den ersten beiden Wochen stürmten fast 1000 Tiroler Arbeitswillige die Messe¬ in Innsbruck, um sich ihre Olympia-Kollektion abzuholen. Fünf Volunteers berieten¬ diejenigen, die sich bei der Angabe der Größen verschätzt hatten. „Vor allem Männer lagen oft daneben. Das liegt aber auch daran, dass die Kleidung einen italienischen Schnitt hat“, verrät Teamleiter Bernhard Kogl¬mann.
Damit sich die Pixel wirklich durchsetzen können, sind auch repräsentative Politiker und Ehrengäste mit den blauen¬ Jacken ausgestattet. Vielleicht haben Sie ja schon IOC-Präsident Jacques Rogge, LH Günther¬ Platter oder Verteidigungsminister Norbert Darabos im bunten YOG-Stil erspäht? Viele Sportbegeisterte hoffen darauf, dass die restliche Ausrüstung nach den Spielen verkauft wird. Übrigens: Auch Yoggl, der immer und überall dabei ist, besitzt eine Latzhose im bunten Muster¬ und trägt die Olympiaphilosophie „Teil sein ist alles“ in die weite Welt hinaus.

von Larissa Aron & Elisa Heißenberger

Freiwillige Helfer im Zeichen der fünf Ringe

Freiwillige Helfer im Zeichen der fünf Ringe

YOGGL und die drei Volunteers waren von der YOG beeindruckt.
YOGGL und die drei Volunteers waren von der YOG beeindruckt. Foto: Hasewend/Grozdanova

Die Spiele sind vorbei. Viele Menschen haben mitgearbeitet.
Was bleibt, sind neue Erfahrungen und viele schöne Erinnerungen.
Innsbruck – „Teil sein ist alles!“, lautete der Leitspruch dieser ersten Olympischen Jugendwinterspiele. Insgesamt waren 1400 freiwillige Helfer verschiedener Nationen und Altersgruppen beteiligt.  Dankbar sind die YOG-Verantwortlichen, dass so viele Freiwillige auch bei den Vorbereitungen mithalfen. „Ohne sie wäre vieles unmöglich und das Budget von 23,7 Millionen Euro wohl uneinhaltbar gewesen“, heißt es aus der Organisationszentrale.
Doch was war das Besondere, das alle begeisterte? Sicherlich nicht nur die persönlichen und beruflichen Erfahrungen der Freiwilligen , sondern auch Haltungen wie Teamgeist, Mitverantwortung und respektvolle Begegnungen als wertvolle  Kompetenzen für das weitere Leben. Die Spiele gaben den jungen Menschen die Chance, in verantwortungsvollen Positionen mit viel  Einsatz zu arbeiten.
Die Empfindungen bleiben unvergesslich. Viele knüpften neue globale Kontakte. Durch das Kultur- und Bildungsprogramm konnten viele Volunteers Interessantes dazulernen. „Ich erlebte Olympische Spiele zum ersten Mal“, erzählte Moonhee, 20 Jahre, aus Südkorea. Ein Stipendium ihrer Universität ermöglichte es ihr, in Innsbruck als freiwillige Helferin tätig zu sein.
Von der Freundlichkeit und der Zusammenarbeit zwischen Athleten und Studenten war sie beeindruckt. Der 22-jährige Thapar aus Indien kam extra für die Olympischen Jugendspiele nach Innsbruck. Er ist stolz, dass er im Venue Management eingeteilt wurde und somit viele Funktionäre und Promis begleiten durfte: „Hätte man mehr Budget zur Verfügung gehabt, hätte man noch mehr Träume wahr werden lassen können.“
Am Ende dieser zehn Tage waren die Volunteers auch am Ende ihrer Kräfte. Was bleibt ist ein wunderbares Gefühl der Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit im Zeichen des Olympischen Geistes.

Von Nikoleta Grozdanova und Melanie Hasewend

Die Freundschaftsspiele

Die Freundschaftsspiele

Alexandr aus Russland und Makko aus Japan verewigten sich auf der UNICEF-Wand.
Alexandr aus Russland und Makko aus Japan verewigten sich auf der UNICEF-Wand. Foto: Holleis
Hadis Ahmadi und ihr Vater Hassan Ahmadi fanden das CEP sehr erfolgreich.
Hadis Ahmadi und ihr Vater Hassan Ahmadi fanden das CEP sehr erfolgreich. Foto: Holleis

Die Olympischen Jugendwinterspiele in Innsbruck standen ganz im Zeichen der Zusammengehörigkeit, gemeinsamen Erlebnisse und der friedenvollen internationalen Verständigung.
Innsbruck – Interviews von besonderen AThleten und AThletinnen zu erhalten, war  während der Olympischen Jugendwinterspiele gar nicht sao leicht. Sie wurden sehr abgeschirmt. Bei den Recherchen traf „Games Times“ Hadis Ahmadi (15), alpine Skifahrerin aus dem Iran. Auf die Frage, wie es ihr mit den Wetterverhältnissen in Tirol erging, konnte sie nur lachen und entgegnete:„Sehr gut!“ Viele wissen nicht, dass es auch im Iran hervorragende Skigebiete gibt. Hadis selbst lebt auf 2.500 Metern und trainiert auf 3.500 Metern.
Leider verletzte sie sich am Anfang der Wettbewerbe. Das hatte auch sein Gutes, sie verbrachte viel Zeit im Congress Innsbruck. Dort bot das Culture and Education Programm in vielen Workshops und mit dem bunten Rahmenprogramm viel Interessantes für die Teilnehmer.
„Die Athleten mögen es sehr, sich untereinander auszutauschen und erhalten durch die Workshops die Möglichkeit aufeinander zuzugehen und sich zu treffen“, erklärt Alexandr Kotstrevskiy, Youth Ambassador von Russland. Dies bestätigte auch Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Kaufmann: „Im Congress waren die Vertreter alle Nationen vereint und tauschten sich  auch über Plattformen wie Facebook und Twitter aus. Dadurch kamen die Spiele bei der Jugend gut an und kann ein Vorbild für weitere Jugendolympiaden sein.“
Äußerst positive Erfahrungen machte auch Hadis, die beim Kochworkshop für traditionelle Tiroler Küche auf Athleten aus Belgien und Deutschland traf und mit ihnen viel Spaß hatte. Durch diese gemeinsam verbrachte Zeit rückten mögliche Barrieren in den Hintergrund. „Dass man am Start noch Konkurrent war, wurde dadurch immer noch nebensächlicher“, so Hadis. Allfällige sprachliche Verständigungshürden lösten die Athleten jedoch souverän, indem sie Wörterbücher auf ihren Mobiltelefon verwendeten.
Bereits erfolgreiche Sportler wie Lindsey Vonn förderten das Miteinander bei der Olympiade. Ihre klare Botschaft der Gemeinsamkeit: „Ich wünsche ALLEN Teilnehmern viel Glück und vor allem eine Menge Spaß.“ Vonn arbeitete als Role Model, also als Vorbild, und machte sich während der YOG selber ein Bild vom friedlichen Miteinander der Athleten.
Der bunte UNICEF Stand im Congress spiegelte diesen Friedensgedanken wieder. Alexander Schwenter, UNICEF-Vertreter, schilderte erfreut: „U nzählige Athleten verewigten sich auf Post-its und Ballonen mit Sprüchen wie „gegen Krieg. Für Frieden“. Damit brachen sie eine Lanze für Kinderrechte wie Recht auf Bildung, Gesundheit und gegen Diskriminierung.
„Ich bin stolz, mein Land bei den Olympischen Jugendspielen vertreten zu dürfen“, freute sich Hadis. In Zeiten der Globalisierung ist diese Jugend die Hoffnung für die gemeinsame Zukunft. 

