Wie kann ein Jugendgemeinderat funktionieren? Jugendliche der letzten Generation des Jugendgemeinderates in Kufstein skizzieren optimale Bedingungen und Faktoren für einen gelingenden Jugendgemeinderat.
Wie sich die Beteiligten selbst beschreiben bzw. wie sie selbst die Einrichtung des Jugendgemeinderates sehen...
Wie sich die Beteiligten selbst beschreiben bzw. wie sie selbst die Einrichtung des Jugendgemeinderates sehen...
Der Jugendgemeinderat in Kufstein ruht im Moment. Derzeit gibt es dort keine aktuelle Gruppe. Die letzte Generation des Jugendgemeinderates hatte Zeit über ihre bisherige Arbeit zu berichten. Treffpunkt war immer im Jugendtreff der KuFa (Kulturfabrik). Diese Örtlichkeit war durch seine Entfernung leider nicht wirklich am Gemeindeamt angebunden. Die Arbeit der Kufsteiner Jugendlichen im Jugendgemeinderat verlief sehr projektorientiert – eine ebenfalls bewährte Arbeitsform. Wichtig ist es dabei, auch strukturelle Dinge zu beachten und zu entwickeln. Solche Projekte waren z.B. der Wunsch nach der Durchführung eines Sozialprojektes wie jenes in Bregenz mit dem Namen „BreAK“:
w18: Es ist dann auch gleich los gegangen mit so Umwelt – Sachen, mit dem Geld, mit den Gutscheinen. Wir wollten das machen, was die Wörgler jetzt schon machen, das mit den Gutscheinen und so. Da kann man irgend etwas arbeiten und bekommt dafür Gutscheine. Wir sind dann an der Stadt gescheitert, die das dann nicht wollten, wegen der Versicherung, wenn jemand da mit dem Rad fährt und dem passiert dann was, wer zahlt das? Wegen dem ist das dann gescheitert.
Dieses Vorhaben scheiterte also an juristischen Bedenken, für die aber Vergleichsprojekte eine Antwort hätten, wie beispielsweise das Projekt BreAk in Bregenz. Mit etwas Recherche könnte man in solchen Dingen sicher Lösungen finden.
Als ein gelungenes Projekt empfanden die Jugendlichen die von der Stadt angebotenen Umwelttage, an denen alle Vereine usw. der Stadt teilnehmen konnten. Das Besondere für die Jugendlichen daran war der Faktor „gemeinschaftlich“:
w18: Dann waren die Umwelttage, da hat jeder Verein ein Stück Wald aufgeräumt, da war ich auch jedes Jahr dabei, das habe ich sehr toll gefunden. Das war so gemeinschaftlich. Da war immer der ganze Jugendgemeinderat dabei, auch welche, die sonst nicht oft zu den Treffen gekommen sind. Zwischen 8 bis 10 Jugendliche waren das so.
Wichtig für die Jugendlichen war die Rückkopplung durch die zuständige städtische Abteilung:
w18: Dann bekommt man vom Recyclinghof die Bilanz irgendwann: so und so viel Müll ist gesammelt worden, das ist total toll. Alte Traktorreifen haben wir gefunden, einen alten Kühlschrank, das war echt total toll. Zu fünft haben wir den Traktorreifen getragen. Das war ziemlich lustig, weil wir unten so einen riesigen Traktorreifen gesehen haben, bis zum Weg haben wir ihn geschleppt. Von dort aus hat ihn dann jemand geholt. Das war aber wirklich schlimm, was wir da teilweise gefunden haben. Eine tolle Aktion war das, aber das ist ja von der ganzen Stadt ausgegangen und wir haben ja nur mitgemacht.
Meistens hat das Team des Jugendgemeinderates versucht „Jugendkultur“ zu schaffen. Jugendkultur wollten die Jugendlichen das so nicht nennen, weil sie der Meinung waren, dass es nur „Kultur“ als solches gäbe. Würde man eine eigene Abteilung „Jugendkultur“ schaffen, würden so die Jugendlichen wieder separiert. Orgnanisierte Konzerte wurden von der Gemeinde mitfinanziert, um den Jugendlichen einen günstigeren Zugang zu dieser Art der Kultur zu ermöglichen.
w18: Ansonsten haben wir die laufenden Konzerte gemacht, die wir jetzt eigentlich immer gemacht haben, österreichische Popmusik, nicht das kommerzielle, Dinge, die jenseits der Charts liegen, zu einem passablen Preis. Die Karten haben meistens 8,- € an der Abendkasse gekostet, ich glaube, das ist wirklich erschwinglich. Weil die Schüler haben meistens nicht so viel Geld, dass sie sich Konzertkarten leisten könnten..