Von Martina Wolchowe und Lisa-Maria Holleis

Gesund durch die YOG

Gesund durch die YOG

Wolfgang Schobersberger plante den Einsatz bei der YOG eineinhalb Jahre lang.
Wolfgang Schobersberger plante den Einsatz bei der YOG eineinhalb Jahre lang.

Die olympischen Jugendspiele boten nicht nur eine medizinische Herausforderung für Ärzte, sondern auch die Chance auf Weiterbildung im Bereich Gesundheit für die Athleten.
Innsbruck - „Eineinhalb Jahre haben wir die medizinische Betreuung geplant und ein kleines Team war die letzten zwei bis drei Monate Fulltime im Einsatz“, berichtet Wolfgang Schobersberger, Direktor der ISAG des Instituts für Sport-,  Alpinmedizin und Gesundheitstourismus. Durch die Partnerschaft mit TILAK, UMIT und dem Roten Kreuz konnte die medizinische Herausforderung der YOG bewältigt werden.
Etwa 155 ehrenamtliche Mitarbeiter waren täglich sowohl im Olympischen Dorf als auch außerhalb in Wettkampfstätten für medizinische Betreuung zuständig.  Dazu zählten zehn Psychologen, 38 Ärzte, 30 Physiotherapeuten und zwölf Mitarbeiter der NADA (National Anti Doping Agency), die sich auf zwei Hauptstandorte aufteilten:  Zum einen das Medical Center im Olympischen Dorf, wo rund um die Uhr Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Mitarbeiter des Roten Kreuzes zur Verfügung standen.
„ Das Equipment für die Ordination stammte Großteils aus Eigenbestand“, verrät Schobersberger. Hier fand die primäre Diagnostik statt. Falls notwendig wurden Patienten mit einem Shuttledienst  in die Klinik gebracht.
 Zweiter wichtiger Standort war die Betreuung in den Wettkampfstätten Seefeld, Kühtai und am Patscherkofel. Dort waren das Rote Kreuz mit Notarzt und die Bergrettung stationiert. Primär galt die Betreuung zwar den Athleten, aber auch die zirka 10.000 Akkreditierten, die gesamtversichert waren, fielen in den Versorgungsbereich der ISAG.
 „Die psychologische Betreuung wurde wenig gebraucht, in diesem Bereich hätten wir manche Mitarbeiter einsparen können. Ansonsten haben wir aber gut kalkuliert“, resümiert Schobersberger.
Nicht nur die medizinische Betreuung wurde großgeschrieben, sondern auch die Bildung der Athleten zum Thema Gesundheit. Im Rahmen des Kultur- und Bildungsprogramms wurden Workshops zu den Bereichen Ernährung und Jetlag angeboten, die gut besucht waren.
„Durch die gute Vorbereitung und die Einsatzbereitschaft vieler Mitarbeiter verlief die YOG ohne gröbere Unfälle, es gab nur einen Hubschraubereinsatz“, berichtet Schobersberger.

Beim Mittagstisch treffen sich alle

Beim Mittagstisch treffen sich alle

Junge Athleten treffen sich im Multiglaubenszentrum im Olympischen Dorf
Junge Athleten treffen sich im Multiglaubenszentrum im Olympischen Dorf

Innsbruck – „Alle Speisen sind mit einer Beschreibung der Zutaten in mehreren Sprachen gekennzeichnet. Somit können alle Athleten selbst wählen, was sie essen dürfen.“ Benno Steger erzählt von seinen Erfahrungen als Food and Beverage Manager der YOG. Während der Winterspiele schaut er mit seinem Team darauf, dass die Athleten und ihre Betreuer gut versorgt sind.
Das IOC schreibt vor, alle religiösen Vorschriften zu beachten. „Besonders wichtig ist es, die Speisen ohne Alkohol zuzubereiten“, verrät Steger. „Auch achten wir darauf, wenig Schweinefleisch zu kochen.“ Einfache Kost wird separat serviert, wie zum Beispiel Fleisch getrennt von den verschiedensten Beilagen. Das ist wichtig für Personen mit Allergien oder mit einer streng religiösen Lebenseinstellung. Zusätzlich werden auch vegetarische Gerichte zubereitet und Sojaprodukte angeboten.
Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, im Olympischen Dorf selbst zu kochen. „Die asiatischen Sportler bevorzugen ihre selbst mitgebrachten Fertignudeln, die mit heißem Wasser zubereitet werden“, erzählt Steger. Alle Athleten treffen sich gemeinsam im Olympischen Dorf zu den Mahlzeiten. Dort befindet sich auch eine Frühstücksstation in einem Zelt. Für die Getränke, die ausschließlich alkoholfrei sind, gibt es keine Einschränkungen. Die kulinarische Verpflegung der YOG wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Köchen initiiert.
Unter dem Motto „Teil sein ist alles“ stehen die Jugendspiele im Zeichen von Chancengleichheit, Offenheit und Toleranz. Im Olympischen Dorf wurde für Athleten ein Multiglaubenszentrum eingerichtet. „Zweimal am Tag werden Workshops zu den Religionen angeboten“, erklärt Christoph Müller, Manager des Olympischen Dorfes. „Gebetsbücher befinden sich ebenso in unserem Multiglaubenszentrum.“ Diese Einrichtung besteht aus drei individuell gestalteten Räumen für die Glaubensrichtungen und ist 70 Quadratmeter groß. Die Räumlichkeiten werden von den Athleten gerne als Entspannungsoase genützt. (maun, nire)

von ??? & ???

Mission Sauberkeit

Mission Sauberkeit

Bei der Abendveranstaltung werden die Becher auf die Mülleimer
Bei der Abendveranstaltung werden die Becher auf die Mülleimer

Innsbruck - Seit es Menschen gibt, gibt es auch Abfall. Die Jugendolympiade ist da keine Ausnahme. Ungefähr 70 Personen kümmern sich um das Recyceln und um die Sauberkeit in allen Stätten. Die Statistik zeigt eine Gesamtabfallmenge von zirka 662.670 Tonnen, die jährlich in Tirol anfallen. Durch die YOG werden noch etliche Tonnen an Müll dazu kommen. Mit den farbigen Containern wird es uns möglich, sinnvoll zu recyceln und die Stadt sauber zu halten. Ein Teil der Zentrale der YOG ist schon seit 2009 mit der Organisation in den drei Teilbereichen Reinigung, Abfall und Schneeräumung tätig. Der Kopf dieses Projektes ist Philipp Groborsch. „Es muss alles sauber sein“, betont Groborsch. Für die Sauberkeit im Olympischen Dorf wurde eine große Reinigungsfirma und vier Subfirmen beauftragt. Diese sind für die 365 Wohnungen, für die täglich anfallende Wäsche und für die Veranstaltungsstätten verantwortlich.
Für die Schneeräumung sind die Innsbrucker Kommunalbetriebe zuständig. Bei Schneegefahren im Verzug wird das Bundesheer eingesetzt, ansonsten kümmern sich die Feuerwehr und private Einsatzleute darum. „Wir verlassen uns auf die Besten und die Größten – es braucht eine Punktlandung.“ Aber was passiert mit dem Müll auf den einzelnen Sport- und Eventplätzen? Es besteht die Möglichkeit, den täglichen Abfall, der dort entsteht, in farblich separierten, gekennzeichneten Tonnen zu entsorgen. „Die IKB transportiert die vollen Container in die Müllsortierungsanlage im Ahrental, wo der Abfall nochmals getrennt wird.“ In Seefeld sowie im Olympiastadion in Innsbruck wurden eigene Müllpressen aufgestellt, um Transportkosten zu reduzieren. Auch im Olympischen Dorf ist die Entsorgung ein großes Thema. Täglich werden die Mülltonnen auf den dort vorgesehenen Müllinseln entleert. „Für die Sicherheit der Athleten und des Teams werden jeden Morgen die Mülltonnen auf Sprengstoff und Waffen von der Polizei durchsucht“, verrät Groborsch. Wie ernst nehmen die Athleten die Mülltrennung? Mit dem Projekt „Green Policy“ möchte das Main Office den Teilnehmern und der Bevölkerung das Recycling schmackhaft machen. „Es gibt Schwierigkeiten bei den 70 Nationen, wie sie zuhause sind, verhalten sie sich auch hier“, erzählte Groborsch. Die Abfallsortierung ist leider in den verschiedensten Nationen nicht gängig. Auf dem gesamten YOG-Areal wird mit Plakaten und Werbungen auf den Umweltschutz hingewiesen. Auch die YOG zeigt, wie man wiederverwertet. Das gekaufte Inventar wird am Ende der Olympischen Spiele teils auf dem Flohmarkt verkauft und zum anderen an soziale Einrichtungen verschenkt.

von Nikoleta Grozdanova & Melanie Hasewend

Kühtai und Seefeld ziehen unterschiedliche Bilanzen

Kühtai und Seefeld ziehen unterschiedliche Bilanzen

Aus Kühtai soll ein Freestyle-Zentrum werden.
Aus Kühtai soll ein Freestyle-Zentrum werden.

Seefeld, Kühtai - In Seefeld, das zum dritten Mal Olympische Ringe trägt, sieht man die Jugendolympiade als willkommene Jugendveranstaltung. „Auf unseren Tourismus wirken sich die Spiele sehr positiv aus. Im Moment stürmen Seefeld viele junge Sportler und Touristen und bringen frischen Wind in den Ort. Auch zahlreiche Trainer und Pressevertreter sind hier“, berichtet Bürgermeister Werner Frießer mit Begeisterung. Für den Wintersportort haben sich die einjährigen Vorbereitungen auf diese tolle, internationale Veranstaltung jedenfalls rentiert. Da viele Freiwillige bei diesem Event mitarbeiten, kann sich Seefeld Kosten sparen.
Während in Seefeld schon früh olympische Stimmung herrschte, verbreitete sie sich im Kühtai schleppend. „Wir fühlten uns im Vorfeld recht wenig eingebunden und vermarktet. Auf den Plakaten und Fahnen wurde Kühtai nicht einmal erwähnt“, so Dorfstadlwirt Burkhard Haslwanter. Er beobachtete anfänglich wenige Zuschauer und schlägt vor: „Schulklassen sollten bei solchen Events unbedingt anwesend sein und daher frei bekommen, um die gleichaltrigen AthletInnen zu unterstützen.“ Mittlerweile hat sich die vormals abwartende Haltung klar in Zustimmung und Freude verwandelt. Die 30 Kühtaier Tourismusbetriebe (1900 Betten) sind sehr zufrieden mit der YOG und auch mit der Anzahl der Besucher. Es habe sich ausgezahlt, für die ursprünglich vorgesehene Seegrube einzuspringen, so der Tenor der Touristiker. „Ich bin überzeugt, dass durch die Jugendwinterspiele auch in Zukunft viele Touristen unsren tollen Wintersportort und  die Region besuchen werden. Mit dem für die Jugendolympiade erbauten größten Snowpark Europas haben wir im Kühtai ein tolles jugendliches Angebot, das zum nachgefragtesten Freestyle-Zentrum werden soll. Damit können wir dann auch noch gezielt jugendliche Gästeschichten ansprechen“, ist Wolfgang Suitner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Kühtai überzeugt.

von Carina Posner & Julia Strobl

Yog Innsbruck - Impressionen

Yog Innsbruck - Impressionen

  • yog innsbruck

Der eisige Olympiasieger

Der eisige Olympiasieger

Franz Klammer - ganz eisig - vor dem Goldenen Dachl
Franz Klammer - ganz eisig - vor dem Goldenen Dachl

Innsbruck - Seit Montagabend kann sich Abfahrtsolympiasieger Franz Klammer geehrt fühlen. Er schmückt nun während der YOG die Innsbrucker Altstadt, vor dem Goldenen Dachl, in Form einer Schneeskulptur. Ausgestattet mit Kettensägen fahren Gabriel Rauchegger und Werner Pirker in einen riesigen Schneeblock. Die Flocken des Kunstschnees schießen in alle Richtungen. Vor dem Goldenen Dachl entsteht eine fast drei Meter hohe Schneeskulptur. Sie zeigt Franz Klammer bei seinem Olympiaabfahrtslauf 1976. „Die Initiative für diese Figur wurde von den verschiedensten Gastronomen in der Innsbrucker Altstadt entwickelt“, erzählt Bernhard Vettorazzi, Geschäftsführer des Innsbruck Marketing. Die einzelnen Gastronomiebetriebe wollten Teil der YOG sein und aufmerksam machen, was gerade in Innsbruck stattfindet. In Zusammenarbeit mit Innsbruck Marketing, dem Tourismusverband und der IVB wurde dann ein Konzept erstellt und die Ausführung ermöglicht. „Diese Skulptur war eine spontane Geschichte“, verrät Vettorazzi. Die große Schneeskulptur, die aus Kunstschnee angefertigt wurde, konnte nur erstellt werden, wenn das Wetter mitspielte, denn einen Plan B gab es nicht. Für die Ausführung hatte das Innsbruck Marketing die zwei selbstständigen Bildhauer Rauchegger aus Osttirol und Pirker aus Kärnten ausgewählt. Die Beiden absolvierten die Bildhauerschule in Elbigenalp und sind in Tirol schon in Ischgl tätig gewesen. Die Künstler freuen sich diese Skulptur im Zeichen der YOG zu errichten. „Wir hatten Glück, das Wetter spielte mit und somit konnten wir die Figur in so kurzer Zeit und ohne Komplikationen fertig stellen.“ Das Innsbruck Marketing kümmert sich jetzt um die Schneeskulptur. Täglich wird kontrolliert, kleinere Ausbesserungsarbeiten vorgenommen und sollte es schneien, wird der Schnee abgekehrt. Das Team hofft darauf, dass sich die derzeitigen Temperaturen nicht verändern, so bleibt der eisige Olympiasieger für mindestens 14 Tage erhalten.

von Nikoleta Grozdanova & Melanie Hasewend

Alpine Exoten begeistern

Alpine Exoten begeistern

Bibash Lama (rechts), zusammen mit seinem Trainer Rami Prosad Gurung, hat erst in Innsbruck seine Skiausrüstung gekauft.
Bibash Lama (rechts), zusammen mit seinem Trainer Rami Prosad Gurung, hat erst in Innsbruck seine Skiausrüstung gekauft.

Innsbruck – Bibash Lama ist 17 Jahre alt, stammt aus Nepal und hat mit dem Ski fahren erst vor zwei Jahren begonnen. Man merkt ihm die Nervosität vor dem ersten Rennen deutlich an. Ein Grund dafür ist, dass er seine Skiausrüstung erst vor wenigen Tagen in Tirol besorgt hat. Ansonsten fühlen er und sein Betreuerteam sich in Innsbruck wohl und nutzen jede freie Minute, um am Patscherkofel zu trainieren. In Nepal ist dies mangels Skigebiet gar nicht so einfach und so muss der junge Athlet immer nach China, Korea oder Indien ausweichen.
Die Kosten für den Transport, die Unterkunft und auch für die Ausrüstung übernahm das nepalesische Olympia-Komitee. Ohne diese Unterstützung wäre der Traum des schüchternen Jungen aus Nepal, an den Jugendwinterspielen teilzunehmen, nicht in Erfüllung gegangen.
Nepal ist nur eines von vielen exotischen Teams. Unter anderem sind auch Brasilien, Mexiko oder der Iran vertreten. Für diese Athleten ist es denkbar schwierig, sich fernab großer Skigebiete und ohne richtige Trainingsmöglichkeiten auf ein Event dieser Größenordnung vorzubereiten.
Umso beachtlicher ist es daher, dass diese Sportler den langen und teils beschwerlichen Weg auf sich nehmen,  um ihr Land vertreten zu können und den olympischen Gedanken in die Welt zu tragen. Unter diesen Ländern befindet sich auch ein Staat, in dem man vom Schnee nur träumen kann: Eritrea.
Der eritreische Athlet Shannon Abeda hat es leichter, da er in Kanada aufwuchs und ihm somit mit Lake Louise und Calgary perfekte Trainingsstrecken zur Verfügung stehen. Der 15-jahrige Doppelstaatsbürger trainiert in der Heimat zusammen mit dem kanadischen Team. In Innsbruck startet er  unter eritreischer Flagge, als erster alpiner Skifahrer seines Landes. Shannon ist es zu verdanken, dass der afrikanische Staat nun Teil der FIS-Gemeinschaft ist.
Überhaupt ist der junge Sportler sehr ehrgeizig,  was seine Disziplin betrifft. Von Kindertagen an fasziniert ihn der alpine Skisport, wobei seine Vorbilder aus Österreich stammen. Hermann Maier und Marcel Hirscher leben schon Shannons Traum von der großen Skikarriere. Ihre Biografien kennt er bis ins letzte Detail.
Auf seinem Weg zum Profi wird er sportlich und mental von seiner großen Schwester Feden (20) als Coach unterstützt. Somit ist der Jugendliche fernab der Heimat nicht ganz auf sich alleine gestellt.
Genau diese Teilnehmer machen die YOG aus. Sie sind nicht nur eine große Bereicherung, sondern zeigen auch, dass es nicht auf die Nationalität ankommt, solange man seinen Traum lebt und bereit ist für seine Zukunft zu kämpfen. 

von Michael Klieber, Matthias Garber & Theresa Gstrein

Tirols Schulen leisten für YOG unbezahlbare Beiträge

Tirols Schulen leisten für YOG unbezahlbare Beiträge

Die Neue Mittelschule Seefeld sorgt für Stimmung an den Sportstätten.
Die Neue Mittelschule Seefeld sorgt für Stimmung an den Sportstätten.

Innsbruck – Tirols Schulen sind unentbehrlich bei der Organisation, Gestaltung und Umsetzung des Rahmenprogramms der Spiele.
Der Werbefilm des Reithmanngymnasiums in Zusammenarbeit mit der HTL Imst und der HTL Jenbach trug beispielsweise mit dazu bei, dass Innsbruck als Olympiastadt ausgewählt wurde. Bei der Eröffnungsfeier wirkten viele Schüler mit, unter anderem designten und fertigten Ferrarischüler flippige T-Shirts und coole Capes für die Träger der Olympiafahne. 
Rund 1400 Schüler von Pflichtschulen und Höheren Schulen präsentieren im Congress täglich die teilnehmenden Nationen auf der World Mile. Sie investierten unzählige Vorbereitungsstunden, um die Länder phantasievoll und interessant vorzustellen. „3050 Schüler in 108 Klassen aus zwölf Schulen nehmen an der School Sport Challenge teil. Damit begeistern wir die einheimische Bevölkerung für die Spiele und animieren zu sportlicher Betätigung“, erzählt Sportfachinspektor Wolfgang Oebelsberger, der auch das Olympiamotto „Teil sein ist alles“ erfand. Im Congress bieten Spezialisten des Medien-
kollegs sehr nachgefragte Medienworkshops an und andere Kollegstudierende sowie Schüler der Medienferrarischule verfassen in Zusammenarbeit mit Redakteuren der Tiroler Tageszeitung Berichte für die „Games Times“ sowie Videobeiträge für tt.com und den ORF-Tirol, der überdies auch Schüler als Jugendreporter einsetzt. Über 50 Studierende des zweiten Jahrgangs des Tourismuskollegs haben die gesamten Hostesstätigkeiten und die Gästebetreuung übernommen.
„Ohne Tirols Schulen wäre so ein Großevent nicht zu finanzieren, daher ist die Leistung der Schulen für die Jugendwinterspiele unbezahlbar. Außerdem werden die jungen Erwachsenen in Tirol sicherlich für sportliche Aktivitäten begeistert“, sind Tirols Skiverbandspräsident Werner Margreiter und der amtsführende Landesschulratspräsident Hans Lintner überzeugt. Lintner ist vor allem angetan, dass Schulen aus Nord-, Ost- und Südtirol mit großer Freude dabei sind.

von Carina Posner & Julia Strobl

Ruheoase im Sportchaos

Ruheoase im Sportchaos

Jugendliche aus aller Welt haben viel Spaß bei den Trommelworkshops im Congress.
Jugendliche aus aller Welt haben viel Spaß bei den Trommelworkshops im Congress.

Innsbruck – Im Congress treffen die Sportler aus aller Welt auf zwei passionierte Trommler, Maria Zeisler und Gottfried Jaufenthaler, die die jungen Menschen willkommen heißen. Die beiden schaffen den Rahmen, in dem die gestressten Athleten zur Ruhe kommen und sich selbst entfalten können. Schon bei den olympischen Jugendspielen in Singapur gab es die Möglichkeit, an Trommelworkshops teilzunehmen. Die Veranstalter übten mit den Teilnehmern Rhythmen ein, die Stimmung und Aktion erzeugten. „Wir arbeiten weniger auf dem Entertainmentsektor, sondern wollen den Menschen eine Plattform geben, selbst kreativ zu werden. Weil im Sport alle auf ein Ziel zusteuern und es wenig Freiheiten gibt, ist Raum für eigene Ideen so wichtig. Genau deshalb wurden wir ausgewählt“, erklärt uns Zeisler, als wir uns selbst ein Bild von der Stimmung im Congress machen. „Wir trommeln spontan los und sehen, was dabei entsteht. Jede Session ist anders“, schildert Jaufenthaler. „Wenn Angst und Druck abfallen, entwickelt jeder für sich selbst meditative Rhythmen, die ihm in diesem Augenbick gut tun. Das ist medizinisch getestet.“
Zwei Mal täglich finden sich circa 50 Jugendliche und Erwachsene im Saal Tirol ein. Am Anfang jeder Session wird die Wahrnehmung der Trommler geschärft und ihnen ein Gefühl für den Groove vermittelt. Danach folgt eine halbstündige Improvisation, die anfangs oft chaotisch ist. Davon lassen sich die Workshopleiter aber nicht abschrecken: „Ich habe gelernt, das Chaos zu ertragen, denn die Ordnung, die am Ende daraus entsteht, ist etwas ganz Besonderes.“
Die Workshops sind gut besucht und die beiden Trommler sind mit Feuereifer dabei. „Der einzige Risikofaktor lag darin, dass die energiegeladenen Sportler zu ungeduldig sind, um einen gemeinsamen Rhythmus zu finden“, vertrauten uns Zeisler und Jaufenthaler an. Doch diese Sorge der beiden Musiker erwies sich als unbegründet. Es gelingt ihnen hervorragend, den Jugendlichen den Gedanken zu vermitteln, dass Musik dazu da ist, verschiedene Nationen mit einer gemeinsamen Sprache, ohne Aggressionen, zu verbinden. Die junge An-Chi Chen zeigt sich begeistert: „It‘s my first time and I do love it!“ – „Ich bin das erste Mal dabei und ich liebe es!“

von Larissa Aron & Elisa Heißenberger

 

Video zum Thema: http://tirol.orf.at/news/stories/2517087/ Externer Link

 

Hockeydamen – weicher Kern in rauer Schale

Hockeydamen – weicher Kern in rauer Schale

Zweikämpfe, totaler Körpereinsatz, die Hockeydamen haben bei der Jugendolympiade in Innsbruck eine Männerdomäne geknackt und packende Matches (im Bild: Österreich-Deutschland) gezeigt.
Zweikämpfe, totaler Körpereinsatz, die Hockeydamen haben bei der Jugendolympiade in Innsbruck eine Männerdomäne geknackt und packende Matches (im Bild: Österreich-Deutschland) gezeigt.

Innsbruck - Die Mädchen dringen bei den Jugendwinterspielen selbstbewusst in eine raue Männerdomäne ein. Die Rede ist  vom Eishockey.  Körpereinsatz, punktuelle Schnelligkeit, extreme Wendigkeit, Fitness, Crashresistenz und Teamspirit. Diese Eigenschaften zeigen die Spielerinnen des Österreichischen Eishockey Damennationalteams und beweisen damit, wie stark das sogenannte schwache Geschlecht ist. Die Hockeydamen bringen totalen Einsatz. Mitten drinnen auch eine Tirolerin. Julia Frick stürmt für die heimischen Hockeydamen, die sich gestern über einen Sieg gegen die  deutschen Eishockeydamen freuen konnten. Die 17-jährige Kemater Schülerin lebt diesen harten Sport total aus.“ Schon als Kind faszinierte mich Eishockey und ich spielte immer wieder mit Schulfreunden. Hockeyspielen ist einfach irre“, erzählt sie nach dem 5:2 Matchsieg über Deutschland. Da sie in ihren Anfängen noch keine richtige Ausrüstung hatte, spielte sie kurzerhand mit selbstgebastelten Schlägern auf einem Eisplatz, den ihre Mutter selbst angelegt hatte. Mit 11 Jahren begann Julia in einer Bubenmannschaft zu spielen, da es keine Möglichkeit gab, in einem Mädchenteam zu trainieren. Schnell stellte sich heraus, dass sie ein großes Talent war. „Und nun spiele ich seit vier Jahren im österreichischen Nationalteam. 2007 wurde ich bei einem Wettbewerb in Kanada als beste Stürmerin Österreichs ausgezeichnet.“ Ihre größten Fans und Förderer sind Familie und Freunde, die sie bei diesem außergewöhnlichen Sport unterstützen und  sie fast bei jedem Match anfeuern. „Mit der Teilnahme an den olympischen Jugendspielen habe ich mein bisher größtes Sportziel erreicht. Für mich ist es eine riesengroße Ehre dabei sein zu dürfen. Was ich sportlich danach mache, lasse ich  mal auf mich zukommen“, erzählt Julia.  Der Sieg über Deutschland motiviert die heimischen Hockeydamen enorm. „Heute Dienstag werden wir alles geben, um auch  schwedische Mannschaft zu besiegen. Obwohl es schwierig wird, sind wir optimistisch“, so der Tenor der „harten“ Österreicherinnen.

von Karin Auer & Lisa Wechner

Im olympischen Einsatz: Singapur und Innsbruck

Im olympischen Einsatz: Singapur und Innsbruck

Vishwanath Mannava ist begeistert von Innsbruck.
Vishwanath Mannava ist begeistert von Innsbruck.

Innsbruck – Als Volunteer um die halbe Welt reisen und olympische Jugendspiele erleben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten – dafür entschied sich der sportbegeisterte Vishwanath Mannava. Bereits bei den Jugendspielen in Singapur war er dabei, nun ist er auch in Innsbruck mit von der Partie. „Es ist toll, daran teilzunehmen, weil dieses Großevent nur alle vier Jahre stattfindet.“
Den Vergleich zwischen den Sommerspielen in Singapur und den Winterspielen in Innsbruck findet der 30-jährige Kanadier schwierig: „Es ist noch etwas zu früh, und beide Spiele sind zu unterschiedlich, um sie vergleichen zu können. Ein Detail fällt ihm jedoch auf: „An den Innsbrucker Spielen nehmen weniger Athleten und Nationen teil, weil Wintersport nicht so verbreitet ist.“
Erfreulich findet Vishwanath, dass in Innsbruck für die Athleten eigens ein olympisches Dorf errichtet wurde. In Singapur wären diese nur in einem Studentenheim untergebracht gewesen. „Überdies bin ich begeistert, dass eine so kleine Stadt wie Innsbruck bereits zum dritten Mal Olympische Spiele austrägt. Das ist eine Auszeichnung.“ In Singapur war der engagierte Volunteer als Assistent für das Nationale Olympische Komitee tätig, hier in Innsbruck unterstützt er das Kultur- und Bildungsprogramm der YOG, das er „super“ findet. Über die Vorbereitung auf die Arbeit als Volunteer verrät der 30-Jährige: „In Singapur hatten wir ein Online-Training vorab.“ Auch wenn dies in Innsbruck nicht der Fall war, fühlt sich Vishwanath dennoch gut ausgebildet. Vor den Spielen hätte es zudem ein Job-Training vor Ort gegeben. Innsbruck als Stadt begeisterte den jungen Mann auf Anhieb. Und so geht es einigen unter den 1400 Volunteers aus über 50 Nationen, die bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in 17 unterschiedlichen Funktionsbereichen im Einsatz sind. Eine Auszeichnung für die Stadt mit den fünf Ringen.

von Beate Öttl & Carmen Lengauer

„Yogger“ hält den Kontakt

„Yogger“ hält den Kontakt

Mit diesem USB-Stick können die olympischen Athleten miteinander kommunizieren
Mit diesem USB-Stick können die olympischen Athleten miteinander kommunizieren

Innsbruck – Mit einer coolen Neuerung warten die Jugend-Winterspiele auf, die Athleten und ihre Betreuerteams gleichermaßen begeistert. Der Stick heißt „Yogger“ und ist für die Aktiven ein ständiger Begleiter beim Wettkampf und Freizeit- und Bildungsprogramm. Er speichert alle Daten und  ermöglicht einen schnellen Informationsaustausch. 
Was ist das für ein Ding? „Yogger“ ist ein mit Wireless ausgestatteter USB-Stick mit integriertem Akku. Er erleichtert es, Kontakte und kleine Informationsmengen wie neue Bekanntschaften auszutauschen. Bereits vor Beginn der YOG wurden für alle Athleten auf die jeweiligen „Yogger“ allgemeine Informationen über die Jugendolympiade und ihre Veranstaltungen hochgeladen. 
Jeder Athlet, der an der YOG teilnimmt, erhielt den Infostick, um ihn als elektronische Visitenkarte zu verwenden. Werden zwei „Yogger“ zusammengehalten, tauschen sich die Daten wie aus Zauberhand automatisch aus. Ein so genannter „Yogger-Tag“ ist ein Sticker mit eingebauter „Yogger“-Technologie. Damit sind verschiedene Vorteile und Angebote verbunden. Die Athleten können sich mit dem „Yogger“ auf einer Kommunikationsplattform anmelden und so miteinander in Verbindung bleiben.
Jeder Workshop im Congress Innsbruck ist mit „Yogger“-Technologie ausgestattet. Wer einen Workshop besucht, bekommt bestimmte Punkte, die man braucht, um bei der so genannten „Athlete Challenge“ Preise zu gewinnen. Sie können nicht gekauft werden, sondern nur von jenen Teilnehmern gewonnen werden, die die „Yogger“ verwenden. „Das motiviert uns total zum Besuch der Workshops und des Freizeitprogramms“, verraten die Athleten. Ein spezielles „Yogger“-Team scannt jeden Abend alle Tags und Sticks, um die Anzahl der Teilnehmer und Aktivitäten zu erfassen, die diese besucht haben. „Überwacht und als gläserner Mensch fühlen wir uns nicht“, sind viele Athleten von dieser Neuerung begeistert, obwohl sich auch Skepsis über mögliche unerwünschte Kontrollen dazumischt.
Den „Yogger“ haben auch die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) entdeckt. Und zwar für ein umweltfreundliches Projekt im Olympischen Dorf. Dort haben die IKB ein weiteres Schmankerl für die Athleten vorbereitet. Und zwar einen Stromsparwettbewerb, bei dem Sparsamkeit, ökologisches und daher auch ökonomisches Verhalten im Vordergrund stehen. 
Die Sportler jenes Appartements, das am wenigsten Strom verbraucht, gewinnen einen tollen Sachpreis. Stromverbrauch wird auch im „Yogger“ gespeichert. Profitieren können die Athleten vom „Yogger“ auch noch nach den Olympischen Jugend-Winterspielen. Denn dieser hält mit seiner Timeline-Funktion schöne Erinnerungen für sie fest und ermöglicht es ihnen, die neu geknüpften Kontakte auch nach den Olympischen Jugend-Winterspielen aufrechtzuerhalten.

von Lena Jäger, Johannes Kathrein & Lea Schneider

 

Video zum Thema: http://tirol.orf.at/radio/stories/2517651/ Externer Link

 

Sport und Mode als Signal der Freude an die Welt

Sport und Mode als Signal der Freude an die Welt

Mit kreativen, flippig-chillig gestalteten T-Shirts trugen die Ferrarischülerinnen zum bunten, lebendigen Bild am Bergisel bei. Motto: „Gemeinsamkeit in Rotweißrot“.
Mit kreativen, flippig-chillig gestalteten T-Shirts trugen die Ferrarischülerinnen zum bunten, lebendigen Bild am Bergisel bei. Motto: „Gemeinsamkeit in Rotweißrot“.

Innsbruck – Sport und Mode – beide Komponenten repräsentieren Lebensgefühl, Selbstverständnis und Persönlichkeit von Menschen. Die Olympischen Jugend-Winterspiele bilden diesbezüglich eine Plattform für beide, schließlich spielt Mode abseits der offiziellen Outfits eine große Rolle. 
Festlich, in trendig weißen Capes präsentierten sich beispielsweise die prominenten Träger der Olympiaflagge bei der Eröffnungsfeier. Entworfen und gefertigt wurden die mit viel Zuspruch bedachten Kreationen von jungen Designerinnen der Innsbrucker Modeschule (Ferrari).
Die Vorarbeiten dort liefen bereits seit Herbst auf Hochtouren. Insgesamt 120 Nachwuchsdesignerinnen der Tiroler Unikatschule erarbeiteten 600 Entwürfe für gleichsam phantasievolle wie praktisch zu tragende Capes. 37 Ideen wurden schließlich vom Organisationskomitee der Jugendspiele ausgewählt, drei Schüler wurden bereits im Oktober zu den ersten YOG-Siegern gekürt.
50 Schülerinnen der Ferrarischule zeigten zudem ihre grenzenlose Kreativität auf T-Shirts, die sie unter dem Motto „Gemeinschaft in Rotweißrot“ jugendlich flippig, crazy und schrill aufpeppten. 
Viele verschiedene Materialien kamen zum Einsatz, Applikationen mit Knöpfen, Bändern und Bordüren wurden verarbeitet. Sogar Mützen und passende Accessoires machten sie selbst. Heraus kam ein rotweißrotes Kunstwerk. Damit verliehen sie der eindrucksvollen Eröffnungszeremonie zusätzlich Farbenpracht, Fröhlichkeit und Originalität im jungendlichen Stil. Zusammen mit den farbenprächtigen Gewändern der YOG-Tänzer sowie den typisch Tiroler Tanzpaaren in Trachten und Dirndln ein prächtiges Symbol für die Vielfalt der Olympischen Jugend-Winterspiele.

von Carina Posner & Julia Strobl

 

Video zum Thema: http://tirol.orf.at/news/stories/2516989/ Externer Link

 

„This is our time“ lautet Emas Botschaft Tirols an die Welt

„This is our time“ lautet Emas Botschaft Tirols an die Welt

Mit viel Freude kam Ema zur olympischen Premiere des offiziellen Olympiasongs „This is our time“.
Mit viel Freude kam Ema zur olympischen Premiere des offiziellen Olympiasongs „This is our time“. Foto: Stolzlechner

„This is our time“, das ist die tolle „Message“, womit sich die 15-jährige Zillertalerin Ema im offiziellen Olympiasong an die Jugend wendet. Ihrem großen Auftritt auf der Bergiselschanze in Innsbruck zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der ersten Youth Olympic Games blickte Ema gelassen entgegen. Dennoch begleitete sie vor allem Minuten vor ihrem Auftritt Lampenfieber. „ Ich hatte heftiges Bauchkribbeln“ erzählte uns lebensfroh Ema im Interview.
Den Song „This is our time“ bekam die Jungkünstlerin zu ihrem 14. Geburtstag von ihren Eltern geschenkt. „ Ich verbinde dieses Lied mit meinem Teenagerleben und meiner Lebensfreude.“ Dabei machte ihr vor allem der Videodreh zum Song sehr viel Spaß und sie konnte dadurch wichtige Erfahrungen für ihr Leben mitnehmen: Verhalten vor der Kamera, Auftritt vor Tausenden Menschen, Lampenfieber im Zaum zu halten.

Ihre Auftritte genießt sie in vollen Zügen: „Vor allem das Autogrammschreiben und die Fotoshootings nach den Auftritten begeistern mich.“ Sie findet es toll, den Leuten mit ihrem Lied Freude zu machen: Ema mit leuchtenden Augen: „ Es ist ein atemberaubendes Gefühl, wenn man auf der Bühne steht und der Song dem Publikum gefällt. Eine unbeschreiblich tolle Erfahrung“, so Ema.

Für ihre Zukunft wünscht sich Ema eine bodenständige Karriere. „Auf die Sangesschiene will ich mich nicht verlassen. Dennoch hoffe ich, einen weiteren Song herauszubringen.“

Klar, dass Ema unbedingt ein paar Bewerbe der Youth Olympic Games in Innsbruck mitverfolgen will. „Ich fiebere zum Beispiel Eiskunstlauf und Ski alpin entgegen, zwei Lieblingssportarten von mir. Ich wünsche den Athletinnen und Athleten aus aller Welt viel Erfolg und vor allem Spaß bei den Bewerben und hoffe, dass unser Song die Athleten zu Bestleistungen motiviert und immer in Erinnerung bleibt.“

Von Nina Rehrl

 

Der Song zum Download: http://www.innsbruck2012.com/uploads/cd_page_element/1140889979/Ema-ThisisourTime.mp3 Externer Link

 

Sicherheit geht vor

Sicherheit geht vor

Selbst Maskottchen Yoggl kann sich in Innsbruck jederzeit sicher fühlen
Selbst Maskottchen Yoggl kann sich in Innsbruck jederzeit sicher fühlen

Innsbruck – „Wenn man das Olympische Dorf von oben betrachtet, erkennt man das weltpolitische Gefüge“, glaubt Philipp Grobosch. Als einer der Hauptverantwortlichen für die Sicherheit bei den Jugend-Winterspielen sieht er das Olympische Dorf als den Schauplatz mit dem größten Sicherheitsrisiko. Dort sind sämtliche Nationen untergebracht. 
„Schon die Aufteilung der Unterkünfte für die Athleten war eine große Herausforderung, da es zwischen manchen Nationen Differenzen gibt“, erinnert Grobosch. Deshalb wurde das Sicherheitsniveau deutlich angehoben. Allein beim Betreten des Dorfes, beim Gang durch ein Terminal, wird der Besucher darauf gestoßen. Sicherheitskräfte arbeiten im Schichtbetrieb, sodass sich die Teilnehmer rund um die Uhr in Sicherheit wissen. „So können sich die Athleten konzentrieren und Hochleistungen erbringen.“ 
Grobosch will keine Nervosität der YOG-Besucher durch das hohe Sicherheitsaufkommen beobachtet haben. Lediglich Securitys zeigen sich bei Veranstaltungen im Vordergrund, die restlichen Sicherheitskräfte agieren im Hintergrund und kommen nur im Notfall zum Einsatz. Die Polizeikräfte zeigen viel Präsenz und bemühen sich, einen reibungslosen Ablauf der Jugend-Winterspiele zu gewährleisten, erzählt Giner von der verwaltungspolizeilichen Abteilung Innsbruck. In Zahlen: Allein in Innsbruck stehen jeden Tag 500 Security-Beamte, daneben 100 Feuerwehr- und 100 Rettungskräfte sowie 200 Polizisten und das Bundesheer bereit.
„Bisher langten keine Beschwerden bei uns ein“, freut sich Grobosch. Der Stadt Innsbruck und dem Sicherheitsmanagement sei es gelungen, das Sicherheitsbedürfnis der Menschen zu erfüllen.
Bei den traditionellen Spielen indes, etwa bei den Sommerspielen in London (Juli/August 2012), ist allein der Sicherheit wegen ein Streit entbrannt. Nach deutlicher Kritik verteidigt sich die Regierung nun, die Spiele seien sicher. Sogar Raketen könnten eingesetzt werden, gegen Angriffe aus der Luft: Entschieden sei das aber noch nicht. 
Nach einem Zeitungsbericht misstrauen die USA den Londoner Sicherheitsvorkehrungen und wollen tausend eigene Sicherheitsleute einfliegen. Der Sicherheitsverantwortliche für die Spiele bestreitet diese Darstellung. Fest steht: Die Organisatoren hatten bis vor Kurzem die Sicherheitslage drastisch unterschätzt. Sie waren davon ausgegangen, dass zehntausend Sicherheitsleute ausreichen würden. Über den Sommer kamen sie dann zu dem Ergebnis, die Zahl müsse mehr als verdoppelt werden – auf 21.000. Da solche Mengen an Ordnern in der verbleibenden Zeit gar nicht mehr die notwendigen Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen können, soll nun die britische Armee aushelfen. Das Verteidigungsministerium hat angeboten, dafür dreitausend Soldaten zu stellen und weitere in Reserve zu halten. 
Die Kosten für die Sicherheit der Sommerspiele werden offiziell noch mit 600 Millionen Pfund (700 Millionen Euro) angegeben, dürften sich aber deutlich erhöhen. Bei der Olympia-Bewerbung hatte London die Kosten für die Sicherheit auf 213 Millionen Pfund geschätzt.

von Lena Jäger, Johannes Kathrein & Lea Schneider

Wie der Phantasie-YOGGL zum Leben erweckt wurde

Wie der Phantasie-YOGGL zum Leben erweckt wurde

Yoggl  ganz entspannt als cooler Freeskier im schneereichen Kühtai
Yoggl ganz entspannt als cooler Freeskier im schneereichen Kühtai

Ohne die Anwesenheit des Maskottchens YOGGL läuft bei den Olympischen Jugendwinterspielen nichts. Ob Fackellauf, offizielle Empfänge oder Spiel und Sport: Er ist immer mit dabei. Wie YOGGL  in seine prominente Rolle hineinwuchs, lag bis vor kurzem noch im Dunkeln. Jetzt ist Licht in die Sache gekommen.
„Vor knapp einem Jahr wurde ein Gamsbock mit Latzhose und Schal im Pixelmuster gesichtet und sofort als Maskottchen engagiert“, so die bisherige Mär. In Wirklichkeit ist YOGGL eine Phantasiegestalt  von Florencia Demaría und Luis Andrés Abbiati aus Argentinien,  die den weltweit ausgeschriebenen Maskottchenwettbewerb gewannen. 
Der junge YOGGL war anfänglich aber noch unsicher: „Wie soll ich mich im grellen Scheinwerferlicht und zwischen vielen Kabeln auf den großen Bühnen zurechtfinden? Wie gelingt es mir, nicht den Überblick zu verlieren und Kontakt zu den Zuschauern aufzubauen?“ Er war froh, einen persönlichen Volunteer an seiner Seite zu haben, der den Fanandrang etwas abschwächte und ordnete. Sonst hätte er das alles nur schwer  geschafft. Denn am Anfang des Olympischen Werbefeldzugs war YOGGL sehr zurückhaltend und musste sich an den Rummel  erst gewöhnen.  „Eigentlich haben mir die Kinder und ihre Begeisterung  geholfen meine Scheu zu überwinden“, verrät  YOGGL glücklich, der allmählich zum Publikumsliebling geworden ist. Es waren auch die Kinder und Jugendlichen, die ihn nach und nach aus der Reserve lockten und zu Lockerheit und Spontanaktionen wie Tanzeinlagen animierten. Während des zweieinhalbwöchigen Fackellaufs fing YOGGL dann richtig Feuer, sprühte förmlich vor Ideen und entdeckte täglich neue Möglichkeiten, das Publikum zu begeistern.  Beispielsweise mit der Fahrt durch Wien im offenen Cabrio, oder beim Snowboardnachmittag im Kühtai. „Super  ist auch,  hautnah neben Prominenten, wie Olympiasieger Fritz Strobl, oder verschiedenen Regierungschefs zu stehen und ihnen die Hand zu schütteln“, schwärmt Yoggl und ist überzeugt, dass sich  auch die Winterspiele so prächtig entwickeln werden wie er: relaxed, freudvoll, mutig, offen  und Menschen verbindend. YOGGL ist nun  voll olympischer Begeisterung und hofft  bei den Spielen 2014 in Sotschi eine Maskottchenfreundin zu finden. 

von Larissa Aron & Elisa Heißenberger

 

Videotipp: http://tirol.orf.at/news/stories/2516724/ Externer Link

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